Emil Büchner

deutscher Maler und Grafiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Alfred Emil Büchner (* 6. September 1872 in Leipzig; † 24. Januar 1949 in Gaschwitz) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben und Werk

Am Thomasring. Radierung, 1911
1. Friedensmesse 1919 (Markt). Aquarell, nach 1919
Blick auf die zerstörte Matthäikirche. Aquarell, 1947

Nach dem Besuch der 5. Bürgerschule in Leipzig studierte Büchner an der Königlichen Kunstakademie und Kunstgewerbeschule Malerei, dort war er von 1890 bis 1894 einer der letzten Schüler des Aquarellmalers Carl Werner. Studienreisen in dieser Zeit führten ihn u. a. an die Wartburg, nach Rothenburg ob der Tauber. Meißen, Fritzlar und Lübeck. Nachdem er anschließend in Leipzig als Kunstlehrer gearbeitet hatte, ging er 1897 erneut auf Studienreisen, die ihn an den Rhein, nach Frankfurt am Main, Bonn und Köln führten. Ende des Jahres ließ er sich in München nieder, wo er 1898/1899 unter Gabriel von Hackl an der Akademie der Bildenden Künste in der Naturklasse studierte.[1]

Nach weiteren Studienreisen bis nach Tirol, Wien und Venedig zog er im Herbst 1899 nach Leipzig zurück, um sich um seine kranke Mutter zu kümmern. Im August 1914 heiratete er Martha Polich (1875–1943), sie war die Schwester des Kaufmanns und Warenhausgründers August Polich (1874–1938) und Mitinhaberin des Modehauses Polich. Mit ihr bezog er im gleichen Jahr ein neu erbautes Landhaus in Gautzsch. Im November 1916 wurde Büchner im Rahmen des Ersten Weltkriegs in das Königlich Sächsische Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 133 einberufen. In Lobstädt und Borna ausgebildet wurde er im Oktober 1917 an die Ostfront geschickt, wo er bis in die Region Charkow hinein im Einsatz war. Im Juni 1918 konnte er aufgrund seines Alters nach Deutschland und Gautzsch zurückkehren, wo er da vor allem als Kunstmaler sein Geld verdiente.[2] 1936 musste das Kaufhaus Polich Insolvenz anmelden, aufgrund finanzieller Einschränkungen zogen Emil und Martha Büchner in eine Mietwohnung nach Gaschwitz. Dort lebte er auch nach dem Ableben seiner Frau bis zu seinem Tod.

Büchner war auf Architektur- und Landschaftsmalerei spezialisiert und arbeitete auch als Grafiker, für mehrere Bücher fertigte er den Buchschmuck an bzw. illustrierte diese. Bekannt sind u. a. seine Darstellungen des Leipziger Stadtbildes, meist als Aquarelle, Bleistift- oder Federzeichnungen. Zahlreiche Werke sind in den Sammlungen des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig zu finden,[3] das Museum erwarb ab etwa 1910 regelmäßig Bilder des Künstlers und stellte diese auch aus. Büchner publizierte in Zeitschriften und Zeitungen auch einige Aufsätze, die er mit eigenen Illustrationen versah.

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

  • 1921: Leipzig Im Bilde Leipziger Künstler. Teil 2: Emil Büchner, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig[4]
  • 1938: Vier Gesamtansichten des heutigen Leipzig. Ein Zyklus von Emil Büchner, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig[5]

Gruppenausstellungen

Werke als Illustrator bzw. Buchschmuckkünstler (Auswahl)

  • Auguste Lüders: Anleitung zur Aquarell-, Gouache- und Chromo-Malerei. Fingerzeige für Anfänger. 3., verbesserte und vermehrte Auflage, Haberland, Leipzig 1901.[11]
  • Hans Schäufelein: Leiden, Sterben und Auferstehung unseres Heilandes Jesu Christi. In den Worten des Evangeliums mit siebzehn Bildern. Voigtländer, Leipzig 1901, (online, abgerufen am 9. Februar 2026).
  • mit Mathieu Molitor u. a.: Rundgotisch und Ziermaterial (= Schriftproben von J. G. Schelter & Giesecke. Band 29). Schelter & Giesecke, Leipzig um 1903, DNB 1001996356.
  • Adalbert von Hanstein: Das jüngste Deutschland. Zwei Jahrzehnte miterlebter Literaturgeschichte. Mit 113 Schriftstellerbildnissen. 3. Aufl., Voigtänder, Breitkopf & Härtel, Leipzig 1905, DNB 1066777039.
  • Franz Kern: Germanenglaube. Ein dramatisches Gedicht. Modernes Verlagsbureau, Wigand, Berlin 1908.[12]
  • Oskar Weise: Musterstücke deutscher Prosa zur Stilbildung und zur Belehrung. 3., vermehrte Auflage, Teubner, Leipzig 1908.[13]

Schriften (Auswahl)

  • Das Frankfurter Goethe-Haus. Mit Illustrationen nach Originalzeichnungen des Verfassers In: Reclams Universum. Illustrierte Familien-Zeitschrift 15 (1898/1899), 2. Halbband, Sp. 2777–2792 (online, abgerufen am 9. Februar 2026).
  • Von Wieck auf Rügen und dem sächsischen Kinderheim. In: Der Leipziger. Illustrierte Wochenschrift [2. Folge] 3 (1921), Nr. 44, ZDB-ID 533095-6, S. 1041–1042.
  • Von Carl Werner und seiner Schule. In: Leipzig. Eine Monatsschrift 1 (1924/1925), Nr. 11, ZDB-ID 546815-2, S. 214–218.
  • Leipziger Hilgerglocken. In: Leipzig. Eine Monatsschrift 2 (1925/1926), Nr. 12, S. 445–447.
  • Glockensuche. In: Der Oschatzer Gemeinnützige 128 (1928). Monatsbeilage Aus Heimatflur und Mutterland, Nr. 11 vom November, ZDB-ID 1443396-5.

Literatur

Einzelnachweise

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