Emil Franz Rasche
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Emil Franz Rasche (* 1904 in Unna; † 17. Dezember 1958 ebenda) war ein deutscher Journalist, nationalsozialistischer Pressefunktionär, Mitarbeiter des Auswärtigen Amts und Kommunalpolitiker (SPD). Von 1954 bis 1958 amtierte er als Bürgermeister der Stadt Unna.[1]
Herkunft und Ausbildung
Rasche wurde als Sohn eines Brennereibesitzers in Unna geboren. Nach dem Abitur im Jahr 1921 an einem Gymnasium in Dortmund absolvierte er journalistische Ausbildungsstationen bei den Dresdner Neuesten Nachrichten und den Zwickauer Neuesten Nachrichten. Anschließend war er als Redakteur bei der Lippischen Landeszeitung in Detmold sowie beim Dürkheimer Tageblatt tätig.[2]
Journalistische Tätigkeit
Seit 1931 arbeitete Rasche für die nationalsozialistische Parteizeitung NSZ Rheinfront in Neustadt an der Haardt. Seit dem 23. Oktober 1932 ist er im Impressum als Hauptschriftleiter nachweisbar; im Dezember 1932 übernahm er die Funktion des Chefredakteurs.[2] Zwischen 1934 und 1939 war Rasche im Umfeld von Josef Bürckel tätig. Er verfasste Leitartikel zu politischen Ereignissen sowie zu Anlässen im Zusammenhang mit Bürckels Funktionen als Gauleiter. Nach dem Anschluss Österreichs übernahm er zusätzlich Aufgaben im Gaupresseamt Wien. Im August 1939 wurde er erneut Chefredakteur der NSZ Rheinfront, nun in Ludwigshafen am Rhein.[2]
Tätigkeit im Auswärtigen Amt
Im März 1940 wurde Rasche in den Auswärtigen Dienst übernommen. Im Auswärtigen Amt war er als Legationsrat I. Klasse in der Nachrichten- und Presseabteilung tätig und leitete dort das Referat XIII/Auslandspresse, das für die Betreuung ausländischer Journalisten zuständig war. Seine Entlassung aus dem Reichsdienst erfolgte im April 1944.[2][3]
Nachkriegszeit und Kommunalpolitik
Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Rasche wieder in Unna und gehörte später der SPD an. Am 29. November 1954 wurde er zum Bürgermeister der Stadt Unna gewählt. Das Amt übte er bis zu seinem Tod am 17. Dezember 1958 aus. In der damaligen nordrhein-westfälischen Kommunalverfassung war das Bürgermeisteramt ehrenamtlich ausgestaltet; die Verwaltungsleitung lag beim Stadtdirektor.[1]
Nach seinem Tod wurden die Amtsgeschäfte zunächst kommissarisch durch Josef Ströthoff wahrgenommen; 1959 folgte Erich Göpfert im Bürgermeisteramt.[1]
Privatleben
Rasche war seit 1947 verheiratet und hatte eine Adoptivtochter.[2]
Literatur
- Maria Keipert, Peter Grupp (Hrsg.): Biographisches Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes 1871–1945. Band 4: S. Schöningh, Paderborn 2012, ISBN 978-3-506-71843-3.
- Bernhard Kukatzki: Die NS-Presse der Pfalz. Institut für Pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern.
Weblinks
- Emil Franz Rasche im Projekt Neustadt an der Weinstraße und der Nationalsozialismus
- Bürgermeisterübersicht der Stadt Unna