Emil Luckhardt
deutscher Übersetzer des Liedes „Die Internationale“ (Hymne der Sowjetunion 1922–1944)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Emil Konrad Luckhardt (* 1880 in Barmen; † 5. November 1914 in Flandern) war ein deutscher Bierbrauer und Gewerkschaftssekretär. Er übersetzte Die Internationale, das weltweit bekannteste Kampflied der Arbeiterbewegung (auch Hymne der Sowjetunion 1922–1944) im Jahr 1910 ins Deutsche.[1] Der ursprüngliche französische Text von Eugène Pottier besteht aus sechs Strophen. Emil Luckhardts Version ist an den französischen Originaltext lediglich angelehnt und beschränkt sich auf die sinngemäße, dabei in der Radikalität etwas abgeschwächte und romantisierte Übersetzung der ersten drei Strophen des französischen Liedes. Das Autograf der Übersetzung befindet sich im Engels-Haus in Wuppertal, seitdem Luckhardts Enkelinnen Ursula Niederprüm und Astrid Iklef es dem Museum 2007 schenkten.[2]
Leben
Emil Luckhardt wurde 1880 als Sohn eines Arbeiters in Barmen geboren. Nach einer rudimentären Gymnasialbildung war er später Gewerkschafter. Er fiel am 5. November 1914, als er bei einem Artillerieangriff in Flandern verschüttet wurde. Luckhardt hinterließ seine Ehefrau Karoline Rudath und zwei Kinder.[2]
Rezeption
„Nun ist die deutsche Übersetzung der ‚Internationale‘, die wir Deutsche allgemein singen, allerdings nicht angetan, das literarische Interesse für ihren Autor zu wecken; sie ist undichterisch, hat kaum noch etwas vom Glanz des Originals und entspricht auch inhaltlich nicht dem Urtext.“
Literatur
- Jan Ceuppens: “Die Internationale”: from Protest Song to Official Anthem and Back. Aspects of the German Reception of “L’Internationale” in the Early 1900s and After 1945. In: Chronotopos. A Journal of Translation History. Band 6, Nr. 1, S. 102–118, doi:10.70596/cts176.