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Emil Rehmann

Fürstlich Fürstenbergischer Leibarzt, Hofrat, Konservator, Sammlungsleiter und Heimatforscher From Wikipedia, the free encyclopedia

Emil Rehmann (* 26. August 1817 in Sigmaringen; † 2. Februar 1879 in Donaueschingen) war badisch-fürstenbergischer Hofrat und Leibarzt des Hauses Fürstenberg.[1] Er betätigte sich als Naturforscher und Archäologe und war langjähriger Leiter der Fürstlich Fürstenbergischen Sammlungen.

Leben

Emil Rehmann entstammte einer medizinisch geprägten Familie, sein Onkel Wilhelm August Rehmann war bereits fürstenbergischer Leibarzt gewesen. Emil Rehmann studierte Medizin an den Universitäten Freiburg, Heidelberg und München. Bereits während seiner Studienzeit entwickelte er eine ausgeprägte Leidenschaft für die Naturwissenschaften. Nach dem Studium und medizinischen Fortbildungsreisen nach Wien und Paris trat er in den Dienst des Hofes in Donaueschingen. 

Zunächst als Zweiter Leibarzt unter Fürst Karl Egon II. zu Fürstenberg angestellt, begleitete er Fürst Karl Egon III. zu Fürstenberg in den Jahren 1856 und 1867 auf ausgedehnten Reisen nach Frankreich und Italien. Im Jahr 1874 erfolgte die Ernennung zum Hofrat sowie der Aufstieg zum Ersten Leibarzt der fürstlichen Familie. 

Rehmann heiratete 1846 Anna Frey aus Donaueschingen, mit der er sechs Kinder hatte.

Wissenschaftliches Wirken und die Fürstlichen Sammlungen

Im Frühjahr 1842 wurde Rehmann die Aufsicht und Pflege der Fürstlich Fürstenbergischen Naturaliensammlung in Donaueschingen anvertraut, die er bis zu seinem Tod leitete. Gemeinsam mit dem Fürstlichen Bergingenieur Wolfgang Moritz Vogelgesang baute er die lokale und allgemeine mineralogische und geologische Sammlung massiv aus. 

Rehmanns Verdienst war, die bis dahin rein naturkundliche Sammlung für kulturgeschichtliche Exponate geöffnet zu haben. Er integrierte historische Waffen, Werkzeuge und anthropologische Funde, was das Fundament für die spätere völkerkundliche Abteilung der fürstlichen Sammlungen legte. Er und sein Freund Karl Alois Fickler veranlassten die Wiederbelebung des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar (Baarverein) im Jahr 1842. Die Errichtung des Karlsbaus im Jahr 1869 für die Sammlungen diente unter seiner Ägide auch als Tagungsort des Vereins.

Archäologische Ausgrabungen

Neben der Sammlungsleitung betätigte sich Rehmann als archäologischer Pionier in der Region Baar. In enger Zusammenarbeit mit dem fürstenbergischen Geometer Carl Frowin Mayer[1] nahm er persönlich an systematischen Ausgrabungen prähistorischer Grabhügel teil. Mayer war als Vermessungsingenieur für die topographische Erschließung der Fundstätten zuständig. Rehman übernahm vor Ort die fachgerechte Bergung sowie die anthropologische und anatomische Beurteilung der Knochen- und Skelettfunde. Dokumentiert sind solche gemeinsamen Feldarbeiten unter anderem bei Hattingen, Waldhausen und Mundelfingen. Die dabei von ihnen ausgegrabenen Objekte – darunter vorgeschichtliche Geschirre sowie zwei bronzene Armbänder aus Waldhausen – wurden von Rehmann wissenschaftlich konserviert, ausgewertet und in die fürstliche Sammlung überführt. Seine Grabungsergebnisse präsentierte er ab 1871 in Vortragsreihen wie „Über die ältesten Bewohner der Baar“ vor dem Baarverein.

Schriften (Auswahl)

  • Mit Wolfgang Moritz Vogelgesang: Die fürstliche Naturalien-Sammlung in Donaueschingen. In: Schriften des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar. Band II, 1872, S. 105–184.
  • Über die Schwanenzucht in den fürstlichen Anlagen zu Donaueschingen In: Schriften des Vereins für Geschichte und Naturgeschichte der Baar. Band III, 1880 (posthum).

Ehrungen

  • Im Februar 1879 widmete ihm der Baarverein einen ausführlichen wissenschaftlichen Nachruf
  • Zu Ehren seines Wirkens als Arzt und Forscher benannte die Stadt Donaueschingen die Emil-Rehmann-Straße nach ihm.

Literatur

  • Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar: Schriften des Vereins, Band III (1880) S. 5ff
  • Paul Revellio: Die Baar in vor- und frühgeschichtlicher Zeit In: Hermann Eris Busse (Hrsg.): Die Baar. Donaueschingen – Villingen (= Badische Heimat. 25. Jahrgang, Jahresband 1938). Freiburg im Breisgau 1938, S. 58–71
  • Gregor Markl: Bergbau und Mineralienhandel im fürstenbergischen Kinzigtal. Wirtschafts- und Sammlungsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Zeit zwischen 1700 und 1858 (= Schriftenreihe des Mineralienmuseums Oberwolfach, Bd. 2). Markstein, Filderstadt 2005, ISBN 3-935129-24-6.

Einzelnachweise

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