Emily D’Angelo

kanadische Opernsängerin (Mezzosopran) From Wikipedia, the free encyclopedia

Emily D’Angelo (* 23. September 1994 in Toronto) ist eine kanadische Opernsängerin in der Stimmlage Mezzosopran.[1][2][3]

Biografie

Jugend und Ausbildung

D’Angelo wuchs in einer Musikerfamilie auf. Ihre Liebe zum Gesang wurde von ihren Eltern und ihrer Großmutter, einer professionellen Pianistin, schon früh gefördert.[3] Im Toronto Children’s Choir perfektionierte sie ihr Können und ging mit dem Chor auf internationale Tourneen.[4] In der High School lernte sie Cello. Nach dem Schulabschluss studierte sie an der University of Toronto und schloss mit einem Bachelor of Music ab. 2014 und 2015 erhielt sie ein Stipendium für das Ravinia Steens Institute, wo sie ihre Fähigkeiten als Solokonzertistin weiterentwickelte.[3] Im Jahr 2015 gewann D’Angelo die Centre Stage Ensemble Studio Competition der Canadian Opera Company (COC). Sie wurde sowohl mit dem ersten Preis als auch mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.[4]

Karriere

Ihr Debüt als Solistin hatte Emily D’Angelo bereits mit 16 Jahren mit dem Toronto Symphony Orchestra.[4] Nach ihrem Studienabschluss wurde Emily D’Angelo 2016 Mitglied der Canadian Opera Company (COC) und belegte in diesem Jahr den ersten Platz beim Finale des Metropolitan Opera National Council Auditions. 2017 wurde sie Mitglied des Lindemann Young Artist Development Program der Metropolitan Opera. Im selben Jahr sang sie die Rolle der Rosina in Gioachino Rossinis Oper Il Barbiere di Siviglia (Inszenierung von Francesca Zambello) beim Glimmerglass Festival. 2018 gab sie im Lincoln Center in New York City ihr Debüt mit der Metropolitan Opera und erlangte im selben Jahr internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung, da sie – als erste Sängerin überhaupt – alle vier Kategorien des Gesangswettbewerbs Operalia in Lissabon gewann.[3] Im darauffolgenden Jahr wurde sie als erste Sängerin mit dem Leonard-Bernstein-Preis beim Schleswig-Holstein Musik Festival ausgezeichnet. 2021 debütierte sie bei den Münchner Opernfestspielen als Idamante in Wolfgang Amadeus Mozarts Oper Idomeneo.

Trotz ihres breit angelegten Repertoires, das „von Monteverdi bis zum Minimalismus“ reicht[3], erlangte sie besondere Bekanntheit als Interpretin von Mozart-Opern; ihre erste Rolle war die des Cherubino in Le nozze di Figaro beim Festival dei Due Mondi in Spoleto im Jahr 2016. Neben der Metropolitan Opera sang sie an der Mailänder Scala die Dorabella in Così fan tutte, am Royal Opera House Covent Garden den Sesto in La clemenza di Tito, am Opernhaus Zürich die Ottavia in Claudio Monteverdis L’incoronazione di Poppea und an der Pariser Oper die Siébel in Charles Gounods Faust. Sie tritt regelmäßig mit dem Los Angeles Philharmonic und dem Toronto Symphony Orchestra auf. Mit dem Toronto Symphony Orchestra nahm sie Ralph Vaughan Williams Serenade to Music auf. Diese Aufnahme wurde 2019 für einen Grammy in der Kategorie „Best Classical Compendium“ nominiert und gewann den Juno Award für das beste klassische Album eines großen Ensembles.

2021 unterschrieb sie einen Vertrag bei Deutsche Grammophon und veröffentlichte ihr Debüt-Soloalbum Enargeia, das Werke von Hildegard von Bingen sowie zeitgenössischer Komponistinnen wie Missy Mazzoli, Sarah Kirkland Snider und Hildur Guðnadóttir enthält.[5] Das Album erhielt Auszeichnungen bei den Juno Awards 2022 und den Gramophone Classical Music Awards 2022.[3] Im September 2022 gab D’Angelo in der New Yorker Park Avenue Armory ihr erstes Recital in den Vereinigten Staaten mit Musik vom 19. bis zum 21. Jahrhundert.[3]

In der Opernsaison 2022/23 hatte Emily D’Angelo ihr Rollendebüt als Ruggiero in Georg Friedrich Händels Oper Alcina am Royal Opera House in London, als Ariodante in Händels gleichnamiger Oper an der Pariser Oper und als Juno in Händels Semele an der Bayerischen Staatsoper.[3]

In der Opernsaison 2023/24 debütierte D’Angelo in der Hauptrolle der Jess in der Uraufführung von Grounded, einer Oper der Komponistin Jeanine Tesori und des Librettisten George Brant, die von der Metropolitan Opera in Auftrag gegeben wurde. Jeanine Tesori hatte Emily D’Angelo speziell für die Hauptrolle ausgewählt. Die Aufführungen fanden im John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Zusammenarbeit mit der Washington National Opera statt.[6] Weitere Engagements führten sie als Sesto in Händels Giulio Cesare an der Pariser Oper, als Cherubino an die Berliner Staatsoper, als Idamante an die Bayerische Staatsoper und als Dorabella bei ihrem Hausdebüt an die Wiener Staatsoper.[3] Auf der Konzertbühne war sie mit Alban Bergs Sieben frühe Lieder in der Carnegie Hall und mit Alma Mahlers Sieben Lieder mit dem Orquesta Nacional de España und Anja Bihlmaier im Madrider Auditorio Nacional zu hören.[3]

2024 veröffentlichte D’Angelo ihr zweites Soloalbum Freezing mit Liedern von John Dowland, Henry Purcell, Rebecca Clarke, Zoltán Kodály, W. C. Handy, Philip Glass, Randy Newman, Jeanine Tesori, Cecilia Livingston, Adrian Ira Kramer sowie der US-Band Ween.[7] Das Album erhielt 2025 einen Opus Klassik in der Kategorie „Sänger*in des Jahres“.[8]

In der Opernsaison 2024/25 sang sie die Jess in Grounded in der Eröffnungsproduktion der Metropolitan Opera. An der Berliner Staatsoper hatte sie ihr Rollendebüt als Octavian in Der Rosenkavalier von Richard Strauss und gab hier auch den Idamante. An der Wiener Staatsoper war sie als Dorabella und als Donna Elvira in Don Giovanni zu hören. Auf der Konzertbühne konnte man sie unter anderem bei einem Wohltätigkeitskonzert zugunsten von Kindern und Jugendlichen in der Ukraine in der Carnegie Hall und im Konzerthaus Berlin sowie bei einem Adventskonzert in der Dresdner Frauenkirche erleben.[3]

Auszeichnungen

  • 2015: Norcop-Preis für Gesang 2015 an der Universität Toronto[4]
  • 2015: Gewinner und Publikumspreis bei Centre Stage, der Canadian Opera Company Ensemble Studio Competition[4]
  • 2015: Förderstipendium der Gerda Lissner/Liederkranz Foundation Competition[4]
  • 2025: Zweiter Preis beim Ziering-Conlon-Wettbewerb der OREL Foundation[4]
  • 2016: Gewinner beim Finale der Metropolitan Opera National Council Auditions[4]
  • 2016: Förderstipendium der George London Foundation Competition[4]
  • 2016: Erster Preis beim Carolyn Bailey und Dominick Argento Gesangswettbewerb der American National Opera Association[4]
  • 2018: Gewinnerin des Operalia-Wettbewerbs in Lissabon in allen vier Kategorien[9]
  • 2019: Gewinnerin des Leonard Bernstein Awards beim Schleswig-Holstein Musik Festival[10]
  • 2020: Wahl zum Emerging Artist des New Yorker Lincoln Centers[3]
  • 2022: Juno Award in der Kategorie „Classical Album of the Year (Solo Artist)“ für ihr Soloalbum Enargeia[3]
  • 2022: Gramophone Classical Music Award in der Kategorie „Concept Album“ für ihr Soloalbum Enargeia[3]
  • 2025: Opus Klassik in der Kategorie „Sänger*in des Jahres“ für ihr Soloalbum Freezing[8]

Diskographie

  • 2021: Enargeia – Deutsche Grammophone[5]
  • 2024: Freezing – Deutsche Grammophone[7]

Einzelnachweise

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