Emma Bacher-Paulick
österreichische Galeriebesitzerin
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Emma Bacher-Paulick (* 27. November 1867 in Wien als Emma Paulick; † 25. Juni 1953) war eine österreichische Galeristin und Amateurfotografin.
Leben
Paulick war das jüngste von vier Kindern des k.u.k. Hoftischlermeisters Friedrich Georg Paulick (1. August 1824 – 19. März 1904) und dessen Frau Theresia Franziska (geborene Groner; 23. März 1831 – 11. Februar 1903). Sie hatte zwei ältere Schwestern Therese Paulick (5. Januar 1864 – 7. Juli 1949) und Maria Paulick (28. September 1865 – 7. Februar 1887) sowie einen Bruder Friedrich Paulick jun. (11. Dezember 1861 – 30. Januar 1948), mit denen sie gemeinsam in Wien aufwuchs. Ihr Vater, der dem Kreis des vermögenden Wiener Bürgertums angehörte, ließ 1870 die Paulick-Villa am Attersee errichten, wo sie fortan die Sommermonate verbrachte. Dort empfing die Familie zahlreiche Gäste, zu denen 1892 auch die Familie Bacher gehörte. Durch Paul Bacher lernte sie Gustav Klimt kennen. Im Jahr 1907 übernahm sie als neue Inhaberin die von ihrem ersten Ehemann erworbene Wiener Galerie Miethke im Palais Eskeles in der Dorotheergasse 11 und setzte Carl Moll, der bisher die artistische Leitung innehatte, als Geschäftsführer ein. Sie gehörte dadurch zu den wenigen Frauen, die aktiven Einfluss auf die Kunstszene nahmen und eigenständig ein Geschäft führten. 1908 beteiligte sich die Galerie an der Organisation der von der Künstlergruppe um Gustav Klimt durchgeführten „Kunstschau Wien“.[1]
Angeregt durch die Fotografien der Madame d’Ora (Dora Philippine Kallmus) begann sie sich intensiver mit dieser Technik zu beschäftigen. Als Amateurfotografin dokumentierte sie 1908 die Eröffnung der „Kunstschau Wien“. Dabei lichtete sie mit einem kleinen Fotoapparat die Besucher des Ausstellungsgeländes ab. Sie schuf so auch mehrere private Aufnahmen im Format 12 × 9 cm von Aufenthalten in der Sommerfrische am Attersee.
Für sie wurden 1909 zwei Exlibris erstellt, eines von Oskar Kokoschka,[2] welches sie jedoch als zu modern ablehnte, und ein weiteres von Carl Otto Czeschka.[3] In seinem Brief an Bacher vom 27. April 1909 schreibt Oskar Kokoschka „Gnädige Frau, ein Exlibris kostet bei mir genau 50 fl. Ich schicke gleich eines mit, weil ich nicht gerne Briefe schreibe.“[4]
Mit ihrem zweiten Ehemann Richard Teschner unternahm sie vom 18. Mai bis zum 27. September 1911 eine Hochzeitsreise nach Triest, über Venedig, Innsbruck, Frankfurt am Main, Amsterdam, den Haag bis nach Brügge. Die Galerie Miethke wurde 1917 von Hugo Haberfeld erworben und Emma Teschner zog sich aus dem Kunsthandel zurück. Nach dem Tod ihres zweiten Ehemanns leitete sie das Puppentheater bis 1953 mit drei Assistenten. Um ihren Lebensunterhalt und die Unkosten zu decken, war sie gezwungen Teile seines Nachlasses zu verkaufen.[5]
Familie
Paulick war zweimal verheiratet:
- Seit dem 1. August 1894 war sie mit dem Juwelier und Kunstliebhaber Paul Bacher (5. September 1866 – 5. Mai 1907) verheiratet, der ein Fecht- und Segelpartner von Gustav Klimt war.
- Seit dem 18. Mai 1911 mit dem Jugendstilkünstler Richard Teschner (22. März 1879 – 4. Juli 1948), dem sie es ermöglichte, sich ganz der Kunst des javanischen Mythentheaters zu widmen.
Ihre Schwester Therese Paulick war seit 1906 mit Hermann Flöge, einem Bruder von Emilie Flöge verheiratet. Da ihre Ehen kinderlos blieben, setzte sie ihre Nichte Gertrude Flöge als Universalerbin ein.
Sie wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt (Grablage: Gruppe 72A Reihe G1 Nr. 32), wo bereits ihre beiden Ehemänner beerdigt wurden. Zwölf Jahre später wurde dort auch Anna Kispert (1890–1965), das ehemalige Stubenmädchen der Familie Teschner, bestattet.[6]
Werke (Auswahl)

Sie fertigte zahlreiche Fotografien an, auf denen die Mitglieder der vier Familien (Bacher, Flöge, Klimt, Paulick) bei Ausflügen, Bootsfahrten und im Garten der Villa Paulick zu sehen sind.
- Gustav Klimt und Emilie Flöge im Ruderboot am Attersee mehrere Aufnahmen[7]
Literatur
- Tobias G. Natter (Hrsg.): Die Galerie Miethke – Eine Kunsthandlung im Zentrum der Moderne. Katalog zur Ausstellung 19. November 2003 – 8. Februar 2004, Jüdisches Museum Wien.
- Agnes Husslein-Arco, Alfred Weidinger (Hrsg.): Gustav Klimt & Emilie Flöge – Fotografien. Ausstellung im Belvedere, Wien 2012, S. 231.
Weblinks
- Heinrich R. Scheffler: Die Wiener Werkstätte und ihre Exlibris Künstler. Österreichische Exlibris-Gesellschaft
- Stammbaum Emma Bacher-Teschner (klimt-database.com online; PDF)