Emma Israel
deutsche Malerin
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Emma Israel (geboren 26. Oktober 1898 in Hamburg; gestorben 21. Februar 1994 ebenda) war eine deutsche Malerin und Koloristin.
Leben
Emma Israel wurde am 26. Oktober 1898 in Hamburg geboren. Sie war die Tochter von Max Adolf Israel, einem orthodox-jüdischen Kaufmann, der im Im- und Export mit Südamerika tätig war, und der Luise Israel geborene Magnus, die Christin war. Emma Israel wurde wie ihre beiden älteren Geschwister, der Bruder Adolf Otto und die Schwester Erna,[1] im orthodox-jüdischen Glauben erzogen. Sie begann bereits als Kind zu zeichnen, ihre ersten Zeichnungen stellen ein Sintilager in Altona dar. Gegen den Willen ihrer Eltern absolvierte sie eine künstlerische Ausbildung an der Malschule von Gerda Koppel. Später war sie Schülerin des Malers und Grafikers Heinrich Stegemann.[2]
Zunächst schuf sie Anfang der 1920er Jahre künstlerische Stickbilder. Ihre Werke besaßen Einflüsse der französischen Malerei, aber auch der Hamburgischen Sezession. Nachdem sie 1936 mit einem Mann ein Jahr auf Wanderschaft gegangen war, wurde sie auf Veranlassung ihrer Familie für ein Jahr zur Landarbeit fern von Hamburg geschickt. Die Firma von Max Israel wurde 1941 zwangsweise im Rahmen der Arisierung als „nicht-arisch“ gelöscht. Das Haus der Familie in der Hochallee wurde auf Drängen von Max Israel im selben Jahr zum Judenhaus erklärt, so konnte die Familie dort wohnen bleiben und weitere 40–50 jüdische Personen zogen dort ein. Zu diesen gehörten auch die fünf Jahre ältere jüdische Schwester von Max Israel, Auguste Bentheim, und seine Nichte Alice Bentheim. Beide wurden deportiert und vergast. Auguste Bentheim war zu dem Zeitpunkt 93 Jahre alt und Max Israel erlitt einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte, als seine Schwester abgeholt wurde. Er starb 1947. Wegen der christlichen Mutter blieb die Familie Israel verschont. Emma Israel konnte durch eine mutige Intervention bei der Gestapo, in der sie den „Mischlingsstatus“ nachwies, die Familie vor nächtlichen Übergriffen und vor der Deportation retten. Ihr Bruder erschoss sich 1941, da sich seine Frau von ihm aufgrund seiner nichtarischen Abstammung hatte scheiden lassen. Emma und ihre Schwester Erna fanden ihn und verständigten die Polizei.[1] Emma Israel musste in einer Munitionsfabrik Zwangsarbeit leisten und ihre künstlerische Arbeit einstellen.[2]
Nach dem Ende des Krieges arbeitete Emma Israel als Koloristin und fälschte alte Stiche. Sie verkaufte Carepakete auf dem Schwarzmarkt und als Malerin wurde ihr nur wenig Aufmerksamkeit zuteil. Zu Lebzeiten hatte sie keine Ausstellungen mehr. Sie kolorierte Landkarten und für Antiquare schuf sie Hamburgensien, die sie nach alter Weise aus Buchausrissen von unkolorierten Stahlstichen herstellte und patinierte. Ihre Bilder verkaufte sie noch zu Lebzeiten, sie befinden sich zumeist in Privatbesitz. In dem Film Tadellöser & Wolf hatte sie im Alter von 80 Jahren einen Auftritt als Komparsin, der Film spielte auch in ihrem Haus in der Hochallee 104, welches sie von ihren Eltern geerbt hatte. Ihren Besitz verschenkte sie im Alter, ihr kleines ererbtes Vermögen erschlich sich ein Heilpraktiker und Emma Israel starb völlig verarmt am 21. Februar 1994 in Hamburg.[3]
Ehrung
Ihr historischer Grabstein wurde im Garten der Frauen auf dem Friedhof Ohlsdorf aufgestellt.
Literatur
- Maike Bruhns: Emma Israel, in: Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs Überarbeit. Neuaufl. d. Lexikons von Ernst Rump. Hrsg. von Familie Rump, ergänzt, überarbeitet u. auf d. heutigen Wissenstand gebracht von Maike Bruhns. Neumünster 2013, S. 214.
Weblinks
- Emma Israel Stiftung Kunstsammlung Bruhns
- Emma Israel Garten der Frauen
- Emma Israel Kunst in der Krise