Emmausgang

christlicher Brauch From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Emmausgang (auch Emmauspilgern genannt[1]) ist ein christlicher Brauch, der vor allem in Süddeutschland und in Österreich praktiziert wird, aber auch im südungarischen Bóly, wo er aus der früheren deutschsprachigen Gemeinschaft stammt. Er erinnert an den Gang zweier Jünger Jesu in das Dorf Emmaus, denen sich der auferstandene Jesus Christus unerkannt anschließt. Erst beim abendlichen Mahl erkennen die beiden Jünger Jesus (Lk 24,13–29 EU).[2]

Heute wird der Emmausgang als ein geistlicher Gang mit Gebet und Gesang oder als ein besinnlicher Spaziergang am frühen Morgen des Ostermontags begangen. Aufgrund des Tagesevangeliums wird dieser Tag regional auch „Emmaustag“ genannt.[2][3][4][5]

Davon abgeleitet ist der im Weinviertel bekannte Brauch des „in die Grean gehn“ („ins Grüne gehen“), ein Treffen unter freiem Himmel oder Weinkellern mit Speis und Trank.[3][6]

Eine besondere Form des Emmausganges wird im westfälischen Borghorst seit 1823 gepflegt: Die Mitglieder des dortigen Schützenvereins Prinzen Schützengesellschaft Borghorst von 1490 ziehen am Ostersonntag bei Anbruch der Dunkelheit mit Fackeln und einer Messinglaterne, der Emmauslaterne, unter Singen österlicher Lieder zur Pfarrkirche St. Nikomedes, um hier eine Andacht feiern.[7][8]

Literatur

Einzelnachweise

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