Emmerich Radda

tschechoslowakischer Politiker (DNP) From Wikipedia, the free encyclopedia

Emmerich Radda (* 17. April 1882 in Nikolsburg, Österreich-Ungarn; † 2. März 1940 in Nikolsburg, Reichsgau Niederdonau) war ein tschechoslowakischer Politiker (Deutsche Nationalpartei). Er war von 1920 bis 1925 Abgeordneter der Nationalversammlung der Tschechoslowakei.

Leben und Wirken

Er war der Sohn des Kaufmanns Emmerich Radda und dessen Ehefrau Pauline geborene Lestinsky, der Tochter eines Wundarztes aus Turas, und kam in Nikolsburg in Südmähren zur Welt.[1] Er besuchte die Volksschule und das Humanistische Gymnasium in Nikolsburg. Ab 1901 studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wo er 1908 zum JUDr. promovierte. Danach arbeitete er als Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei in Nikolsburg.

Bereits während seines Studiums in Wien gründete Radda die Burschenschaft „Turold“, den „Lese- und Redeverein Germania“ sowie den „Kyffhäuserverband“. Seinen Militärdienst leistete er während des Ersten Weltkrieges ebenfalls in Wien.

Nach Gründung der Tschechoslowakei 1918 wurde er Mitglied der ebenfalls neugegründeten Deutschen Nationalpartei der Tschechoslowakei und erhielt bei den Parlamentswahlen 1920 einen Sitz im Nationalrat. Er vertrat den 10. Wahlkreis (Jihlava/Iglau). Bei den Wahlen 1925 kandidierte er nicht mehr, weil er in der Zeit seines politischen Wirkens im Parlament erkannt hatte, dass die von den Tschechen und Slowaken dominierte Regierung der Tschechoslowakei nicht beabsichtigte, der deutschen Minderheit des Landes Selbstverwaltungsrechte einzuräumen. Auf kommunaler Ebene blieb er bis zur Auflösung der Deutschen Nationalpartei 1933 noch aktiv, danach zog er sich aus der Politik zurück. Er starb 1940 in Nikolsburg, das im Oktober 1938 als Teil des Sudetenlandes durch das Münchner Abkommen an das Deutsche Reich abgetreten werden musste.

Literatur

  • Mads Ole Balling: Von Reval bis Bukarest. Statistisch-biographisches Handbuch der Parlamentarier der deutschen Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa 1919–1945. 1991, S. 394.

Einzelnachweise

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