Energieeinsparung
Reduktion des Energieverbrauchs eines Systems
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Energieeinsparung bezeichnet das Ziel, den Energieverbrauch zu verringern. In einem engeren Sinne bezeichnet sie vor allem Maßnahmen, die den Energieverbrauch aus fossilen Energiequellen verringern und dadurch den Klimawandel verlangsamen. Ziel der Energieeinsparmaßnahmen ist sowohl die Steigerung der Energieeffizienz, also die verbesserte Nutzung der verbrauchten Energiemenge, als auch die Substitution fossiler Energiequellen durch erneuerbare Energien in allen energieabhängigen Bereichen der Volkswirtschaft (vor allem für Gebäudeheizung, Produktion, Verkehr und Dienstleistungen).

Der Begriff Energieeinsparung fand mit dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG – vollständiger Titel: Gesetz zur Einsparung von Energie in Gebäuden) in Folge der ersten Ölkrise 1976 Eingang in die deutsche Gesetzgebung.[1] Die Energieeinsparverordnung (EnEV) aus dem Jahr 2001 basierte auf dessen Grundlage und betraf ebenfalls den Energieverbrauch von Gebäuden in Deutschland. Sie wurde zum 1. November 2020 durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und dessen Novelle („Heizungsgesetz“) vom 1. Januar 2024 abgelöst. Die EU-Staaten haben 2024 mit der Verabschiedung der Richtlinie über die Gesamteffizienz von Gebäuden ehrgeizige Ziele vorgegeben. Bei Nichtwohngebäuden müssen sie die 16 % der Gebäude mit der schlechtesten Gesamtenergieeffizienz bis 2030 und die 26 % der Gebäude mit der schlechtesten Gesamtenergieeffizienz bis 2033 renovieren.[2]
Die 1992 eingeführte Energieverbrauchskennzeichnung von Geräten sowie die Besteuerung von Energieverbrauch (Ökosteuer) dienen dem Zweck der Energieeinsparung in Privathaushalten. Sie wurde ab 1990 um die CO2-Steuer ergänzt, um sukzessive klimaschädliche gegenüber klimafreundlichen Energiequellen zu verteuern und dadurch klimaschädliche Emissionen zu reduzieren.

Ursachen und methodische Ansätze

In den 1970er Jahren etablierte sich die Umweltpolitik[3] und das Umweltbewusstsein für ökologisches Handeln nahm deutlich zu. Energieverbrauch von fossilen Energiequellen verursacht Gesundheits- und Umweltschäden beispielsweise durch Abgase, Lärm, Radioaktivität oder die globale Erwärmung durch erhöhte CO2-Konzentration.
Neben der Wandlung des Umweltbewusstseins mit einer verstärkten Anwendung von erneuerbaren Energien ist die Senkung hoher (heutiger und/oder zukünftig erwarteter) Energiekosten die wesentliche Motivation für die Umsetzung von Maßnahmen zur Energieeinsparung:
- aktuelle oder prognostizierte Preissteigerungen wegen Knappheit von Energieträgern (u. a. die Ölpreiskrisen von 1973 und 1979, Erschöpfung der fossilen Energiequellen),
- verbesserte Energienutzung durch Einsatz neuer Technologien (z. B. Brennwertkessel, Wärmepumpe),
- sukzessive Verteuerung fossiler Energiequellen (z. B. durch Ökosteuer oder CO2-Abgabe)
- Förderung von Maßnahmen zur Energieeinsparung (z. B. Bundesförderung für effiziente Gebäude zur energetischen Sanierung von Gebäuden),
- gesetzliche Maßnahmen (z. B. Austauschpflicht veralteter Heizungsanlagen, Ersatz von Glühlampen durch LED-Leuchtmittel, verbindliche Vorgabe von Energiestandards und Immissionsschutz, Vorlage Energieausweis bei Vermietung).
Methodisch bieten sich folgende Ansätze zur Energieeinsparung bzw. Reduzierung des CO2-Ausstosses an:
- Verringern des Endenergieverbrauchs durch intelligenten Einsatz von Technologie und Vermeidung von Energieverschwendung, z. B. durch bessere Wärmedämmung, intelligente Heizungsregelung oder die Reduzierung der Gebäudeheizung in nicht genutzten Räumen,
- Nutzung bisher ungenutzter Energieanteile (etwa Wärmerückgewinnung oder zusätzliche Nutzung der Abwärme, z. B. durch Brennwertheizungen),
- Einsatz von Systemen mit höherem Wirkungsgrad (z. B. Wärmepumpenheizung, effiziente Kühl- und Gefriergeräte, Fernsehgeräte mit LCD-Technologie),
- Intelligente Steuerungen der Betriebsparameter von Maschinen, Geräten und anderen Systemen (z. B. effizientere Verbrennungsmotoren, Bremsenergierückgewinnung bei Elektroautos, Sparprogramme bei Waschmaschinen und Geschirrspülmaschinen),
- Einsatz von erneuerbaren Energien (z. B. Photovoltaik, thermische Solaranlage).
Rebound-Effekte können den Einspareffekt deutlich verkleinern. Häufig wird aus Komfortgründen die Raumtemperatur erhöht,[4][5] aber auch zunehmender Individualverkehr, die Benutzung größerer Bildschirme sowie der Export von energiehungrigen Altgeräten reduzieren die möglichen Einsparungen.[6]
Anreize
Wirtschaftliche Energiesparanreize
Das wirtschaftlich realisierbare Einsparpotenzial für den Gesamtverbrauch (Strom, Heizung, Transport) durch Effizienzsteigerungen in Haushalten, Produktionsstätten und Bürogebäuden war häufig erstaunlich hoch, 20 % bis 30 % waren laut einer Abschätzung der Deutschen Energieagentur im Jahr 2006 durchaus erreichbar.[7] Das Wuppertal Institut ging damals sogar von 40 % aus.[8] In vielen Fällen – insbesondere in Privathaushalten – sind auch Einsparungen weit darüber hinaus wirtschaftlich machbar, etwa 50 % beim Gesamtverbrauch und noch wesentlich höhere Werte (selbst weit über 90 % je nach vorherigem Zustand) in einigen Teilbereichen, etwa bei der Heizung. Nationale und internationale Klimaschutzziele (Kyoto-Protokoll) gehen demgegenüber von deutlich niedrigeren Potenzialen aus. Die praktische Umsetzung fällt oft weit hinter diese bescheideneren Richtlinien zurück; teilweise kann es schon als Erfolg gewertet werden, wenn der Verbrauch durch Wirtschaftswachstum und/oder Rebound-Effekte wenigstens nicht steigt.[6]
Im Zusammenhang mit dem Informationsdefizit der Energienutzer entstand der Begriff der Energietransparenz für die Darstellung aller Energieflüsse und der resultierenden Kosten in einem bestimmten Gebäude oder einem Unternehmen. Diese basiert auf einer systematischen Messung und Darstellung des Orts und des Zeitverlaufs des Energieverbrauchs, vor allem über Kennzahlen.[9]
Verursachergerechte Kostenverteilung
Der Verbrauch fossiler Primärenergie hat weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt und verursacht Kosten, die nicht gemäß Verursacherprinzip in betriebs- bzw. volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen enthalten und somit nicht direkt im Energiepreis enthalten sind. Bei der Ausbeutung natürlicher Ressourcen fallen Gesundheitsrisiken, langfristige Kosten zerstörter Biotope, Unfälle und wirtschaftliche Schäden durch die Klimaänderung an. Energiepreise wurden auch noch im Jahr 2023 weltweit oft subventioniert, sei es zur Senkung der Lebenshaltungskosten oder zur Förderung von Arbeitsplätzen in der Wirtschaft.[10] Im Rahmen der Umweltökonomie versucht man externe Kosten zu internalisieren, indem man den physischen Ressourcenverzehr monetär bewertet. Dies kann durch sogenannte Umweltzertifikate oder gezielte Steuern, wie die deutsche Ökosteuer oder die schweizerische CO2-Abgabe, erfolgen.
Politische Maßnahmen zur Vermeidung der Umweltbeeinflussungen führten zu reduzierter Umweltbelastung (Katalysator, Rauchgasentschwefelung, Umweltschutzauflagen), jedoch nicht zu einer Energieeinsparung.
In gewerblichen Gebäuden sind Gebäudeeigner, -nutzer und -betreiber häufig nicht identisch. Die Akteure, die in solchen Konstellationen Energiesparmaßnahmen umsetzen könnten, profitieren häufig nicht davon. Andererseits sind die Akteure, die den Verbrauch bestimmen (etwa Mitarbeiter), selten auch die Kostenträger. Auch im privaten Bereich werden viele Kosten, etwa Wasser oder Heizung in gemeinschaftlich genutzten Bereichen, auf die Nutzer verteilt. In solchen Situationen ist der Anreiz zur Energieeinsparung gering.
Bei Mietwohnungen zahlt der Mieter bei direkter Abrechnung mit dem Energieversorger die Heizkosten, und der Vermieter erfährt nicht einmal zeitnah die aktuellen Verbrauchswerte – während bauliche Sanierungsmaßnahmen Sache eben dieses Vermieters sind (vgl. Nutzer-Investor-Dilemma).
Fifty/fifty-Modell
In öffentlichen Gebäuden und Schulen kann allein durch das Verhalten der Nutzer 20 % Energie eingespart werden. Vielerorts werden in Zusammenarbeit mit dem Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU) Erfolgsbeteiligungsmodelle „fifty/fifty“ angeboten, beispielsweise in Hannover, Potsdam, Leipzig, Athen und weiteren Städten und Einrichtungen.[11] Diese Projekte sind ein Beitrag zum Klimaschutz und vermitteln diese Zukunftsfragen auch an Kinder und Jugendliche.[12]
Gebäudeenergiegesetz
Seit 2020 ist in Deutschland mit der Einführung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) eine Zusammenführung des vormaligen Energieeinspargesetzes (EnEG), der vormaligen Energieeinsparverordnung (EnEV) und des vormaligen Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) erreicht worden. Es wurde am 8. August 2020 erlassen; inkraftgetreten ist es am 1. November 2020. Das Thema berührt neben dem „Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz“ auch die Verantwortungsbereiche des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV); in letzterem tangiert es namentlich den Bereich „Umwelt“.
Die Bundesregierung hatte sich mit dem Energiekonzept 2010 zum Ziel gesetzt, den Primärenergieverbrauch zunächst bis zum Jahr 2020 um 20 %, danach bis 2030 um 30 % und bis zum Jahr 2050 um 50 % gegenüber 2008 zu senken. Im Jahr 2020 betrug der Rückgang jedoch nur 17,3 % gegenüber 2008. Damit wurde das 20-Prozent-Ziel verfehlt. Im Jahr 2021 stieg der Verbrauch wieder an und lag mit 12.193 Petajoule ungefähr 6 % über dem Zielwert für das Jahr 2020.[13.1]
Am 19. April 2023 hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für die 2. Novelle des Gebäudeenergiegesetzes beschlossen, wonach „ab dem 01. Januar 2024 möglichst jede neu eingebaute Heizung zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden muss“.[14]
Einsparmöglichkeiten im Privathaushalt

Übersicht
Zur Energieeinsparung trägt neben technischen Maßnahmen (effizientere Bereitstellung, Energierückgewinnung) auch die Senkung des Verbrauchs durch das individuelle Verhalten jedes Verbrauchers bei.
Der Endenergieverbrauch der Gesamtwirtschaft Deutschlands stagnierte zwischen 1990 und 2018. Erst seit 2019 ging er zurück, unter anderem in Folge der Corona-Pandemie sowie des Russisch-Ukrainischen Kriegs (Energiekrise 2022), wobei die gesunkene Bruttowertschöpfung in der Industrie diesen Rückgang spürbar verstärkte. Dadurch lag der Endenergieverbrauch im Jahr 2024 12,6 % unter dem Niveau von 2008, verfehlte jedoch den Zielpfad gemäß EnEfG deutlich. Nachdem der Endenergieverbrauch zwei Jahre in Folge deutlich zurückgegangen war, reduzierte er sich 2024 nur leicht um 0,3 %.[15]
Der Energieverbrauch der Privathaushalte betrug in Deutschland (Stand 2024, ohne Verbrauch für den Individualverkehr) etwas mehr als 25 % des Gesamtenergieverbrauchs, davon 66 % für das Heizen und 16 % für Warmwasser.[13.2] Obwohl der Energieverbrauch für Heizung pro Wohnfläche seit 2008 um 40 % sank, reduzierte er sich insgesamt nur um ca. 10 %, weil die Anzahl der Haushalte und die Größe der Wohnflächen zunahm. Dabei ging der Heizölverbrauch um fast 50 % zurück und wurde durch erneuerbare Energien ersetzt.[16]
Um dem Verbraucher die Kaufentscheidung für energietechnisch effiziente Geräte zu erleichtern, wurde 1992 die Energieverbrauchskennzeichnung eingeführt. In der überarbeiteten Fassung von 2021 klassifiziert sie den Energieverbrauch innerhalb einer Produktgruppe mit verbindlichen Referenzwerten auf einer Skala von „A“ bis „G“.
Bei einer Studie in Großbritannien wurden 2006 die „Top Ten“ (zehn häufigsten) „Energiesparsünden“ in englischen Haushalten herausgefunden:[17]
- 71 % lassen Elektrogeräte im Standby-Modus laufen,
- 67 % kochen mehr Teewasser, als sie benötigen,
- 65 % lassen unbenutzte Ladegeräte in der Steckdose,
- 63 % lassen Licht in leeren Räumen brennen,
- 48 % nehmen auch für kurze Wege das Auto,
- 44 % waschen die Wäsche zu heiß,
- 32 % lassen den Motor im stehenden Auto laufen,
- 32 % benutzen Wäschetrockner statt Wäscheleinen,
- 28 % heizen das leere Haus,
- 22 % drehen lieber die Heizung auf, anstatt einen Pullover anzuziehen.
In bestimmten Anwendungsbereichen wurde der Energieverbrauch durch verbindliche Richtlinien reduziert, z. B. bei der Beleuchtung (Verkaufsverbot von Glühlampen) oder durch begrenzte Stromaufnahme im Bereitschaftsbetrieb von Elektrogeräten und Netzteilen (Ökodesign-Richtlinie der EU von 2009).
Wärme
2024 wurde in Deutschland 27,4 % der Gesamtenergie für Raumwärme (Heizen) und 20,4 % für Prozesswärme (u. a. Warmwasser, Waschen, Geschirrspülen) verbraucht.[18]
Wärmeerzeugung für Gebäudeheizung
Laut einer Studie aus dem Jahr 2003 zur Heizungsoptimierung wurde das Einsparungspotential für Deutschland zwischen 20.000 und 28.000 GWh pro Jahr geschätzt.[19] Die Gegenmaßnahmen waren (Basis 2003) mit Aufwänden von 2 €/m² bis 7 €/m² Wohnfläche vergleichsweise kostengünstig.[20]
Entscheidend für die Energieeinsparung sind die Wärmeerzeugung, die Heizungsregelung, ein professioneller hydraulischer Abgleich sowie eine gute Wärmedämmung des Gebäudes. In der EU waren nach Angaben der EU-Kommission 2014 noch 90 % aller Wohnungen nicht energieeffizient,[21] für 2024 wurde der Anteil auf 75 % geschätzt.[2] Das durchschnittliche Alter der Heizgeräte in Deutschland lag 2023 bei 13,7 Jahren. Etwa 40 % waren jünger als 10 Jahre, etwa ein Drittel (33 %) älter als 20 Jahre.[22.1]
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7,9 Millionen Gaskessel (41 %)
2,7 Millionen Gas-Brennwertkessel (14 %) | ||||||
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3,8 Millionen Gaskessel (19,3 %)
4,8 Millionen Gas-Brennwertkessel (24,5 %) | |||||||
Heizungen mit fossilen Brennstoffen dominierten 2023 mit einem Anteil von 68 % der Wohngebäudeheizungen,[22.1] davon waren 3,8 Millionen Gaskessel, 4,8 Millionen Gasbrennwertkessel und 4,8 Millionen Ölkessel.[24] Durch einen Wechsel zu einem Gaskessel mit Brennwerttechnik lassen sich bis zu 15 Prozent der Endenergie und des Kohlenstoffdioxids einsparen. Insofern besteht weiterhin erhebliches Einsparpotenzial. Heizkessel hatten früher einen Nutzungsgrad um 64 %, spätere Niedertemperaturheizungen (ab 1998 Pflicht) erreichten bis zu 94 % und moderne Brennwertkessel erreichen bis zu 104 % (Werte bezogen auf den Heizwert). Brennwertkessel nutzen zusätzlich die Kondensationsenthalpie des aus dem Abgas kondensierenden Wasserdampfs, indem die Verbrennungsgase bis unter den Taupunkt heruntergekühlt werden und so weniger Wärme durch den Schornstein entweicht. Der Wärmeaustausch erfolgt in doppelwandigen Edelstahl-Kaminröhren (Luft-Abgas-System). Das zum Heizkessel rücklaufende Heizwasser sollte eine möglichst tiefe Temperatur aufweisen, um den tiefsten Rauchgastaupunkt zu unterschreiten und die Kondensation zu maximieren. Dies wird erreicht durch vergrößerte (Niedertemperatur-)Heizkörper sowie Fußbodenheizung, um niedrige Vorlauftemperaturen zu nutzen.
Fernwärme war 2023 mit einem Anteil von 6,7 % der Wohngebäudeheizungen verbreitet.[22.1] Fernwärme wird durch Heizwerke bereitgestellt. Bei Kraft-Wärme-Kopplung ist die Energieeffizienz durch gleichzeitige Erzeugung von Elektrizität und Wärme deutlich gesteigert. Neben der großtechnischen Variante des Heizkraftwerks existieren auch technische Lösungen für den Haushalt (Blockheizkraftwerk und Mikro-KWK). Bei Heizkraftwerken ist ein erhöhter technischer Aufwand wirtschaftlich, um die Energieeffizienz zu steigern und die Abgasemission zu mindern. Dem stehen Wärmeverluste bei der Übertragung gegenüber.
Wärmepumpen waren 2023 mit einem Anteil von 5,4 % der Wohngebäudeheizungen verbreitet.[22.1] Die Wärmepumpenheizung gewinnt Wärme durch Kühlen (Wärmeentzug) der Außenluft, des Oberflächen- oder Grundwassers oder oberflächennaher Erdschichten. Wärmepumpen können den Wirkungsgrad der Stromerzeugung mittels fossiler Energieträger oder Kernspaltung ausgleichen und sind daher mit Feuerungen konkurrenzfähig und bei Verwendung von Solarstrom CO2-neutral. Die Kühlung der Außenluft als Wärmequelle ist stark außentemperaturabhängig und wird bei niedrigen Temperaturen unwirtschaftlich. Stehen hingegen günstige Bedingungen zur Verfügung (Wärme aus z. B. Oberflächenwasser oder grundwasserführenden Schichten) und werden Niedrigtarifzeiten und Überschüsse nachhaltig erzeugter Elektroenergie genutzt, zählen Wärmepumpen, verbunden mit Wärmespeichern, zu den effizientesten Heizungen. Nachteilig sind die hohen Investitionskosten, die jedoch durch Zuschüsse und Kredite nach dem Gebäudeenergiegesetz reduziert werden.
Geothermie ist in Deutschland fast immer mit dem Einsatz von Wärmepumpen verbunden, da kaum Lagerstätten mit hoher Temperatur erreichbar sind. Hydrothermale Geothermie für Fernwärme ermöglicht effizientes umweltfreundliches Heizen, erfordert aber hohe Investitionen. Direkte Nutzung der Geothermie für Stromerzeugung erfordert sehr heiße Quellen, die nur unter seltenen geologischen Randbedingungen verfügbar sind.
Einzelraumfeuerungsanlagen (Einzelöfen) mit Betrieb durch Kohle, Öl oder Holz waren 2023 mit einem Anteil von 1,6 % der Wohngebäudeheizungen nur noch wenig verbreitet.[22.1] Ihr Wirkungsgrad erreicht typischerweise nur 70 % des eingesetzten Brennwerts. Kaminöfen und „offene Kamine“ werden meist als Ambiente-Elemente und nicht als Raumheizung betrieben. So wurden zwar die Feinstaubemissionen ab 2025 in Deutschland vom Bundes-Immissionsschutzgesetz geregelt, allerdings mit Ausnahmen wie offenen Kaminen oder vor 1950 erstellten Öfen.[25]
Elektroheizungen (meist Nachtspeicherheizungen) waren 2023 mit einem Anteil von 3,2 % der Wohngebäudeheizungen verbreitet.[22.1] Sie sind nur dann energiewirtschaftlich zweckmäßig, wenn eine Beheizung nur sehr selten erforderlich ist oder wenn die zum Heizen benötigte elektrische Energie aus Überschüssen erneuerbarer Energien stammt (siehe Rundsteuertechnik).
Sonnenkollektoren können bei Passivhäusern und Niedrigenergiehäusern Teile des Heizenergiebedarfs (in der Übergangszeit) und vor allem des Warmwasserbedarfs decken. Hierzu tragen nicht nur effektive Sonnenkollektoren bei, sondern besonders auch Wärmespeicher mit bis zu saisonaler Kapazität. Bei Nullenergiehäusern kann Solarwärme im Jahresmittel den gesamten Heizenergiebedarf übernehmen.
Prozesswärme, wie sie in einigen Industrieanlagen sowie bei der Kühlung von großen Rechenzentren anfällt, ist eher auf das räumliche Umfeld beschränkt.
Moderne geregelte Umwälzpumpen sparen in Verbindung mit dem hydraulischen Abgleich Elektroenergie. Während konventionelle Umwälzpumpen jährlich über 200 kWh Strom für ein Einfamilienhaus verbrauchen können, benötigt eine Hocheffizienzpumpe nach der Ökodesign-Richtlinie nur noch 40 kWh Strom und spart damit bis zu 60 € jährlich. Der Austausch wird gefördert.[26]
Wärmenutzung
Der Heizenergiebedarf verringert sich jeweils um durchschnittlich 6 % bei Absenkung der Raumtemperatur um 1 °C.[27] Der Heizenergieverbrauch lässt sich reduzieren, indem nachts sowie beim Verlassen der Wohnung die Heiz-Temperatur abgesenkt wird, siehe: Nachtabsenkung. Der Umfang der Einsparungsmöglichkeit ist umstritten. Gelegentlich wird empfohlen, die Nachtabsenkung auf 2 °C zu beschränken.
Gebäudegestaltung

Die bautechnische Gestaltung des Gebäudes und des Innenausbaus hat einen wesentlichen Einfluss auf den Wärmeverbrauch. Der Energiestandard liefert einen allgemeinen Indikator für den flächenbezogenen Energieverbrauch. Der Skala Effizienzhaus beschreibt die Energieeffizienz eines Gebäudes anhand des Transmissionswärmeverlustes und darauf aufbauend des Jahresprimärenergiebedarfs, insbesondere für die Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Neubau und Sanierung.[28] Der Standard Niedrigenergiehaus betrifft die verbesserte Wärmedämmung des Dachs und der Außenwände, das Passivhaus hat einen so geringen Energiebedarf, dass in der Regel keine klassische, wassergeführte Gebäudeheizung benötigt wird. Beim Nullenergiehaus ist der externe Energiebezug als Bilanz über einen Zeitraum von einem Jahr durch den auf der Liegenschaft des Gebäudes umgesetzten, eigenen Energiegewinn (z. B. durch Solaranlagen) aufgewogen.
Heizflächen
Heizflächen geben als Wärmetauscher einen Teil der vom Heizmedium (meist Wasser) transportierten thermischen Energie an die Umgebung ab, um die Raumtemperatur zu erhöhen. Dies erfolgt durch Wärmestrahlung oder Konvektion. Die Heizungsregelung regelt die jeweilige gewünschte Raumtemperatur über Thermostate. Dabei wird die Vorlauftemperatur nach der Außentemperatur geregelt und mit der Nachtabsenkung an Zeiten reduzierten Bedarfs angepasst.
Heizkörper sind an der Wand installiert. Aufgrund ihrer beschränkten Baugröße erfordern sie in der Regel höhere Vorlauftemperaturen. Verkleidungen, vorgestellte Möbel und gegebenenfalls Vorhänge können den Luftstrom um den Heizkörper behindern. Falls Heizkörper in einer Wandnische angebracht sind, geht Wärme durch die verringerte Wandstärke der Außenwand verloren.
Wandheizungen sind (oft großflächige) Heizschlangen in den Wänden und benötigen nur niedrige Vorlauftemperaturen. Als größter Vorteil wird die Behaglichkeit und Wohngesundheit der direkt erwärmten Wandflächen angesehen. Im Vergleich zur Heizung mit Heizkörpern liegt die Raumlufttemperatur der Raumluft um etwa 2 °C niedriger.
Heizleisten verlaufen meist an der Innenseite der Außenwände dicht über dem Fußboden. Sie erwärmen durch aufsteigende Warmluft zunächst die Wandoberfläche, welche die Wärme dann über die physiologisch vorteilhafte Wärmestrahlung an den Raum abgibt.
Fußbodenheizungen verwenden im Fußbodenaufbau verlegte Heizschlangen, benötigen nur niedrige Vorlauftemperaturen und erzielen eine sehr gleichmäßige Temperaturverteilung im Raum. Sie geben zwei Drittel ihrer Wärme als Strahlungswärme ab. Es meist möglich, auch im Winter barfuß zu gehen. Teppichböden und Beläge sollten einen geringen Wärmewiderstand aufweisen, damit die Wärme schnell in den Raum abgegeben wird. Für Fußbodenheizung geeignete Beläge sind gekennzeichnet.[29]
Deckenstrahlungsheizungen verwenden statische Heizelemente oben an der gedämmten Decke. Die Strahlungswärme (etwa 90 % der Heizleistung) geht ungehindert durch die Raumluft und wird beim Auftreffen auf den Fußboden, die Wände oder die Einrichtungsgegenstände in Wärmeenergie umgewandelt. Die Oberflächentemperaturen steigen um 1 bis 3 °C über die Raumlufttemperatur. Deckenstrahlungsheizungen sind vor allem für Räume mit hohen Decken und Dachschrägen geeignet. Sie wirbeln wenig Staub auf und reduzieren damit Beschwerden bei Hausstauballergie und Asthma.[30]
Wärmedämmung

Wärmedämmung reduziert den Durchgang von Wärmeenergie durch die Außenwände eines beheizten Gebäudes und/oder Raumes und schützt sie vor Abkühlung. Sie ist ein wesentliches Merkmal des Energiestandards. Hierzu gehört die Wärmedämmung sämtlicher Außenflächen (Wände, Böden, Dächer, Türen und Fenster). Im Neubau sind Mauern mit geringen Wärmeleitfähigkeit sowie Außendämmung üblich. Innendämmung wird verwendet, wenn die Fassade erhalten werden muss. Die Effizienz der Wärmedämmung kann mit Bauthermografie sichtbar gemacht werden. Flächen erhöhter Temperatur auf der ungedämmten Außenwand werden durch die Falschfarbe rot gekennzeichnet.
Das Dämmen der obersten Geschossdecke bzw. des Daches ist in der deutschen Energieeinsparverordnung für Käufer von Gebäuden binnen 2 Jahren verpflichtend. Es muss ein Dämmwert von 0,24 W/(m²·K) erreicht werden. Auch über ungedämmte Kellerdecken können 5 bis 10 % der Heizenergie verloren gehen.[31]
Der Wärmeverlust über die Fenster wird durch Wärmeschutzverglasung und dicht schließende Fenster verringert.
Wesentlich ist eine weitgehende Luftundurchlässigkeit des Gebäudes. Schon geringe Zugluft kann bei einem wirkungsvoll gedämmten Gebäude wesentlich mehr Wärme aus dem Gebäude tragen als die Wärmeleitung durch die Außenflächen. Zugluft kann auch durch Küchen-Dunstabzugshauben, unbenutzte Zimmeröfen und schlecht schließende Dachbodentüren hervorgerufen werden. Zum Test der Luftdurchlässigkeit von Gebäuden dient der Blower-Door-Test.
Zur Energieeinsparung trägt bei, bei Dunkelheit die Rollläden bzw. Fensterläden zu schließen. Die Luft zwischen Fenster und Laden wirkt so als zusätzliche Wärmedämmung.[32]
Lüftung
Die Lüftung erneuert die Raumluft durch den Austausch von Luft zwischen der Außenluft (Umgebung) und Innenräumen. Sie dient der Abführung unerwünschter Stoffe und Feuchtigkeit aus der Innenraumluft.
Energiesparendes Lüften während der Heizperiode erfordert die Aufmerksamkeit der Bewohner. Mit Stoßlüften lässt sich eine gute Innenluftqualität erzielen. Beim Stoßlüften wird lediglich die Luft ausgetauscht, während beim Dauerlüften (z. B. mittels Ankippen der Fenster) Gegenstände und Wände abkühlen und Heizenergie verschwendet wird. Elektronische Thermostatventile reagieren auf den schnellen Temperaturabfall beim Stoßlüften und drosseln die Heizwasserzufuhr des Heizkörpers für eine programmierbare Zeitspanne.
Dauerlüftungsöffnungen sollten in Bodennähe des Raumes und nicht an der Zimmerdecke situiert sein, um warme Luftpolster nicht oben ins Freie entweichen zu lassen. Eine ähnliche energiesparende Funktion erfüllt ein Luftsiphon für Kellerräume, mit dem Frischluft zu einer Auslassöffnung in Bodennähe geführt wird.
In Häusern mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (z. B. im Passivhaus) ist zusätzliches Lüften nicht erforderlich. Das technische System kontrolliert die hygienische, energetische und wohnklimatische Qualität der Innenluft unter Minimierung von Wärmeverlusten.
Warmwasser
Die Warmwasserbereitung versorgt den Haushalt mit Trinkwasser im Temperaturbereich von üblicherweise 50 °C bis 60 °C. 55 °C sollen dabei jedoch dauerhaft nicht unterschritten werden, da sonst die Gefahr der Vermehrung gefährlicher Legionellen besteht.[33]
Warmwasserbereitung
Die Warmwasserversorgung steht nach der Raumheizung an zweiter Stelle des Energieverbrauch im Haushalt. Das Warmwasser kann auf folgende Weise bereitgestellt werden:
- durch die Zentralheizung (aus fossilen Brennstoffen aus Öl oder Gas),
- durch die Wärmepumpe (ggf. mit elektrischer Zusatzheizung),
- durch eine thermische Solaranlage,
- durch elektrische Durchlauferhitzer (Erwärmung nur auf Anforderung).
Da die Warmwassererzeugung aufgrund der hohen Wärmekapazität und kurzfristig angefordertem Bedarf sehr hohe Leistungen erfordert, wird Warmwasser meist mit einem zentralen Warmwasserspeicher (50 bis 200 Liter) vorgehalten und über eine Zirkulation an den Entnahmestellen bereitgestellt, um sofort warmes Wasser zu erhalten. Sowohl die Dämmung des Speichers als auch die Dämmung der Rohrleitungen ist für die Reduzierung der Verluste entscheidend. Die Zirkulationspumpe kann bei geringem Bedarf (z. B. in der Nacht) abgeschaltet werden, so dass Wärmeverluste in der Zirkulationsleitung entfallen.[34]
Die Erzeugung von Warmwasser durch einen Durchlauferhitzer mit elektrischem Strom ist energetisch ineffektiv und teuer, weil der Primärenergieverbrauch zur Erzeugung und Transport etwa dreimal so hoch ist wie die genutzte Wärmeenergie. Elektrische Durchlauferhitzer sind zwar einfach zu installieren, lohnen sich jedoch oft nur bei entlegenen Zapfstellen mit geringem Warmwasserbedarf. Dies Einschränkung gilt jedoch nicht für die Nutzung von überschüssigem Solarstrom aus einer Photovoltaikanlage oder als Zusatzheizung bei Einsatz von Wärmepumpen. Hygiene-Speicher kombinieren die Erzeugung von Heiz- und Warmwasser je nach Bedarf, haben allerdings den Nachteil der geringen Auslastung außerhalb der Heizperiode.[35]
Warmwasserverbrauch
Der höchste Warmwasserverbrauch im Haushalt entsteht durch die Körperpflege (Baden, Duschen). Ein Duschvorgang erfordert je nach Dauer ca. 45 bis 60 Liter Warmwasser, ein Wannenbad durchschnittlich 150 Liter, also etwa das Dreifache.[36] Bei wassersparenden Duschköpfen (Sparduschkopf) ist die Austrittsgeschwindigkeit des Wasserstrahls deutlich erhöht und mit Umgebungsluft vermischt, wodurch trotz Reduzierung der Durchflussmenge das Gefühl eines satteren Strahls entsteht und Einsparungen von bis zu 50 % möglich sind.[37]
Rückgewinnung von Wärmeenergie
Warmes Abwasser entsteht in der Dusche/Badewanne und in Waschmaschine und Geschirrspüler. Wenn die Dusche mit Durchlauferhitzer betrieben wird, kann das ablaufend Duschwasser das zulaufende Wasser lokal über einen Duschwasserwärmetauscher erwärmen. Zentral kann eine Wärmepumpe gesammeltes Abwasser zur Erwärmung von Frischwasser auf ein höheres, besser nutzbares Temperaturniveau nutzen und dem Warmwasserspeicher zuführen.[38]
Zubereitung von Speisen
Herde dienen zum Kochen, Backen und Erwärmen von Speisen. Neben Gasherd und Elektroherd mit konventionellen Heizelementen werden auch Mikrowellenherd und Induktionsherd (mit einem Wirkungsgrad von bis zu 80 %)[39] eingesetzt. Beim Kochen gibt es folgende Möglichkeiten zur Energieeinsparung:[40]
- Zum Herd bzw. zu Einzelplatten oder Kochzonen passende Töpfe sparen Energie.
- Thermostate und Ankochautomatiken erleichtern effizientes Kochen. Bei einer längeren Kochdauer kann die Herdplatte so niedrig eingestellt werden, dass das Wasser gerade noch köchelt. Ein geschlossener metallischer Deckel vermeidet Wärmeverluste.[41]
- Der Verzicht auf das Vorheizen beim Backen kann den Energieverbrauch bis zu 20 % reduzieren. Mit Heiß- oder Umluft können 20 bis 30 °C niedrigere Gartemperaturen gewählt werden.[42]
- Eierkocher sind effizienter und wassersparender, als die Eier im Wassertopf zu kochen.[43]
- Für das Aufheizen von Wasser arbeiten Wasserkocher oder Tauchsieder am effizientesten, da das Heizelement direkt das Wasser erwärmt. Energie wird zusätzlich eingespart, wenn nur die tatsächlich nötige Wassermenge auf die tatsächlich nötige Temperatur erhitzt wird, da zur Zubereitung von Heißgetränken beispielsweise oft nicht 100 °C heißes Wasser erforderlich ist. Mikrowelle ist ineffizient für das Aufheizen von Wasser.[44]
- Bei Kaffeemaschinen kann durch Umfüllen des fertigen Kaffees in eine Thermoskanne Energie gespart werden.
- Energiesparendes Garen ist in einem Schnellkochtopf möglich, insbesondere bei Kartoffeln, Reis, Hülsenfrüchten und alle Gerichten mit langer Garzeit. Der Druckaufbau erhöht den Siedepunkt des Wassers und verkürzt aufgrund der RGT-Regel die nötige Garzeit (Faustregel: Halbierung der Garzeit bei einer Temperaturerhöhung von 10 °C).[45] Bei Normaldruck kann der Topf als Dampfgarer wirken und mehr Wärmeinhalt (d. h. zusätzlich die Kondensationsenthalpie) in gleicher Zeit auf das Gargut übertragen, als wenn selbiges von Wasser umgeben wäre.
- Wenn Tiefkühlkost vor dem Zubereiten (über Nacht) im Kühlschrank aufgetaut wird, geht fürs Auftauen keine Raumwärme verloren und der Kühlschrank muss weniger Kälte erzeugen.
Eine Einsparung laut staatlichem Zürcher Energieversorger von 60 %[46] und noch mehr als beim Schnellkochtopf[47] ist möglich durch Verwendung doppelwandiger Pfannen oder Systeme, deren Inhalt dank Wärmedämmung auch ohne Energiezufuhr weiter gart.[48]
Weitere Geräte im Haushalt
Haushaltsgeräte für Waschen, Wäschetrocknung, Geschirrspülen und Kühlung machen den drittgrößten Posten des Energiebedarfs eines Haushaltes aus und benötigen vor allem elektrische Energie für die Prozesswärme und die Prozesskälte.
Trotz energieeffizienterer Technik ist der Stromverbrauch in deutschen Haushalten zwischen 1990 und 2024 um 13,5 % angestiegen. Das liegt an der Zunahme der Haushalte und der Bevölkerung (4,8 %), aber auch an zahlreichen neuen elektrischen Verbrauchern (Unterhaltungselektronik, Haustechnik, Staubsaugerroboter usw.), die in die Haushalte eingezogen sind.[13.3] Viele Haushalte sind sich ihres unnötigen Energieverbrauches und der Einsparmöglichkeiten nicht bewusst.[49] In der Schweiz wurde berechnet, dass durch den Ersatz aller alter stromintensiven Elektrogeräte 25 bis 40 % Strom eingespart werden könnte.[50]
Waschen
Waschmaschinen können mit hygienischen Einschränkungen auch ohne Vorwäsche und bei geringer Temperatur ab 20 °C ausreichend sauber waschen, ggf. mit einem Niedrigtemperatur-Waschmittel. Dies reduziert den Wasser- und Stromverbrauch. Für Menschen mit geschwächter Immunabwehr, Hausstauballergiker oder wenn eine ansteckende Krankheit im Haushalt kursiert, kann im Einzelfall eine höhere Waschtemperatur (60 °C oder 95 °C) sinnvoll sein.[51][52] Trotz automatischer Mengensteuerung arbeitet eine Waschmaschine am effizientesten bei ihrer Nennwaschmenge. Kurzwaschprogramme sind nicht energiesparender als normale Programme.[53]
Der jährliche Stromverbrauch einer Waschmaschine für einen mittleren Haushalt liegt in der Größenordnung von 150 bis 200 kWh. Manche (allerdings etwas teurere) Waschmaschinen können Wasser zusätzlich aus der Warmwasserleitung beziehen, anstatt es selbst elektrisch zu erwärmen, und damit bis zu 70 % der Stromkosten sparen.[54]
Wäschetrocknung
Die Wäschetrocknung entzieht frisch gewaschener Wäsche die nach dem Schleudern verbliebene Restfeuchte. Hierfür gibt es verschiedene Verfahren, die je nach Textilart und Witterung kombiniert werden können.[55]
Das Lufttrocknen der Wäsche im Freien auf der Wäscheleine vermeidet jeglichen Energieaufwand für das Trocknen. Dabei unterstützt das Schleudern der Waschmaschine: Je höher die Drehzahl, desto geringer ist die Restfeuchte und die Trocknungszeit. Eine hohe Schleuderdrehzahl kann jedoch bei empfindlichen Textilien zu erhöhtem Aufwand beim Bügeln bzw. Mangeln führen. Trocknen im Wind kann jedoch Knitter verringern.
Wäschetrockner (in der Schweiz Tumbler) trocknen feuchte Textilien unter Zufuhr von warmer Luft maschinell in kurzer Zeit. Der Hauptanteil der Stroms wird durch das Erwärmen der zugeführten Luft verbraucht. Ablufttrockner (mit zusätzlichem Wärmeverlust durch die entnommene Luft) und Kondensationstrockner erfordern hohen Energieaufwand. Wärmepumpenwäschetrockner sind 50 % effizienter.[56] Der jährliche Stromverbrauch eines Wärmepumpenwäschetrockners für einen mittleren Haushalt liegt in der Größenordnung von 120 bis 150 kWh.[57] Das regelmäßige Reinigen der Flusensiebs und der Luftkanäle sowie volle Beladung minimieren den Stromverbrauch.[58]
Das Trocknen der Wäsche auf der Leine in Innenräumen entzieht der Raumluft Verdampfungswärme und verursacht unter Umständen kondensierende Feuchtigkeit an Fenstern oder Außenwänden. Wenn die entstehende Luftfeuchte (vor allem im Winter) nicht durch Lüften nach außen befördert wird, kann sie zum Auffeuchten der Außenwände führen, was den Dämmwert der Wand verringert und den Heizwärmebedarf vergrößert, oder Feuchtigkeitsschäden durch Schimmelbildung verursachen. Regenerativtrockner nach dem Prinzip eines Luftentfeuchters können dies vermeiden.[55]
Geschirrspülen
Das Geschirrspülen umfasst den „Abwasch“ von Koch- und Essgeschirr mittels Warmwasser und Geschirrspülmittel, dem Nachspülen mit sauberem Wasser sowie die Trocknung der gereinigten Teile. Es kann per Hand oder mit einer Geschirrspülmaschine erfolgen.
Die Ökobilanz ist vor allem abhängig von der Art und Menge des verschmutzten Geschirrs, der Wassertemperatur und nicht zuletzt vom Verhalten des Verbrauchers.[59]
- Das Spülen von Hand ist am energie- und wassersparendsten, wenn ein Wasch- und ein Spülbad benutzt wird, und am ineffizientesten, wenn unter laufendem Wasser gespült wird.
- Voll gefüllte Geschirrspülmaschinen nutzen die Energie besser aus, insbesondere wenn Programme mit reduzierter Temperatur und Zeitdauer (Eco-Modus) gewählt werden.[60] Manche Geräte können an die Warmwasserleitung angeschlossen werden und benötigen weniger Energie für die Erwärmung des Wassers.[61] Geräte mit Zeolith-Trocknungssystem können den Stromverbrauch um 20 % senken.[62]
Da moderne Spülmaschinen nur noch ca. 10 Liter Wasser und weniger als 1 kWh Strom pro Spülgang benötigen, ist in den meisten Fällen das Spülen in der Maschine effizienter als das Spülen von Hand.[60][63]
Gefrieren und Frischhalten
Kühl- und Gefrierschränke sind Lagerräume für Lebensmittel und andere verderbliche Waren mit einer Innentemperatur niedriger als die Umgebungstemperatur. Sie verwenden in der Regel für stationäre Anwendungen im Haushalt eine strombetriebene Kältemaschine, die dem Innenraum Wärme entzieht und nach außen ableitet. Sie werden als Kombigeräte angeboten oder auch separat als Kühlschrank (Temperaturen 4 bis 8 °C) bzw. Gefrierschrank (−18 °C). Spezielle Gemüsefächer erhalten die Feuchtigkeit und damit die Frische.
Trotz relativ geringer elektrischer Anschlussleistung benötigen Kühlgeräte viel Energie, da ihre thermostatgesteuerten Kühlaggregate täglich oft mehrere Stunden laufen. Moderne Kombigeräte verbrauchen jährlich etwa 150 bis 300 kWh.[64] Die Menge des gelagerten Kühlguts hat nur geringeren Einfluss auf den Verbrauch (im Gegensatz zur Größe des Geräts). Gefriertruhen sind etwa 12 % effizienter als Gefrierschränke.[65][66] Der Austausch eines Kühlschranks lohnt sich meist erst, wenn der alte 10 bis 15 Jahre alt ist und der neue die höchste Energieeffizienzklasse hat. Bei Gefriergeräten amortisiert sich der Neukauf noch seltener.[67]
Für den stromsparenden Betrieb werden folgende Maßnahmen empfohlen:
- Ein Kühlgerät benötigt umso weniger Energie, je besser es seine Abwärme an die Umgebungsluft abgeben kann. Ein kühler Aufstellraum sowie eine gute Belüftung der Rückseite, wo sich in der Regel der Wärmeübertrager befindet, erhöhen den Wirkungsgrad. Hersteller geben oft eine Mindest-Umgebungstemperatur (meist 10 °C) an. Gegenüber einer Aufstellung bei 35 °C wird dabei um ca. 60 % weniger Energie verbraucht.[65]
- Vereiste Wärmeübertrager verringern den Wirkungsgrad des Geräts (um 10 bis 15 % bei einer Eisdicke von 10 mm). Abhilfe schafft ein regelmäßiges Abtauen, was bei modernen Geräten automatisch erfolgt.[65]
- Heiße Speisen sollen erst abkühlen, bevor sie in den Kühlschrank gestellt werden.
- Wenn Tiefkühlkost rechtzeitig vor der Zubereitung zum Abtauen in den Kühlschrank gelegt wird, verringern sich sowohl der Energiebedarf des Kühlschranks als auch die zum anschließenden Erwärmen benötigte Wärmemenge.
Beleuchtung

Die Beleuchtung erzeugt Licht mithilfe einer künstlichen Lichtquelle, macht den Menschen unabhängig von natürlichen Lichtquellen (in erster Linie der Sonne) und dient der Verbesserung der Sehleistung (visuelle Wirkung). Sie kann den circadianen Rhythmus beeinflussen (biologische Wirkung) und das Wohlbefinden steigern (emotionale Wirkung).
2024 betrug der Anteil der Beleuchtung etwa 7,9 % des Stromverbrauchs der Privathaushalte und damit ca. 10 % weniger als 2008.[13.4] Der Rückgang ist durch die Anwendung der Ökodesign-Richtlinie für energiesparende Leuchtmittel begründet, die ein sukzessives Verkaufsverbot von Glühlampen enthielt.[68]
Moderne Beleuchtungen verwenden meist LED-Leuchtmittel, die typisch 4-mal so effizient wie herkömmliche Glühlampen sowie effizienter und langlebiger als Halogenlampen und Leuchtstofflampen sind.[69] Sie erreichen auch bei niedrigen Farbtemperaturen von 2700–3000 K, die einer Glühlampe entsprechen, eine hohe Effizienz. Der Einsatz von LED-Leuchtmitteln ist damit die kostengünstigste Beleuchtung und hat sich bis auf Sonderanwendungen am Markt durchgesetzt.[70][71]
Bei der Beleuchtung gibt es folgende Möglichkeiten zur Energieeinsparung:[72]
- Verwendung von LED-Leuchtmitteln bei allen Lampen, die häufiger genutzt werden
- Licht ausschalten, auch für ein paar Minuten
- Installation eines Bewegungsmelders zur automatischen Lichtsteuerung
- Nutzung des Tageslichts
- Verwendung von Lichterketten und Lichtschläuchen
- Reinigung von Lampen und Leuchten
Computer, Unterhaltungselektronik und Kleingeräte

Computer und Unterhaltungselektronik gehören zur Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). 2024 verbrauchten die Privathaushalte hierfür 3,6 % der Endenergie[13.2] bzw. 17,0 % des Strombedarfs[13.4] (auf gleichem Niveau wie 2008). Die Hauptverbraucher sind Fernsehgeräte sowie Desktop-Computer und/oder Notebooks unter Berücksichtigung des hausinternen Rechnernetzes (LAN und WLAN). Der zunehmende Anteil an Home-Office-Arbeit führt zu weiteren Erhöhungen. Die durchschnittliche elektrische Leistungsaufnahme der CPU stieg von rund 100 Watt (2017) auf 250 Watt (2024) an.[73.1]
Anfang der 1990er-Jahre begannen Initiativen der Industrie zur Energieeinsparung bei elektronischen Geräten (u. a. Green IT und Energy Star). Umfassende Energieeinsparungen wurden seit 2008 durch die Anwendung der Ökodesign-Richtlinie begründet, die den Stromverbrauch elektrischer und elektronischer Haushalts- und Bürogeräte im Bereitschafts- (Standby-Funktion) und im Aus-Zustand[74] sowie die Leistungsaufnahme externer Netzteile bei Nulllast reduzierte und ihre durchschnittliche Effizienz im Betrieb[75] erhöhte. Moderne PCs mit ihren Monitoren und Notebooks sowie Drucker gehen bei Nichtbenutzung in einen stromsparenden Standby und reduzieren den Stromverbrauch auf 0,5 W.[76] Bei älteren Geräten (auch Stereoanlagen) kann sich der Standby-Stromverbrauch auf 200 kWh jährlich summieren, so dass das Ausschalten deutlich Energie spart.[77]
Der jährliche Stromverbrauch der WLAN-Vernetzung (vor allem WLAN-Router und WLAN-Repeater) beträgt zwischen 50 und 100 kWh (mehr als ein sparsamer Kühlschrank mit Gefrierfach). Die Nachtabschaltung (z. B. über eine Zeitschaltuhr) kann eine lohnende Energieeinsparung ergeben.[78]
Recherchen im Internet (vor allem an die Künstliche Intelligenz) sowie Video-Streaming erhöhen außer dem haushaltinternen IKT-Verbrauch den globalen Energieverbrauch durch die Leistungen der Server der Netzknoten, der Suchmaschinen und der Rechenzentren. Eine Studie des Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration besagt, dass sich der jährliche Gesamtstromverbrauch für IKT in Deutschland von rund 46,5 TWh im Jahr 2015 auf 54,4 TWh im Jahr 2025 erhöhte und prognostiziert einen weiteren Anstieg auf rund 75,5 TWh im Jahr 2035.[73.2] Das Umweltbundesamt gibt bereits für 2024 mit 75,9 TWh einen höheren Wert an (Anteil am deutschen Stromverbrauch bei 16,2 %).[13.5]
Mobilität
2024 verbrauchte der Verkehr 27,8 % (625 TWH) der gesamten Endenergie in Deutschland. Gegenüber 2008 (24,9 % bzw. 655 TWH) ist dies ein prozentualer Anstieg, jedoch ein absoluter Rückgang um ca. 5 %.[13.6] Obwohl Güter- und Personenverkehr seit Anfang der 1990er Jahre deutlich effizienter wurden, führte die gesteigerte Verkehrsleistung jedoch zur Zunahme bzw. Stagnation des Endenergieverbrauchs.[79]
Die negativen umwelttechnischen und gesundheitlichen Randerscheinungen des Energieverbrauchs werden mit zumeist technischen Mitteln und nur auf politischen Druck hin bekämpft. Umweltpolitische Maßnahmen wie bleifreies Benzin, Dieselrußpartikelfilter und Katalysator erhöhten den Verbrauch um bis zu 10 %. Verbesserte Effizienz der Antriebe und Zunahme von Elektrofahrzeugen wirkten dem Anstieg entgegen.[80] Nach einem Einbruch der Fahrleistungen im Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie stiegen die Personenkilometer im Individualverkehr seither wieder stetig an und erreichten 2023 wieder das Niveau von 2005. Trotz Initiativen wie Deutschlandticket und Jobticket stagniert der Anteil des ÖPNV.[81]
Einsparmöglichkeiten
Im Verkehr kann Energie eingespart werden durch:[82][83]
- Vermeidung unnötiger Fahrten mit Kraftfahrzeugen und Nutzung von Fahrgemeinschaften
- Reduktion der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und langsameres Fahren
- Wer auf der Autobahn 100 statt 120 km/h fährt, senkt den Verbrauch im Durchschnitt um bis zu 15 Prozent (UBA, 2022)
- Wer 100 statt 160 km/h fährt, verbraucht im Durchschnitt bis zu 66 Prozent weniger, spart also zwei Drittel des Kraftstoffs ein
- Anschaffung von Elektrofahrzeugen (auch Elektrofahrrad, E-Roller, E-Tretroller)
- Umstieg auf energieeffizientere Verkehrsmittel (Fahrrad, Fußverkehr, öffentliche Verkehrsmittel im ÖPNV und Personenfernverkehr)
- Verzicht auf Waren, die von weither zum Konsumenten gebracht werden, die aber auch lokal hergestellt werden (beispielsweise Äpfel aus Neuseeland, Pflastersteine aus China, Mineralwasser aus Italien, Butter aus Irland, Wein aus Australien)
- Verzicht auf Veredelungsverkehr (Schweineaufzucht in Österreich, Schlachtung in Deutschland, Verarbeitung in Italien, Verkauf europaweit)
- Ersatz von Reisen und Fahrten durch Videokonferenzen oder Homeoffice
- Verkürzung von Fahrten (Einkauf in Wohnungsnähe, Wahl einer Wohnung nahe dem Arbeitsplatz, Urlaub in der Nähe u. ä.)
- Fahren außerhalb der Hauptverkehrszeiten (Vermeidung von Verkehrsstaus)
- Vermeidung von Kurzstreckenflügen
Verkehr erzeugt zusätzliche Kosten bei der Bereitstellung von Infrastruktur (Verkehrswegebau), im Sozialbereich (Unfallkosten) und aufgrund der Emissionen, die nicht durch die auf Treibstoffe verhängte Verbrauchssteuern aufgebracht werden.
Einfluss der Siedlungspolitik
Durch Förderung von Stadtteil- und Dorfzentren (Stadt der kurzen Wege), also Aufwertung des lokalen Einzelhandels, von kleineren Kultureinrichtungen, örtlichen Grün- und Erholungsflächen sowie Freizeiteinrichtungen können Fahrzeugkilometer verringert und gleichzeitig die räumliche Mobilität der Bevölkerung erhöht werden. Wird Verkehr entschleunigt, Parken beschränkt und dafür dem Langsamverkehr (Rad fahren und zu Fuß gehen) mehr Raum gegeben, entstehen lebensfreundlichere, verkehrsärmere, flächensparende und damit wirtschaftlichere Stadtstrukturen. Die politischen Instanzen können darauf durch Gesetzgebung, Raumordnung (Regional-, Flächennutzungs-, Stadtentwicklungs- und Bebauungspläne) und Entwicklung von Verkehrskonzepten Einfluss zu nehmen.[84]
Einsparmöglichkeiten in weiteren Bereichen
Industrie und Gewerbe
Die deutsche Industrie hat seit 2008 ungefähr 15 % der Endenergie eingespart und benötigt 27,0 % der Endenergie (Stand 2024).[13.6] Diverse Ökodesign-Richtlinien haben energiesparende Maßnahmen durchgesetzt, u. a. in der Effizienz von Elektromotoren[85] und Kältetechnik sowie Energiemanagementsysteme.[86] Wirtschaftliche Überlegungen führten ebenfalls zu effizienterem Energieeinsatz, aber auch zu einer Reduzierung von energieintensiven Industrieanwendungen (u. a. in der Stahlindustrie).
In der Industrie existiere weltweit ein Sparpotenzial von bis zu 70 Prozent (Stand 2023).[87] Für die Schweiz bezifferte die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften das Einsparpotenzial beim Schweizer Stromverbrauch auf rund einen Drittel des Gesamtverbrauchs; durch Einsparungen rascher zu realisieren als durch Zubau von erneuerbarem Strom.[88]
Effizienz der Energieverteilung
Um weitere Energieeinsparungen zu erreichen, sollten laut Umweltkommission des Schweizer Parlaments im Februar 2023 die Stromversorger für mehr Energieeffizienz sorgen. Dies sollte mittels einer (durch Zertifikate entschädigten) Pflicht zur Reduktion ihres Stromverkaufs und Bußen für die Nichterfüllung erreicht werden. Eine solche Idee war bereits in der Energiestrategie 2050 der Schweizer Regierung von 2013[89] enthalten gewesen, der Vorschlag wurde vom Parlament jedoch aus der Vorlage gestrichen.[88]
Recycling von Verpackungen
Für Verpackungsmaterial, das nicht produziert wird, braucht auch keine Energie aufgewendet zu werden. Durch Wiederverwertung (Recycling), insbesondere von Verpackungsmaterialien (Karton und Papier), kann ein Teil der zur Herstellung notwendigen Energie eingespart werden.
Bei der Verwertung von Kunststoffabfällen kommt es wegen mangelhafter Reinheit der Abfallsortierung häufig zu Downcycling, wobei nur etwa die Hälfte überhaupt gesammelt wird (siehe Gelber Sack). 2023 wurden knapp 38 % aller in Deutschland gesammelten Kunststoffabfälle werkstofflich und 0,5 % rohstofflich oder chemisch verwertet. 61 % der Abfälle wurden energetisch verwertet.[90]
Die Sammlung von Altglas für das Glasrecycling erfasste 2022 in Österreich 78 %, in Deutschland 85 % und in der Schweiz 98 % der Glasverpackungen.[91] Downcycling wird vor allem durch Farbfehlwürfe verursacht, wenn Weiß- oder Braunglasfraktionen zu Grünglas verarbeitet werden müssen.[92]
Siehe auch
Literatur
- Thomas Amberger: Billiger leben. Nebenkosten senken. Energie sparen. Schulden abbauen. Die besten Spartipps mit Infolinks. Kintzel, Aßling 2006, ISBN 978-3-9806966-2-3.
- Ingo Gabriel, Heinz Ladener (Hrsg.): Vom Altbau zum Effizienzhaus: Modernisieren und energetisch sanieren, Planung, Baupraxis, KfW-Standards, EnEV 2014/2016. 13., verb. Auflage. Ökobuch Verlag, Staufen im Breisgau 2018, ISBN 978-3-936896-75-6.
- Sophie Gerber: Küche, Kühlschrank, Kilowatt: Zur Geschichte des privaten Energiekonsums in Deutschland, 1945–1990. transcript, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8376-2867-8.
- Nicole Hesse, Christian Zumbrägel: Wie neu ist Energiesuffizienz? Eine Spurensuche in der Geschichte des Energiesparens. In: TATuP – Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis. (ISSN 2568-020X) Bd. 31, H. 2 (2022), S. 56–63.
- Christian Pöhn, Anton Pech: Bauphysik. Erweiterung 1: Energieeinsparung und Wärmeschutz, Energieausweis – Gesamtenergieeffizienz. (= Baukonstruktionen; Bd. 1/1) / Anton Pech (Hrsg.). 3., aktualis. Auflage. Birkhäuser Verlag, Basel 2018, ISBN 978-3-0356-1420-6.
- Andreas Schlumberger: 50 Einfache Dinge, die Sie tun können, um die Welt zu retten. Und wie Sie dabei Geld sparen. Neuausgabe, Westend, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-86489-041-3.
Weblinks
- Energiesparen im Haushalt: 9 Tipps mit schneller Wirkung. co2online.de, abgerufen am 28. Februar 2026.
- 11 Spritspartipps. Verkehrsclub Deutschland, 12. Oktober 2009, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 28. Februar 2026.
- Stiftung Warentest: Strom sparen: Lernen von den Profis, test.de vom 30. Januar 2014, abgerufen am 2. März 2015