Englische Frauen-Cricket-Nationalmannschaft

Frauen-Nationalmannschaft von England und Wales From Wikipedia, the free encyclopedia

Die englische Frauen-Cricket-Nationalmannschaft (englisch England women's cricket team, abgekürzt England Women oder England W) vertritt England und Wales als Frauen-Nationalmannschaft auf internationaler Ebene in der Sportart Cricket. Sie ist Vollmitglied im International Cricket Council (ICC) und damit berechtigt WTests gegen andere Vollmitglieder auszutragen. Das Team wird vom Verband England and Wales Cricket Board (ECB) geleitet und bestritt im Jahr 1934 ihren ersten WTest.

WTest-Status
erhalten
1934
Erstes WTest-
Match
Australien Australien in Brisbane, Dezember 1934
Erstes WODIInternational XI in Hove, 23. Juni 1973
Erstes WT20INeuseeland Neuseeland in Hove, 5. August 2004
Schnelle Fakten WTest-Status erhalten, Erstes WTest- Match ...
Englische Frauen-Cricket-Nationalmannschaft
WTest-Status
erhalten
1934
Erstes WTest-
Match
Australien Australien in Brisbane, Dezember 1934
Erstes WODI International XI in Hove, 23. Juni 1973
Erstes WT20I Neuseeland Neuseeland in Hove, 5. August 2004
Kapitänin Heather Knight (WTest), Natalie Sciver-Brunt (WODI), Tammy Beaumont (WTwenty20)
Coach EnglandEngland Charlotte Edwards
Offizielles ICC WODI-Ranking 2 von 16[1]
Offizielles ICC WT20I-Ranking 2 von 79[1]
Women’s World-Cup-Teilnahmen 13/13
Erster Women’s World-Cup 1973
Bester Women’s World Cup Sieger (1973, 1993, 2009, 2017)
WT20-World-Cup-Teilnahmen 9/9
Erster WT20 World Cup 2009
Bester WT20 World Cup Sieger (2009)
Stand von 31. Oktober 2025
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England bestritt im Dezember 1934 gegen Australien den ersten WTest in der Geschichte des internationalen Cricket. Wie im Test Cricket der Männer sind das wichtigste Ereignis die Serien gegen Australien, bei der um die bekannteste Trophäe im internationalen Cricket, The Women’s Ashes, gespielt wird. Der Mannschaft gelang es in der Vergangenheit, vier Cricket World Cups (1973, 1993, 2009 und 2017) und ein Mal den T20 World Cup (2009) zu gewinnen. Sechs ehemalige englische Spielerinnen wurden in die ICC Cricket Hall of Fame aufgenommen.

Geschichte

Ursprünge

Cricketspiele zwischen Frauen sind in England seit Mitte des 18. Jahrhunderts dokumentiert, unter anderem 1745 zwischen Bramley Maids und Hambledon Maids in Guildford.[2] Das erste Spiel zwischen Counties fand im Oktober 1811 zwischen Surrey und Hampshire statt.[3] Der erste Cricket-Club für Frauen, White Heather Club, wurde 1887 in Yorkshire gegründet. Im Jahr 1926 wurde die Women’s Cricket Association gegründet, die fortan das Frauen-Cricket in England organisierte.[4]

Vor dem Zweiten Weltkrieg

Englisches Team aus der Tour in Australien 1934/35.

Im Jahr 1934 wurde der englische Verband nach Australien eingeladen, die drei Jahre zuvor ihren eigenen Cricket-Verband gegründet hatten. Die teilnehmenden Frauen mussten Kosten von 80 GBP für die sechsmonatige Tour selbst aufbringen. Auch durften keine verheirateten Frauen an der Tour teilnehmen, da es für sie nicht angebracht erschien so lange von zu Hause fernzubleiben. Das Team brach im Oktober 1934 zur Schiffsreise auf und spielte seinen ersten WTest ab dem 28. Dezember 1934 gegen Australien, den sie mit 9 Wickets gewannen. Herausragende Spielerin war Myrtle Maclagan, die im zweiten Spiel mit 119 Runs auch den ersten Century für England erzielte. Die Drei-Spiele-Serie konnten sie dann mit 2–0 für sich entscheiden und auch der WTest in Neuseeland konnte gewonnen werden.[5][6]

Im Sommer 1937 kam Australien nach England und Molly Hide übernahm die Rolle der Kapitänin, die sie bis 1954 behalten sollte.[7][8] Bei der Tour verlor England den ersten WTest, und die Tour endete 1–1 unentschieden.[9] Der Erfolg dieser Touren führte dazu, dass die kommende Tour in Australien im Winter 1939/40 stattfinden sollte und das englische Team hatte schon seine Spielerinnen nominiert, jedoch kam es auf Grund des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges nicht mehr zur Abreise.[5]

Nachkriegsjahre

Die erste Tour nach dem Krieg fand im Winter 1948/49 wieder in Australien und Neuseeland statt und beinhaltete vier Spielerinnen die auch vor dem Krieg schon WTests absolvierten. Auf der im Oktober begonnenen Anreise auf einem überfüllten Ozean-Liner bestritten sie eine Partie gegen eine All Ceylon XI in Colombo und insgesamt bestritten sie auf der Tour neben den vier WTests auch 30 Tour Matches. Neben diesen Spielen hatten die Spielerinnen auch zahlreiche soziale Verpflichtungen, die nach einem Monat reduziert wurden, nachdem sie für das Team zur Belastung wurden. In Australien verlor das Team den ersten WTest und so auch die Serie und die Ashes, während man in Neuseeland den WTest gewinnen konnte. Im Mai kamen sie nach sieben Monaten wieder zurück nach England.[10][11][12]

Nachdem die Ashes 1951 1–1 unentschieden geendet hatte, kam Neuseeland im Sommer 1954 erstmals nach England und man gewann die WTest-Serie 1–0. Erst 1957/58 konnte man wieder eine Tour auf die Südhalbkugel organisieren, wobei keiner der insgesamt sechs WTests in Neuseeland und Australien mit einem Ergebnis endete. In der Saison 1960/61 reiste man erstmals für eine WTest-Serie nach Südafrika und konnte diese 1–0 gewinnen. Im Jahr 1963 konnte man das letzte Spiel der Drei-Spiele-Serie gegen Australien gewinnen, vor allem da Kapitänin Mary Duggan neben einem Century (101* Runs) im ersten Innings insgesamt 7 Wickets (4/42 und 3/40) errang.[13] Damit konnte England erstmals nach dem Krieg die Ashes wieder zurückerobern. Durch ein siegloses unentschieden konnte man diese auch 1968/69 in Australien verteidigen.

Mit dem Women’s Cricket World Cup 1973 wurde die Zeit der Women’s One-Day Internationals eingeläutet. Unter Kapitänin Rachael Heyhoe-Flint konnten sie sich im Finale gegen Australien durchsetzen und so den ersten Weltmeisterschaftstitel erringen.[14][15] In der Folge konnten sie noch einmal die Ashes 1976 gewinnen, bevor eine längere Durststrecke gegen die Australierinnen eintrat. So verlor man gegen sie die nächsten drei World Cups jeweils das Finale (1978, 1982, 1988) und bei den Ashes sollte man sechs Mal an der Rückeroberung scheitern und bis zur Ausgabe 2002/03 sich nur ein Remis sichern (1998). Gegen andere Gegner war das Team erfolgreicher. So endete die WODI-Serie gegen die West Indies 1979 unentschieden und gegen Neuseeland 1984 und Indien 1986 konnte man deutlich gewinnen.

Auf dem Weg zur Professionalisierung

Beim World Cup 1993 auf heimischen Boden konnte man unter Karen Smithies dann gegen Neuseeland wieder den Titel erringen, wodurch das Frauen-Cricket in England viel an Bekanntheit gewann.[16] In der Folge verlor man WODI-Serie in und gegen Indien, sowie gegen Neuseeland und konnte 1997 und 2000 nicht das Finale beim World Cup erreichen. Im Jahr 1998 wechselte die Aufsicht über das Frauen-Cricket von der Women’s Cricket Association zum ECB, was die Organisation deutlich professionalisierte.[17] Dieses änderte auch das Moment als man im Sommer 2002 gegen Indien unter Kapitänin Clare Connor gewann und daran anschließend auch Serien gegen Südafrika (2003, 2003/04 und 2004/05) und Neuseeland (2004) für sich entscheiden konnte. Jedoch scheiterte man erneut beim Women’s Cricket World Cup 2005 im Halbfinale gegen Australien. Im Sommer 2005 konnte man dann erstmals wieder die Ashes gegen Australien gewinnen.[18]

WTest Match im Jahr 2017 im North Sydney Oval.

Im Anschluss daran übernahm Charlotte Edwards die Kapitänsrolle. Unter ihr konnte man den Women’s Cricket World Cup 2009 in Australien gewinnen[19] genauso wie den erstmals ausgetragenen ICC Women’s World Twenty20 2009 auf heimischen Boden. Auch hatte man zuvor die Ashes zwei Mal (2007/08 und 2009) verteidigen können. Diese verlor man jedoch 2010/11 wieder und scheiterte beim World Twenty20 2012 und 2014 gegen Australien jeweils im Finale. Beim Women’s Cricket World Cup 2013 erreichte man den dritten Platz und konnte in der Folge die Ashes 2013 und 2013/14 für sich entscheiden. Ab 2014 folgten dann auch die ersten zentralen Verträge des englischen Verbandes für die Spielerinnen.[20]

Ab 2016 übernahm Heather Knight die Kapitänsrolle. Größter Erfolg war dann zunächst der Gewinn des Women’s Cricket World Cup 2017 als man im Finale gegen Indien gewann.[21] Den ICC Women’s World Twenty20 2018 verlor man im Finale gegen Australien und auch bei den Ashes hatte man seit 2015 das nachsehen gegen sie (2017/18, 2019, 2021/22). Es folgte auch eine Finalniederlage gegen das australische Team beim Women’s Cricket World Cup 2022.[22] Beim ICC Women’s T20 World Cup 2023 scheiterte man dann an Gastgeber Südafrika im Halbfinale.[23] Beim Women’s Cricket World Cup 2025 schieden die Engländerinnen im Halbfinale gegen Südafrika aus.[24]

Organisation

Das England and Wales Cricket Board (ECB) ist verantwortlich für die Organisation des Cricket in England und Wales sowie die englische Cricket-Nationalmannschaft. Das ECB wurde am 1. Januar 1997 gegründet und vertritt England und Wales beim International Cricket Council (ICC).[25] Das ECB ist bei der Nationalmannschaft neben der Aufstellung des Teams verantwortlich für den Kartenverkauf, der Gewinnung von Sponsoren und der Vermarktung der Medienrechte. Der Verband ist außerdem verantwortlich für die Durchführung von WTest-, WODI- und WTwenty20-Serien gegen andere Nationalmannschaften sowie die Organisation von Heimspielen und -turnieren.

Kinder und Jugendliche werden bereits in der Schule an den Cricketsport herangeführt und je nach Interesse und Talent beginnt dann die Ausbildung. Wie andere Cricketnationen verfügt England über eine U-19-Nationalmannschaft, die an der entsprechenden Weltmeisterschaft teilnimmt.[26]

Spielerinnen

Bekannte Spielerinnen

Charlotte Edwards (2009)

Sechs ehemalige englische Spielerinnen wurden aufgrund ihrer herausragenden Leistungen in die ICC Cricket Hall of Fame aufgenommen:[27]

Weitere Informationen Spielerin, Position ...
SpielerinPositionAufnahme
Rachael Heyhoe FlintBatter2010
Enid BakewellAll-rounder2012
Claire TaylorWicket-Keeper-Batter2018
Jan BrittinAll-rounder2021
Charlotte EdwardsBatter2022
Sarah TaylorWicket-Keeper-Batter2025
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Spielerstatistiken

Insgesamt haben für England 170 Spielerinnen WTests, 153 Spielerinnen WODIs und 68 Spielerinnen WTwenty20s gespielt. Im Folgenden sind die Spielerinnen aufgeführt, die für die englische Mannschaft die meisten Runs und Wickets erzielt haben.

Runs

Weitere Informationen WTest, WODI ...
WTest WODI WTwenty20
Spielerin Zeitraum WTests Runs Spielerin Zeitraum WODIs Runs Spielerin Zeitraum WTwenty20 Runs
Janette Brittin 1979–1998 27 1.935 Charlotte Edwards 1997–2016 191 5.992 Danni Wyatt-Hodge 2010–heute 178 3.335
Charlotte Edwards 1996–2015 23 1.676 Tammy Beaumont 2009–heute 140 4.738 Natalie Sciver-Brunt 2013–heute 137 2.960
Rachael Heyhoe Flint 1960–1979 22 1.594 Natalie Sciver-Brunt 2013–heute 129 4.354 Charlotte Edwards 2004–2016 095 2.605
Carole Hodges 1984–1992 18 1.164 Heather Knight 2010–heute 157 4.325 Heather Knight 2010–heute 132 2.331
Enid Bakewell 1968–1979 12 1.078 Sarah Taylor 1998–2011 126 4.101 Sarah Taylor 2006–2019 090 2.177
Stand: 31. Oktober 2025[28] Stand: 31. Oktober 2025[29] Stand: 31. Oktober 2025[30]
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Wickets

Weitere Informationen WTest, WODI ...
WTest WODI WTwenty20
Spielerin Zeitraum WTests Wickets Spielerin Zeitraum WODIs Wickets Spielerin Zeitraum WTwenty20 Wickets
Mary Duggan 1949–1963 17 77 Katherine Sciver-Brunt 2005–2022 141 170 Sophie Ecclestone 2016–heute 101 142
Myrtle Maclagan 1934–1951 14 60 Sophie Ecclestone 2016–heute 082 141 Katherine Sciver-Brunt 2005–2023 112 114
Katherine Sciver-Brunt 2004–2022 14 51 Jenny Gunn 2004–2019 144 136 Anya Shrubsole 2008–2020 079 102
Enid Bakewell 1968–1979 12 50 Laura Marsh 2006–2019 103 129 Natalie Sciver-Brunt 2013–heute 137 090
Gillian McConway 1984–1987 14 40 Anya Shrubsole 2008–2022 086 106 Sarah Glenn 2019–heute 073 089
Stand: 31. Oktober 2025[31] Stand: 31. Oktober 2025[32] Stand: 31. Oktober 2025[33]
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Mannschaftskapitäninnen

Bisher hat insgesamt 15 Spielerinnen als Kapitänin für England bei einem WTest fungiert, 19 für ein WODI und zehn für ein WTwenty20.[34]

Weitere Informationen WTest, WODI ...
WTest[35] WODI[36] WTwenty20[37]
Nr.NameZeitraumNameZeitraumNameZeitraum
1 Betty Archdale 1934–1935 Rachael Heyhoe-Flint 1973–1976 Clare Connor 2004–2005
2 Molly Hide 1937–1954 Mary Pilling 1977–1978 Charlotte Edwards 2006–2016
3 Myrtle Maclagan 1951 Susan Goatman 1979–1982 Nicky Shaw 2007
4 Mary Duggan 1957–1963 Jan Southgate 1984–1985 Jenny Gunn 2010–2013
5 Cecilia Robinson 1957–1958 Carole Hodges 1986–1987 Heather Knight 2016–2025
6 Helen Sharpe 1960–1961 Jane Powell 1988–1990 Danielle Hazell 2018
7 Rachael Heyhoe-Flint 1966–1976 Karen Smithies 1990–2000 Natalie Sciver-Brunt 2021–2025
8 Susan Goatman 1979 Helen Plimmer 1991–1992 Amy Jones 2022
9 Jan Southgate 1984–1985 Ella Donnison 1999 Kate Cross 2024
10 Carole Hodges 1986–1987 Clare Connor 2000–2005 Tammy Beaumont 2025–heute
11 Helen Plimmer 1991–1992 Aran Brindle 2001
12 Karen Smithies 1995–1999 Charlotte Edwards 2005–2016
13 Clare Connor 2001–2005 Nicky Shaw 2007–2010
14 Charlotte Edwards 2005–2015 Heather Knight 2016–2025
15 Heather Knight 2017–heute Danielle Hazell 2016
16 Anya Shrubsole 2018
17 Natalie Sciver-Brunt 2018–heute
18 Kate Cross 2024
19 Amy Jones 2022
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Bilanz

Die Mannschaft hat die folgenden Bilanzen gegen die anderen Vollmitglieder des ICC im WTest-, WODI- und WTwenty20-Cricket (Stand: 31. Oktober 2025).

Weitere Informationen Gegner, WTests ...
Gegner WTests[38] WODIs[39] WTwenty20s[40]
Sp. S U N R Sp. S U N NR Sp. S U N NR
Australien Australien539014309024162345202221
Bangladesch Bangladesch000002200044000
Indien Indien15103118042036235240110
Irland Irland00000201802043010
Neuseeland Neuseeland2360017864713714032080
Pakistan Pakistan0000016130031817010
Sri Lanka Sri Lanka0000021180121210020
Südafrika Südafrika83050483601112823041
West Indies Women‘s Cricket Team West Indies3200129210623222190
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Internationale Turniere

Women’s Cricket World Cup

Women’s T20 World Cup

Einzelnachweise

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