Environmental stewardship
Kernprinzip der Sozialökologie
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Environmental stewardship (deutsch verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt; kurz: Umweltverantwortung; auch planetary stewardship; deutsch planetarische Verantwortung) bezeichnet die verantwortungsvolle Nutzung und den Schutz der natürlichen Umwelt durch aktive Beteiligung an erhaltenden und nachhaltigen Praktiken seitens Einzelpersonen, kleinen Gruppen, Nichtregierungsorganisation, Bundesbehörden und anderen Netzwerken. Aldo Leopold (1887–1948) setzte sich in seiner Landethik für die Umweltverantwortung ein und untersuchte die ethischen Implikationen des "Umgangs des Menschen mit dem Land und den darauf wachsenden Tieren und Pflanzen."[1]
Resilienzbasierte Ökosystemverwaltung
Resilienzorientiertes Ökosystemmanagement betont Resilienz als integralen Bestandteil der Reaktion auf und Interaktion mit der Umwelt in einer sich ständig verändernden Welt. Resilienz bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, sich von Störungen zu erholen und zu seiner grundlegenden Funktion und Struktur zurückzukehren. Ökosysteme dienen beispielsweise nicht als einzelne Ressourcen, sondern sind funktionsabhängig und erbringen eine Vielzahl von Ökosystemleistungen. Darüber hinaus erkennt diese Art des Managements Ressourcenmanager und Managementsysteme als einflussreiche und informierte Akteure in den natürlichen Systemen an, die vom Menschen genutzt werden.
Sozialwissenschaftliche Implikationen
Studien haben die Vorteile von Umweltverantwortung in verschiedenen Kontexten untersucht, darunter Evaluierung, Modellierung und Integration in Politik, Systemmanagement und Stadtplanung. Eine Studie untersuchte, wie soziale Aspekte von Umweltverantwortung genutzt werden können, um lokale Naturschutzbemühungen neu auszurichten.[2] Die Bedeutung sozialer Aspekte für den Umweltverantwortung wird durch die Bemühungen der National Recreation and Park Association hervorgehoben, die Umweltverantwortung in den Mittelpunkt der kindlichen Entwicklung und des Naturbewusstseins von Jugendlichen stellt.[3] Umweltverantwortung wird zudem als wirksame Methode zur Behandlung psychischer Erkrankungen und als natürliche Therapieform angesehen.[4]
Aufgaben der Umweltschützer
Auf Grundlage der Prinzipien der organisationalen Stewardship-Theorie lassen sich Umweltschützer (englisch Environmental stewards) in drei Rollen einteilen: Aktive, Spender und Praktiker.
Aktive engagieren sich aktiv im Umweltschutz, beispielsweise durch ehrenamtliche Mitarbeit bei der Beseitigung von Ölverschmutzungen. Spender unterstützen Projekte finanziell oder durch Sachspenden, darunter Fundraising oder private Spenden. Praktiker arbeiten täglich im Bereich des Umweltschutzes und setzen sich in Zusammenarbeit mit verschiedenen Umweltorganisationen und -gruppen für die Belange der Umwelt ein. Alle drei Rollen tragen dazu bei, das Umweltbewusstsein (englisch environmental literacy) zu fördern und die Beteiligung an Naturschutzmaßnahmen zu stärken.[5]
Aus einer biokulturellen Naturschutzperspektive schlagen Ricardo Rozzi und seine Mitarbeiter partizipative interkulturelle Ansätze für den weltweiten Umweltschutz (englisch Earth stewardship) vor.[6] Diese Perspektive betont die Rolle langfristiger sozioökologischer Forschungsprojekte (LTSER) bei der Koordination lokaler Initiativen mit globalen Netzwerken und der Implementierung kulturell vielfältiger Formen des weltweiten Umweltschutzes.[7]
Beispiele
Zahlreiche Programme, Partnerschaften und Förderinitiativen haben versucht, Umweltschutz in die Funktionsweise Gesellschaft zu integrieren. Das Pesticide Environmental Stewardship Program (PESP),[8] ein von der US-Umweltschutzbehörde (EPA) betreutes Partnerschaftsprogramm, bietet Anwendern von Pestiziden Beratung an, um den Einsatz gefährlicher Chemikalien zu reduzieren und die schädlichen Auswirkungen dieser Chemikalien auf die soziale und ökologische Gesundheit zu ermitteln.
Im Jahr 2006 stellte England den verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt in den Mittelpunkt eines Anreizsystems für die Landwirtschaft, um Viehhalter zu einem besseren Management ihrer Flächen, Anbauprodukte, Tiere und ihres Materialeinsatzes zu bewegen.[9] Im Rahmen dieser Initiative wurde der Environmental Stewardship Award ins Leben gerufen, um Mitglieder auszuzeichnen, deren Handeln beispielhaft für Umweltschutz steht.[10]
Siehe auch
- Commons: Environmental stewardship – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
- Green Responsibility - Ökologische Verantwortung
- Ökotheologie – Theologische Reflexion über die Umwelt
- Umweltschutz – Praxis des Schutzes der natürlichen Umwelt