Epstein didn’t kill himself

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Der Satz Epstein didn’t kill himself (englisch für „Epstein hat sich nicht selbst getötet“) steht für die These, der US-amerikanische Finanzier und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein habe nicht wie offiziell dargestellt Suizid begangen, sondern sei in seiner Gefängniszelle ermordet worden, um seine Aussagen vor Gericht zu verhindern. Die teilweise als Verschwörungstheorie angesehene Behauptung verbreitete sich schnell in den sozialen Medien und gilt als Internetphänomen.

Graffito an einer Überführung der Interstate 71N in Cincinnati, Ohio (2019)

Hintergrund

Am 10. August 2019 wurde der US-amerikanische Finanzier und verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein tot in seiner Gefängniszelle im Metropolitan Correctional Center aufgefunden. Dort wartete er auf den Prozess bezüglich neuer Anklagen wegen Menschenhandels. Laut der offiziellen Erklärung der Rechtsabteilung des Federal Bureau of Prisons „wurde er zur Behandlung lebensbedrohlicher Verletzungen in ein örtliches Krankenhaus gebracht und anschließend vom Krankenhauspersonal für tot erklärt“.[1] Eine New Yorker Gerichtsmedizinerin stufte Epsteins Tod als Suizid ein.[2]

Die Anwälte von Epstein fochten diese Schlussfolgerung an und leiteten eigene Ermittlungen ein.[3] Epsteins Bruder Mark beauftragte den Pathologen Michael Baden mit der Überwachung der Obduktion. Ende Oktober gab Baden bekannt, dass die Ergebnisse seiner Meinung nach eher auf eine fremdverschuldete Strangulation als auf Suizid hindeuten würden.[4] Sowohl das FBI als auch der Generalinspekteur des US-Justizministeriums untersuchten die Umstände seines Todes. Die diensthabenden Wächter wurden später wegen Verschwörung und Aktenfälschung angeklagt.[5]

Wegen der Verstöße der Wärter gegen die Aufsichtspflicht in der Nacht seines Todes,[6][7] der angeblich versehentlichen Löschung des Überwachungsvideos von Epsteins erstem Suizidversuch im Juli 2019 und des Umstandes, dass die Sicherung dieser Aufnahme durch einen technischen Fehler nicht mehr abrufbar sei,[8] in Verbindung mit Epsteins behauptetem kompromittierendem Wissen über einflussreiche Persönlichkeiten entstanden Zweifel daran, dass er sich selbst getötet habe.[9][10][11]

Die New York Times wertete zweitausend bislang unbekannte Dokumente aus und zeichnete in einem im November 2021 erschienenen Bericht die letzten 36 Tage von Epstein nach. Darin kamen sie zum Ergebnis, dass Epstein ein Manipulator war, der dem Gefängnispersonal und allen Experten vortäuschte, dass er nicht vorhabe, sich umzubringen. Nur weil er seine Rolle so perfekt spielte, sei es zu den entscheidenden Fehlern und Überwachungslücken gekommen, die ihm den Suizid ermöglichten. Auch soll er bereits vier Wochen vor seinem Tod einen Suizidversuch unternommen haben.[12][13] Eine Untersuchungskommission des Justizministeriums stellte im Juni 2023 fest, dass der Selbstmord auf „eine Kombination von Nachlässigkeit, Fehlverhalten und komplettem Versagen am Arbeitsplatz“ zurückzuführen sei.[14] Inzwischen wurde das Gefängnis geschlossen. Der Bericht bestätigte frühere Untersuchungen, dass es sich um einen Tod ohne Fremdeinwirkung gehandelt habe.[15]

Für die New York Post verfasste ein Gremium aus sechs erfahrenen Gerichtsmedizinern im Jahr 2024 einen Bericht über die Autopsie, Tatortfotos und alle verfügbaren Informationen. Vier der sechs Mitglieder kamen zu dem Schluss, dass sie diesen Fall als Selbstmord eingestuft hätten, während zwei sagten, dass sie den Fall aufgrund des überprüften Materials als unklar eingestuft hätten. Für das Gremium blieben viele offene Fragen, beispielsweise warum in Epsteins Zelle keine Tests auf Gift oder DNA gemacht wurden. Die Entscheidung wurde durch das Fehlen wichtiger Beweise wie Fotos von Epsteins Leiche, wie sie gefunden wurde, erschwert.[16]

Im Zuge der Veröffentlichungen der Epstein-Akten im Januar 2026 wurden bisher nicht bekannte Fotos als Teil eines freigegebenen FBI-Berichts über Epsteins Tod sowie der Obduktion und internen Gefängnisdokumenten veröffentlicht. Die Fotos zeigen unter anderem Epsteins Leichnam und seine Halsverletzungen. Die Dokumente enthalten auch Details zur Obduktion von Epstein und einen psychologischen Bericht über seinen psychischen Gesundheitszustand in den Tagen vor seinem Tod.[17]

Überblick

Die zentrale Idee des Memes ist es, den Satz „Epstein didn’t kill himself“ in unerwarteten Zusammenhängen zu zitieren.[18][19] Der Satz tauchte auf Schildern und bemalten Körpern bei Fernseh-Sportübertragungen auf.[9][20][21] Mehrere Personen fügten den Satz ohne offensichtlichen Zusammenhang am Ende von Interviews ein.[18][22] Ricky Gervais erwähnte die Hypothese während seiner Eröffnungsrede der Golden Globe Awards 2020.[23] Es wird auf allen Seiten des politischen Spektrums verwendet, ohne dass sich die Verwender über die Einzelheiten von Epsteins Tod einig wären.[21][24][25] Verschwörungstheoretiker sehen insbesondere Donald Trump und Bill Clinton als Hintermänner für Epsteins Tod, ohne dass es stichhaltige Hinweise für deren Beteiligung gibt.[26]

Literatur

Commons: Epstein didn’t kill himself – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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