Erdafitinib

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Erdafitinib, vertrieben unter dem Markennamen Balversa, ist ein Wirkstoff zur Behandlung von Krebs. Es handelt sich um einen niedermolekularen Inhibitor der Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptoren (FGFR), der zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt wird. FGFRs sind eine Untergruppe der Tyrosinkinasen, die in einigen Tumoren fehlreguliert sind und die Zelldifferenzierung, Proliferation, Angiogenese sowie das Zellüberleben beeinflussen.[2][3] Er wird zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Urothelkarzinom eingesetzt.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Erdafitinib
Allgemeines
Freiname Erdafitinib
Andere Namen

N-(3,5-Dimethoxyphenyl)-N′-isopropyl-N-[3-(1-methyl-1H-pyrazol-4-yl)-6-chinoxalinyl]-1,2-ethandiamin

Summenformel C25H30NO2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1346242-81-6
EG-Nummer (Listennummer) 807-395-6
ECHA-InfoCard 100.235.008
PubChem 67462786
ChemSpider 35308353
DrugBank DB12147
Wikidata Q27077213
Arzneistoffangaben
ATC-Code

L01EN01

Wirkstoffklasse

Antineoplastika

Eigenschaften
Molare Masse 446,56 g·mol−1
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302317318361372413
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Die Verabreichung erfolgt oral (Einnahme).

Entwicklung und Zulassung

Der Wirkstoff wurde von Astex Pharmaceuticals entwickelt, erstmals im Jahr 2010 zum Patent angemeldet[4] und zur Weiterentwicklung an Janssen Pharmaceuticals lizenziert.[2] Er wurde in der EU im August 2024 zugelassen.[5] In den USA ist das Arzneimittel seit 2019 mittels eines beschleunigten Verfahrens zugelassen.[6] Das zugelassene Anwendungsgebiet für Erdafitinib ist die Behandlung erwachsener Patienten mit nicht resezierbarem (d. h. nicht operablem) oder metastasiertem Urothelkarzinom mit einer bestimmten genetischen Veränderungen des Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptors-3 (FGFR3), die zuvor mindestens eine Therapielinie mit einem PD-1- oder PD-L1-Inhibitor erhalten haben. Voraussetzung ist ferner eine mit einem geeigneten In-vitro-Diagnostikum (IVD) bestätigte FGFR3-Veränderung.[7] Die Zulassung basiert auf Ergebnissen einer Phase-3-Studie, in der Erdafitinib (n=136) im Vergleich zur Chemotherapie (Docetaxel oder Vinflunin, n=130) eine Verbesserung des medianen Gesamtüberlebens (=primärer Endpunkt), des medianen progressionsfreien Überlebens (Progression-Free Survival, PFS) und der Gesamtansprechrate (Objective Response Rate, ORR) zeigte.[8]

Eigenschaften

Der Wirkstoff ist ein nicht hygroskopisches kristallines gelbes Pulver, das in wässrigen Medien über einen breiten pH-Wertbereich schwer löslich bis praktisch unlöslich oder unlöslich ist. Aufgrund der sehr niedrigen klinischen Dosis wurde es trotz der schlechten Löslichkeit in die BCS-Klasse 1 eingestuft.[8]

Einzelnachweise

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