Erdbeben in Venezuela 2026
Erdbeben 2026
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Die Erdbeben in Venezuela 2026 ereigneten sich am 24. Juni 2026. Mindestens 6.301 Menschen kamen dabei ums Leben; 10.–50.000 werden vermisst. Nach der Zahl der Todesopfer waren es damit die schwersten Erdbeben in Venezuela seit mindestens 150 Jahren.
| Erdbeben in Venezuela 2026 | ||
|---|---|---|
| Uhrzeit | 18:04:33, 18:05:11 (UTC-4) | |
| Intensität | MMI IX | |
| Magnitude | 7,2; 7,5 MW | |
| Epizentrum | 10° 26′ 6″ N, 68° 28′ 19″ W | |
| Land | Venezuela | |
Das erste Beben mit einer Momenten-Magnitude MW=7,2 hatte sein Hypozentrum unterhalb des Dorfes El Guayabo im Bundesstaat Yaracuy, 30 Kilometer westlich von Morón, in einer Tiefe von 20 Kilometern. Es ereignete sich um 18:04 Uhr Ortszeit (UTC−4) und wurde als Vorbeben eingestuft. 40 Sekunden später folgte ein zweites Beben der Magnitude MW=7,5, dessen Epizentrum sechs Kilometer weiter östlich lag.[1] Dieses war das stärkste Erdbeben in Venezuela seit dem Jahr 1900 nach der Momenten-Magnitude.
Tektonische Situation
Die Beben breiteten sich vor allem an der 500 Kilometer langen, west-östlichen Boconó-Verwerfung (spanisch falla de Boconó) aus, wo die Karibische Platte und die Südamerikanische Platte aneinanderstoßen.[2]
Opfer und Schäden
Mindestens 6.301 Menschen starben[3], 16.740 wurden verletzt.[4] Mit Stand vom 13. Juli werden 10.000[5] bis 50.000 Menschen vermisst. Zudem wurden über 17.900 obdachlos.[6]
Die Beben verursachten erhebliche Schäden, bis in die 170 Kilometer östlich des Epizentrums gelegene Hauptstadt Caracas. Die nördlich von Caracas gelegene Hafenstadt La Guaira wurde besonders stark getroffen.[7]
Hilfsmaßnahmen
Bis zum 28. Juni waren laut venezolanischem Außenministerium 1.600 Rettungskräfte aus dem Ausland eingetroffen. Die Regierung stellte den Bundesstaat La Guaira (ehemals Vargas) unter Kontrolle des Militärs und ließ den Zugang zur Region sperren.[7]
Nach dem Erdbeben wurde internationale humanitäre Hilfe mobilisiert. Zur Unterstützung der betroffenen Bevölkerung richteten die Bundeswehr in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt eine Luftbrücke für den Transport von Hilfsgütern und Einsatzkräften ein.
Aus Deutschland beteiligte sich das Technische Hilfswerk (THW) an den internationalen Hilfsmaßnahmen. Zum Einsatz gehörten unter anderem Fachkräfte für Logistik und Infrastruktur sowie Material zur Unterstützung der Nothilfe. Die nichtstaatliche Hilfsorganisation @fire – Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e. V. entsandte ein Light-USAR-Team (Urban Search and Rescue). Das Team führte nach den Richtlinien der International Search and Rescue Advisory Group (INSARAG) systematische Erkundungs-, Such- und Ortungsmaßnahmen in den besonders betroffenen Gebieten durch und arbeitete dabei eng mit internationalen Partnern zusammen.
Die Johanniter-Unfall-Hilfe entsandte zudem ein nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziertes Emergency Medical Team (EMT), das die medizinische Notfallversorgung der betroffenen Bevölkerung unterstützte. Die Teams arbeiteten in Abstimmung mit den venezolanischen Behörden sowie internationalen Koordinierungsmechanismen. Weitere Organisationen, wie u. a. humedica und Malteser Hilfsdienst, leisteten ebenfalls Soforthilfe.
