Erdbebenschatten

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Unter Erdbebenschatten versteht man eine radialsymmetrische Zone der Oberfläche der kugelförmigen Erde um das Epizentrum des Erdbebens, in welcher ein aufgetretenes Erdbeben nicht wahrgenommen wird. Der Erdbebenschatten ergibt sich als abnormer, nichtlinearer Effekt der gekrümmten Erdbebenwellenformationen infolge unterschiedlicher Brechungsindices der konzentrischen Erdzonen bedingt wiederum durch die unterschiedlichen Ausbreitungsgeschwindigkeiten der Erdbebenwellen durch unterschiedliche Dichte.[1] Im Nachfolgenden wird der Erdbebenschatten einschließlich der gekrümmten Erdbebenwellenformationen an einem zweidimensionalen Modell begründet.

Die Ausbreitungsmuster seismischer Wellen durchdringen den Erdmantel und den Erdkern. S-Wellen können den flüssigen äußeren Kern nicht durchdringen und hinterlassen daher einen Schatten auf der Erdrückseite. P-Wellen hingegen durchdrin-gen den Kern, werden aber durch die P-Wellenbrechung von den Schattenzonen weggelenkt.

Zur Erklärung und Simulation dieser Phänomene gibt es ein komplexes, dreidimensionales, radialsymmetrisches Modell. Da der Regenbogen mittels eines flächigen, zweidimensionalen radialsymmetrisches Modells des kugelförmigen Regentropfens nachgebildet und simuliert werden kann, liegt es nahe, dieses einfache Modell auf die Ausbreitung der Erdbebenwellen zu übertragen mit der Absicht, insbesondere das Phänomen des Erdbebenschattens erklären zu können. Diese Absicht wird nachfolgend bestätigt sogleich mit dem Nebeneffekt der Erklärung der gekrümmten Wellenformationen. Mehrfachreflexionen werden ausgeschlossen, dabei sind die Mehrfachbrechungen wesentlich im Gegensatz zu den Strahlmustern im Regentropfen. Die Berechnungen erfolgen nach den Gesetzen der Strahlenoptik mittels Excel und Geogebra. Bei der abstrakten Modellierung sind zwei Fakten zu unterscheiden: der Erdkörper bestehend aus drei konzentrischen, schalenförmigen Zonen (fest – flüssig – fest) mit unterschiedlichen, konstanten Brechungsindice und die Einzelschale mit kontinuierlich abnehmendem Brechungsindex. Letzteres bildet auch die Grundlage für erste Berechnungen. Der Brechungsindex in der mittleren flüssigen Schale in einem 3-Schalenmodell fest-flüssig-fest ist höher als jene Brechungsindices in den beiden benachbarten festen Schalen infolge der geringeren seismischen Wellengeschwindigkeit gegenüber den benachbarten festen Schalen. Im 3-Schalenmodell werden konstante Brechungsindices in den einzelnen Schalen angenommen. Für die beiden festen Schalen wird ein identischer Brechungsindex angenommen. Die Zahlwerte sind den Verhältnissen der Erde angepasst.

Der konkreten Behandlung der vorgenannten vereinfachten Annahmen wird die Behandlung der prinzipiellen Wellenfrontmuster in einem flächigen, radialsymmetrischen, mehrschaligen Modell vorangestellt.

Prinzipielle Wellenfrontmuster in einem flächigen, radialsymmetrischen, mehrschaligen Modell

Die prinzipiellen Wellenfrontmuster können an eine 3-schaligen, flächenhaften Modell behandelt werden, wobei die Schalen sich in der Geschwindigkeit der Erdbebenwellen respektive im Brechungsindex unterscheiden. Es werden zwei Muster gefunden: ein Muster mit zwei Brechung an den Diskontinuitäten der Brechungsindices und ein Muster mit Reflexion an denselben. Bei letzterem Muster erfährt die Totalreflexion eine Sonderbehandlung. Innerhalb der einzelnen Schalten ist jedoch der Brechungsindex nicht konstant, sondern kann kontinuierlich zu- oder abnehmen, was an einem vielschaligen Modell demonstriert wird.

Wellenfronten mit zunehmendem und abnehmendem Brechungsindex

Bei nach innen abnehmendem Brechungsindex beginnend beim Epizentrum am Kreisumfang ist der Ausgangswinkel (nachfolgend mit α benannte) gegenüber dem Eingangswinkel (nachfolgend mit ɣ benannt) bezogen auf den Radius größer. Es tritt also in Richtung des Kreismittelpunkts im ersten Quadranten bei jeder Brechung eine Linksdrehung ein bis zur Tangente oder Totalreflexion an der nächsten Diskontinuität. Danach verläuft die Strahl nach außen mit zunehmendem Brechungsindex. Der Ausgangwinkel ist kleiner als der Eingangswinkel, folglich weiterhin in Strahlrichtung eine Linksdrehung. Dieser Fall trifft im 3-Schalenmodell beim Übergang von flüssig nach fest und wieder zurück nach flüssig zu (mittlere – innere Schale). Bei nach innen zunehmendem Brechungsindex beginnend beim Epizentrum am Kreisumfang ist der Ausgangswinkel gegenüber dem Eingangswinkel bezogen auf den Radius kleiner. Es tritt also in Richtung des Kreismittelpunkts im ersten Quadranten bei jeder Brechung eine Rechtsdrehung ein. Nach der Tangierung einer inneren Schale bei Eingangswinkel 90 Grad ist der Ausgangwinkel 90 Grad und der Strahl verläuft nach außen in Richtung abnehmendem Brechungsindex, also ist der Ausgangswinkel größer als der Eingangswinkel. Der Strahlverlauf ist weiterhin rechtsdrehend. Dieser Fall trifft im 3-Schalenmodell beim Übergang von fest nach flüssig und wieder zurück nach fest zu (äußere – mittlere Schale). Die analytische Ableitung zu dieser vorangegangener verbalen Ableitungen folgt. Neben der unsteten, abrupten Änderung des Brechungsindices gibt es die kontinuierlichen Änderung desselben. Dies wird versucht, durch eine zwiebelmusterähnliches Vielfachschalenmodell mit kleinsten Änderungen des Brechungsindices und des Radius anzunähern. Wird die geradlinige Wellenausbreitung mit konstanter Geschwindigkeit der äußersten Schale vom Epizentrum zur Wahrnehmung bei φ für die Laufzeit als Vergleichswert angesetzt, so nimmt die Laufzeit für nach innen zunehmenden Brechungsindex – abnehmender Geschwindigkeit der Erdbebenwellen – gegenüber dem Vergleichswert grundsätzlich zu, für nach innen abnehmendem Brechungsindex – zunehmender Geschwindigkeit – kann sie je nach den Werten zu- oder abnehmen.

Für die zweifach gebrochene Wellenfront tangierend an der zweiten Diskontinuität am Radius r2 gilt:
, Sinussatz
, Winkelsumme im Dreieck
, Snelliussches Brechungsgesetz
, Winkelsumme im Dreieck
Der Wellenfrontverlauf ist symmetrisch zu . Somit ergibt sich für die äußere Wahrnehmung gegenüber dem Epizentrum ein Winkel von

Wird ein Radius r2 wie folgt definiert lässt sich der Term „90 Grad“ umformen in

und der dritte Term in φ(α,i=1) ist mit dem ersten Term regelkonform sowie der zweite mit dem vierten Term.
Der Wellenfrontverlauf in obiger graphischer Darstellung in (x, y)-Modus bezogen auf den Kreismittelpunkt für die 5 Punkte ergibt sich wie folgt:

P0,
P1,
P2,
P3,
P4.

Alle weiteren graphischen Darstellung der Wellenfrontmuster beruhen auf diesem Muster.

Für die zweifach gebrochene und gespiegelte Wellenfront an der zweiten Diskontinuität von n1 zu n2 gilt:
, Sinussatz
, Winkelsumme im Dreieck
und somit für die äußere Wahrnehmung
.
Beide Ergebnisse unterscheiden sich nur in dem dritten Term des rechten Winkels und ɣ1.

Es wird nunmehr die Krümmung der Wellenfrontausbreitung untersucht, wenn in dem Medium der Brechungsindex in Grenzen linear zu- oder abnimmt. Dazu wird dieses globale Medium in viele schmale Schalen ähnlich einer Zwiebel zerlegt. Die Anzahl der Schalen betrage k. Die Änderung des Brechungsindices von Schale zu Schale sei ∆n, jene des Radius ∆r. Der Brechungsindex der i-ten Schale vom Radius r(i) = r(0) - ∆r*i bis r(i+1) betrage n(i) = n(0) - ∆n*i. ∆n ist positiv für nach innen abnehmendem Brechungsindex in Übereinstimmung mit dem nach innen abnehmendem Radius und negativ für zunehmenden Brechungsindex. Das Medium wird in m Teile untergliedert, wobei für einen ungestörten Verlauf der Wellenfront i ≤ m ≤ Minimum von r(0)/∆r und n(0)/∆n sein sollte. Es gelte
∆r = (r0 – r(m))/m, ∆n = (n0 – n(m))/m
und weiterhin mit den Substitutionen
∆r/r0 ≡ R und ∆n/n0 ≡ N
(∆n/n0)/(∆r/r0) Ξ N/R ≡ e unabhängig von k sowie
e ≶ 0 für n(0) ≶ n(m) und r(0) > r(m).
Allgemein gilt im ersteren Fall für die Summe über alle Schalen von k = 0 bis i

Die Parameter α und i sind nicht unabhängig voneinander, wie der elementare Fall für i=2 zeigte. Daher wird der Ausgangswinkel α dahingehend spezifiziert, dass die Wellenfront die i+1-Diskontinuität tangiert. Hierfür gilt dann am obigen Beispiel mit 3 Schalen
und weiter
und für den Ausfallswinkel am Epizentrum

Beispielrechnungen für 4 und weiter Schalen ergeben allgemein

Wenn also α eine Funktion des Schalenindex i ist, so ist i eine Funktion vom Ausfallwinkel α und es ergibt sich für die Schale mit dem minimalen Radius rmin = r(i+1) die quadratische Gleichung für i
.
Auflösung nach i bei negativem p und negativem q ergibt
mit und .
Aus dieser Gleichung leiten sich zwei Bedingungen für die Parameter ab:
Für den Scheibenindex i gilt i ≥ 0 und folglich

Auflösung nach α ergibt

Bei diesem Winkel handelt es sich um Winkel der Tangente an die erste, äußerste Diskontinuität. Für eine Ausfallswinkel von α(i=0) ≤ α ≤ 90 Grad erfolgt keine Brechung.
Weiterhin muss der Wert unter der Wurzel größer gleich Null sein, woraus folgt

Bei dem kleinsten Wert von sin(α) von 0 folgt

und für den Grenzfall R -> 0:
also
Für abnehmendem Brechungsindex mit e ≥ 0 ist diese Bedingung a priori erfüllt, für zunehmenden Brechungsindex bedarf diese Bedingung einer Sonderbehandlung. Der analytische Ausdruck kann nicht einer speziellen Geometrie zugeordnet werden. Variantenrechrechnungen für i=1 haben gezeigt, dass der Einfallswinkel ɣ0 90 Grad nicht über schreiten darf. Es ist das Gegenstück zur Totalreflexion, bei welcher der Ausfallswinkel 90 Grad nicht überschreiten darf. Bisher wurde die Wellenausbreitung von außen nach innen betrachtet. Wird die Richtung vertauscht von innen nach außen handelt es sich um die Totalreflexion, da Einfalls- und Ausfallswinkel damit vertauscht werden. Es gilt also für ɣ0 mit α(i):

Substitution von e und R führt zu

Dabei sollte für alle inneren Einfallswinkel ɣ(k) von k=1 bis i gelten ɣ(i) ≥ ɣ(k). Verfährt man wie eben, ergibt sich
.
Also ist i ≥ k, was vorausgesetzt war.

Aus der Lösung der quadratischen Gleichung für i folgt der minimale Radius rmin = r0 - ∆r*(i+1).
Substitution von α(i) in φ(α,i) ergibt
.
Dabei wurde der Term „90 Grad“ für k = i in Übereinstimmung mit oben wie folgt ersetzt

Die Ergebnisse für abnehmenden und zunehmenden Brechungsindex zeigen nachfolgende Diagramme.

Der abnehmende Brechungsindex trifft vorrangig auf die Verhältnisse im Erdkörper zu, nicht jedoch der zunehmende Brechungsindex. Bemerkenswert ist das nichtlineare Verhalten hierbei, das die Wahrnehmung dem Epizentrum entgegenkommt und damit eine zweifache Wahrnehmung von φ(α) und φ(-α) bzw. von φ(-α) und φ(α) auftritt. Bei φ=180 Grad kommt eine dritte Wahrnehmung hinzu: der ungebrochene Durchlauf bei α=0 Grad. Letzterer erfolgt zeitlich als erstes gefolgt von den zeitgleichen anderen beiden Wellen.

Wahrnehmung φ(i) nach korrekter und näherungsweiser Berechnung für nach innen abnehmendem Brechungsindex

Obige Differenz ist die kleine Differenz zweier großer Werte. Für ∆r und ∆n gegen Null bietet sich die Taylorreihenentwicklung von arcsin an. Es ergibt sich näherungsweise
mit .
Bei großen Schalenindices i respektive geringem Radius rmin bricht die Näherung ab, da ∆r/r(k) mit zunehmendem k also abnehmendem r(k) anwächst im Gegensatz zur Voraussetzung dieser Beziehung.

Wellenfrontmuster im 3-Schalenmodell

Wellenfrontmuster im 3-Schalenmodell

Für den räumlichen Erdkörper wird abstrakt ein flächenhaftes 3-Schalenmodell fest-flüssig-fest angenommen, d. h. kleinerer-größerer-kleinerer Brechungsindex. Es gelten folgende Werte für die Radien r0=3, r1=2 und r3=1 sowie für die Brechungsindices für die äußere Schale (r von 2 bis 3) n0=1, für die mittlere Schalte (r von 1 bis 2) n1=1,5 und für den inneren Kern (r von 0 bis 1) n2≡n0=1. Somit ergeben sich Strahlengänge vom ungebrochenen Strahl bis zum 4-fach gebrochen Strahl. Folgende Varianten sind zu unterscheiden, beginnend mit der abstrakten tangentialen Welle Ausfallswinkel α=90 Grad und endend mit der Welle zum Mittelpunkt α=0 Grad:

Wellenfronten bei 2-fach gebrochener Welle
Wellenfronten bei Totalreflexion
Wellenfronten der 4-fach gebrochenen Welle

Fall 1

Ungebrochene Welle von der Oberflächenwelle bis zur Tangente an der ersten Diskontinuität von n0 zu n1 (α0=90 Grad bis =41,81 Grad; Verlauf nur in der äußeren Schale).

Fall 2

2-fach gebrochene Welle gemäß vorangehendem Abschnitt von der Tangente an der ersten Diskontinuität bis zur Tangente an der zweiten Diskontinuität von n1 zu n3=n0 (von α1=41,81 Grad bis =30,00 Grad; Verlauf in der äußeren und mittleren Schale).

Fall 3

2-fach gebrochenen Welle mit Totalreflexion gemäß vorangehendem Abschnitt von der Tangente an der zweiten Diskontinuität bis zum dortigen Ausfallswinkel von 90 Grad infolge n2≡n0 < n1 (von α2=30 Grad bis =19,47 Grad; Verlauf in der äußeren und mittleren Schale wie Fall (2)).

Fall 4

4-fach gebrochene Welle vom Ende der Totalreflexion bis zum Durchmesser (von α3=19,47 Grad bis α4=0 Grad; Verlauf in allen drei Schalen).

Die 4 Fälle sind mit abnehmendem α aufgelistet, die Wahrnehmung φ an der Oberfläche nach Durchdringung der unterschiedlichen Schalen geht damit nicht konform. Die Wellenfrontmuster sind symmetrisch bezüglich φ/2. Für obige Fälle ergeben sich folgende Bereiche der Wahrnehmung ergänzt um deren Eigenschaften. Zu diesen gehört die Strahldichte S, die Lauflänge und die Laufzeit als Indikatoren der Erdbebenstärke. Unter der Strahldichte wird das Quadrat der Winkeldifferenz ausgesendeter Strahlen bezogen auf die dazugehörige Winkeldifferenz wahrgenommener Strahlen verstanden:
.
Die detaillierte Behandlung oben genannter Fälle ergibt insbesondere für den Winkel φ und die Strahlstärke S(α) in Abhängigkeit vom Ausfallswinkel α folgende Ergebnisse:

Fall 1


d. h. φ(α=90 Grad)=0 bis φ(α1=41,81 Grad)=96,38 Grad (rechtsläufig), S = 1/4 über den gesamten Bereich,
Strahllänge .

Fall 2


d. h. φ(α1=41,81 Grad)=81,86 Grad bis φ(α2=30 Grad)=168,98 Grad. Zum besseren Verständnis wird der Kernbereich (r2=1) ausgeblendet. :Der Ausgangswinkelbereich von α1=41,81 Grad bis 0 Grad ergibt einen verdichteten Wahrnehmungsbereich von 157,16 Grad bis 180 Grad, also eine durchschnittliche Strahldichte von etwa 2. Die Summe der Strahlen in diesem Falle wirkt wie eine Sammellinse. Für dieses Strahlenmuster gibt es noch eine Besonderheit. Mit abnehmendem α ist φ zunächst linksläufig im Gegensatz zu Fall (1), erreicht ein Minimum bei φ(αmin=30,603 Grad)=157,16 Grad und ist danach wieder rechtsläufig. Für ein und denselben Winkel φ gibt es nach dem Minimum zwei zeitlich getrennte Wahrnehmungen, die im Minimum auf eine starke Wahrnehmung sich vereinigen. Dadurch ist die Strahldichte in diesem hypothetischen Modell unendlich. Z. B. gilt:
Weitere Informationen φ, α ...
φαStrahllängeStrahldichte
170 Grad10,20 Grad5,9861,14
40,16 Grad6,6290,025
157,16 Grad Minimumαmin=30,60 Grad6,025
Schließen

Fall 3


d. h. φTR(α2=30 Grad)= 157,16 Grad bis φTR(α3=19,47 Grad)= 65,74 Grad und der Verlauf ist weiterhin rechtsläufig. Bei dem hier gewählten Wert des Radius r2 fällt das Minimum von φ(αmin=30,603 Grad)=157,16 Grad nahezu mit dem Grenzwert von φTR(α2=30 Grad)= 157,16 Grad zusammen. Es ergibt sich gemäß Diagramm eine mittlere Steigung für φ(α) von 8,3, folglich eine mittlere Strahldichte S=0,015. Ein ∆α von etwa 10 Grad wird auf ∆φ von etwa 80 Grad „gestreut“, womit ein erheblicher Energieverlust respektive Amplitudenverlust verbunden ist analog einer Zerstreuungslinse.

Fall 4


d. h. φ(α3=19,47 Grad)=65,74 Grad bis φ(α4=0 Grad)=180 Grad und der Verlauf ist weiterhin rechtsläufig.

Wenn von der geringen Strahlstärke der Fälle (3) und (4) abgesehen wird, verbleiben die zwei wahrnehmbaren Wellenfrontmuster: Fall (1) und Fall (2). Fall (1) wird wahrgenommen von φ=0 Grad bis 96 Grad, Fall (2) von φ=157 Grad (Minimum von φ3) aufwärts. Daraus folgt eine Spalt von φ=96 Grad bis φ=157 Grad, der sogenannte Schatten, wie derselbe real auftritt.[2] Über das Dublett der Wahrnehmungen nach dem Schattenbereich bei größeren Winkeln als φ erfolgt real keine Aussage. Die zweite Wahrnehmung hängt jedoch auch von der Radiusgröße ab.

Minimale Abstände der Wellenfronten vom Zentrum bei gleicher Wahrnehmung φ jedoch unterschiedlichen Brechungsindices.

Für den realen Erdkörper liegt der Beginn des Schattenbereiches bei 103 Grad und es gilt nach obiger Ausführung

Bei gegebenem Radius r0 folgt daraus r1 zu:

Für einen Erdradius von r0=6.371 km folgt daraus ein r1=3.966 km gegenüber der Realität von 2.900 km. Der reale Radius ist durch die Linksdrehung des Strahles infolge des abnehmenden Brechungsindices im äußeren Mantel kleiner, wie nebenstehendes Diagramm zeigt. – Eine einfach analytische Berechnung des Endwinkels des Schattenbereiches von 150 Grad ist infolge der Bestimmung des Maximums einer Reihenentwicklung nicht möglich.

Anmerkungen

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