Erhard Brucker

deutscher Politiker (AfD) From Wikipedia, the free encyclopedia

Erhard Josef Brucker (* 28. Oktober 1972 in Mainburg) ist ein deutscher Politiker und Bundestagsabgeordneter (AfD) des 21. Deutschen Bundestages[1].

Leben

Brucker besuchte das Gabelsberger-Gymnasium Mainburg und schloss es mit dem Abitur ab. Danach leistete er nach eigenen Angaben seinen Wehrdienst beim Panzergrenadierbataillon 112 in Regen und bei der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bad Reichenhall ab.

Nach dem Wehrdienst begann Brucker ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Regensburg. Seitdem gehört er der Burschenschaft Ostmark Breslau zu Regensburg, einer nichtschlagenden und christlichen Studentenverbindung (bis 2019 im Schwarzburgbund), an. Brucker war Inhaber eines Geschäfts für Tauch- und Wassersport in Regensburg. Er arbeitete davor nach eigenen Angaben über 10 Jahre im Ausland.[2]

Brucker ist in zweiter Ehe mit einer Philippinerin verheiratet und lebt im Regensburger Stadtteil Weichs.

Politik

Nach eigenen Angaben war Brucker von 1994 bis 1997 Vorstandsmitglied der Jungen Union Bayern. Bis 2016 gehörte Brucker dem Bundesvorstand der 2016 aufgelösten rechten Kleinpartei „Die Freiheit“ an. Er trat zudem als Redner und Aktivist für Pegida auf und unterstützte die islamfeindliche Bürgerbewegung Pax Europa.

Seit dem Jahr 2018 ist Brucker Mitglied der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Er war Mitglied des bayerischen AfD-Landesvorstands und wurde in einem Artikel des Münchner Merkur als „einer der organisatorischen Ansprechpartner in Bayern für die 2020 vordergründig aufgelöste völkisch-nationalistische und rechtsextreme Plattform ‚Der Flügel‘“ beschrieben[3].

Brucker wurde 2020 in den Regensburger Stadtrat gewählt.[4]

Bundestagsmandat ab 2025

Bei der Bundestagswahl 2025 kandidierte er im Bundestagswahlkreis Passau und zog über Platz 22 der bayerischen AfD-Landesliste in den Bundestag ein.[5] Er ist dort Mitglied im Ausschuss für Tourismus und stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss.[6]

Mitarbeiter

Dem Mitarbeiter im Bundestagsbüro Bruckers, Michael Stürzenberger, wurde aus „sicherheitskritischen Erkenntnissen im Rahmen der notwendigen Zuverlässigkeitsüberprüfung“ der Hausausweis für den Bundestag entzogen, wie die taz im September 2025 berichtet hatte.[7] Neben Stürzenberger erhielten weitere Personen keinen Hausausweis, denn bei allen abgelehnten Antragstellern sei es möglich gewesen, dass das Betreten der Bundestagsgebäude zu verfassungsfeindlichen Zwecken missbraucht werden könnte. Die Ausstellung wäre daher ein Risiko für die Sicherheit und Integrität des Bundestags gewesen.

Kontroversen

Aktivitäten bei Counter-Jihad-Konferenz

2012, weniger als ein Jahr nach dem rechtsterroristischen Anschlag von Anders Breivik in Oslo sowie auf der Insel Utøya, nahm Brucker mit seinem späteren Bundestagsmitarbeiter Michael Stürzenberger an einem Treffen rechter Gruppen in Stockholm teil, der sogenannten „Counter-Jihad-Konferenz“. Sprecher dieser Konferenz war unter anderem Tommy Robinson, Gründer der English Defence League (EDL). Breivik, der im Juli 2011 siebenundsiebzig Menschen tötete und viele weitere Menschen teils schwer verletzt hatte, bezog sich in seinem sogenannten „Manifest“ auf die EDL.

Verfassungsschutzbericht

In einer Urteilsbegründung[8] des Verwaltungsgerichtes München, das die Klage des AfD-Landesverbandes gegen die Beobachtung durch den Bayerischen Verfassungsschutz zurückgewiesen hatte, wurde Brucker mehrfach wörtlich zitiert.[9] Demnach dienen Auftritte und Aussagen Bruckers dem Gericht als wichtiger Beleg dafür, dass das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz die Landespartei weiter als rechtsextremistischen Verdachtsfall beobachten darf. Erwähnt werden beispielsweise gemeinsame Auftritte Bruckers mit Jürgen Elsässer, Compact. Vor allem aber seien es Aussagen, die der sich als „Islamexperte“ bezeichnende Brucker in der Vergangenheit von sich gegeben habe.[10]

Verdacht rassistischer Beleidigung

Im September 2025 soll Brucker am Berliner Hauptbahnhof einen sehbehinderten Mann aus Eritrea in Gegenwart zweier Bundespolizisten rassistisch beleidigt haben. Nach Strafanzeige der Beamten ermittelt der Staatsschutz gegen Brucker, der den Vorfall dementierte.[11]

Einzelnachweise

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