Erhard Klein

deutscher Galerist From Wikipedia, the free encyclopedia

Erhard Klein (* 27. November 1938) ist ein deutscher Galerist sowie Herausgeber von Editionen und Kunstbüchern.

Er gilt als einflussreicher Vermittler zeitgenössischer Kunst und arbeitete mit zahlreichen renommierten Künstlerinnen zusammen, deren Werke heute in bedeutenden Museen der Welt vertreten sind.[1]

Jugend und Ausbildung

Vor seiner Karriere im Kunstbetrieb war Klein als Diplom-Bibliothekar an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn tätig. Ein Kollege weckte dort sein Interesse an der bildenden Kunst. Für den Schritt in die Selbstständigkeit gab Klein schließlich seinen Beamtenstatus auf.[2]

Galerie Erhard Klein

Im November 1970 eröffnete er die Galerie Erhard Klein in der Bonner Königstraße 71. Die erste Ausstellung war dem Künstler Rupprecht Geiger gewidmet. Klein spezialisierte sich in der Folgezeit vor allem auf die rheinische Kunstszene aus Köln und Düsseldorf.[2]

Ein früher Erfolg als Galerist gelang ihm 1972 mit dem Verkauf von Sigmar Polkes Rasterbild „Die Menschenmenge“[3] an das Kunstmuseum Bonn für 4500 DM.[2]

Im Jahr 1973 fand die erste Ausstellung mit Joseph Beuys statt.[4] Durch den engen Kontakt zu Beuys baute Klein Verbindungen zu dessen Schülern an der Kunstakademie Düsseldorf auf, darunter Imi Knoebel, Katharina Sieverding, Blinky Palermo sowie Jonas Hafner und Johannes Stüttgen. Es entstanden enge Freundschaften zu den vertretenen Künstlerinnen und Künstlern.

Vernetzung und Umzug

Klein pflegte enge Beziehungen zur rheinischen Avantgarde. Er besuchte regelmäßig den Gaspelshof in Willich, wo Sigmar Polke mit Freunden lebte und arbeitete. 1978 lernte er bei einer Polke-Eröffnung im Guggenheim Museum in New York Andy Warhol kennen. Neben dem Galeriebetrieb baute Klein ein umfangreiches Werk an Editionen und Kunstbüchern auf. 1994 verlegte er den Sitz der Galerie von Bonn nach Bad Münstereifel-Mutscheid.[2]

Im gleichen Jahr übergab er das Archiv seiner bisherigen Galerietätigkeit dem Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung (ZADIK). Erhard Klein legte im Laufe der Jahre die weltweit vollständigste Literatursammlung über Joseph Beuys an.[5]

Nach über 35 Jahren beendete er im Jahr 2006 die Galerietätigkeit.[6] Die letzte Ausstellung war Jürgen Klauke gewidmet.

Ehrung

Im Jahr 2007 wurde Klein mit dem Art-Cologne-Preis ausgezeichnet.[7]

Zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2018 würdigte das Kunstmuseum Bonn sein Lebenswerk und seinen Beitrag zur rheinischen Kunstgeschichte mit einer eigenen Ausstellung.[8]

Von der Galerie ehemals vertretene Künstler (Auswahl)

Editionen (Auswahl)

  • Beuys, Joseph, „Erhard Klein unkonzentriert“ (1984): überstempelte Einladungskarte, 10 × 15 cm, signiert und nummeriert.
  • Kippenberger, Martin, „Warhol ist nicht Klein“ (1990) Farbsiebdruck auf Karton (chamois), 6 Blätter, 119 × 83,5 cm, signiert, datiert und nummeriert, Auflage: 48 Exemplare.
  • Knoebel, Imi, Hartfaserquadrat (Ehre an Kasimir Severinowitsch Malewitsch). 1991. Holz, Hartfaserplatte. 30 × 30 × 7,5 cm. Signiert, datiert, nummeriert. Auflage: 300 Exemplare.
  • Polke, Sigmar: Hallo Shiva (1974), Farboffsetdruck, Format 40 × 35 cm, Auflage 80 Exemplare.
  • Polke, Sigmar: Siegelung I und Spiegelung II, 1992, Farbserigrafien auf Karton, 78 × 58 (Darstellung); Auflage je signierte, datierte und 70 nummerierte Exemplare.[9]
  • Dahn, Walter / Droese, Felix / Stüttgen, Johannes, Omnibus für Direkte Demokratie in Deutschland. Volksabstimmung. 1990. Bearbeiteter Spielzeugbus, 27,5 × 9 × 12 cm, nummeriert und beschriftet. Signiert von Dahn, Droese, Stüttgen, Christine Butler, Brigitte Krenkers. 70 Exemplare wurden realisiert.

Ausstellungen (Auswahl)

  • Beuys, Joseph, 10.04.1973 – Multiples, Bücher und Kataloge.
  • Polke, Sigmar, 24.04.1974 – Hallo Shiva … Neue Bilder.
  • „Sieht man ja, was es ist“ – Die Editionen der Galerie Klein, Bonner Kunstverein, 17.02.2013.

Literatur (Auswahl)

  • Werkverzeichnis der Editionen 1977 – 2010. Band 1: 1977–1991, Herausgeber: Erhard Klein. Text: Carl Vogel. Bearbeiter des Werkverzeichnisses: Stefan Möller; Band 2: 1992–2002, Herausgeber Erhard Klein, Textbeitrag von Wolfgang Vomm; Band 3: 2003–2010, Herausgeberin: Artax Kunsthandel, Düsseldorf.
  • Sieht man ja, was es ist: Editionen und Multiples der Galerie Erhard Klein 1972–2006, Herausgeberin: Bonner Kunstverein, Bonn 2013.

Einzelnachweise

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