Erica Zingher
deutsche freie Journalistin und Podcasterin
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Erica Zingher (* 1993 in Transnistrien, de jure Republik Moldau)[1] ist eine deutsche Journalistin, Publizistin, Podcasterin[2] und Moderatorin[3].
Leben
Zingher emigrierte mit ihrer Familie 1995 als jüdischer Kontingentflüchtling von Transnistrien nach Deutschland und wuchs als Kind eines Versicherungskaufmanns und einer Krankenschwester in Würzburg auf.[4][5] Sie studierte Europäische Ethnologie und Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie im Master Osteuropastudien in Hamburg.
Ihre journalistische Stationen führten sie unter anderem zu Radio Eins, zu Spiegel Daily, Spiegel Online und Zeit Online. Zingher war als Nachwuchsjournalistin Stipendiatin im Medienprogramm der Heinrich-Böll-Stiftung.[6][7] Das Medium Magazin wählte sie in die „Top 30 bis 30“ im Journalismus für das Jahr 2020. Im Juni 2021 wurde sie für ihren Text Was wächst auf Beton? mit dem Axel-Springer-Preis in der Kategorie Silber ausgezeichnet. In ihrem Text schreibt sie über ihre persönliche Migrationserfahrung und wie sie mit ihrer Familie als jüdische Kontingentflüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion eingewandert waren.[2][8] Thematisch beschäftigt sie sich besonders mit Osteuropa, Israel, postsowjetischer Migration, Antisemitismus, Antislawismus,[9] Rassismus und Pressefreiheit.
Zingher war bis 2024 Redakteurin für Gesellschaft und Medien bei der taz.[10] Weiterhin erscheint dort zweiwöchentlich ihre Kolumne „Grauzone“.[11] Von 2024 bis 2025 setzte sie Recherchen zu Antisemitismus beim Verein democ e.V. um[12][13]. Regelmäßig ist sie Host des Zeit-Podcasts Was jetzt?.[14]
Sie arbeitet als freie Journalistin und Moderatorin in Berlin.
Auszeichnungen
- 2020: „Top 30 bis 30“ im Journalismus 2020 (Medium Magazin)[15]
- 2021: Axel-Springer-Preis für junge Journalisten in der Kategorie Silber[16]
- 2021: Nominierung: Deutscher Reporter:innenpreis in der Kategorie Essay[17]
- 2023: Shortlist: Peter-Binder-Preis für effektiven Journalismus[18]
- 2025: Arbeitsstipendium des Berliner Senats für deutschsprachige Autorinnen und Autoren[19]
Veröffentlichungen
- (Un)Sichtbarkeiten. Geschenke kosten. In: Laura Cazés (Hrsg.): Sicher sind wir nicht geblieben: Jüdischsein in Deutschland. S. Fischer Verlag, Frankfurt 2022, ISBN 978-3-10-491668-2.
- Liebesbrief. In: Helena Melikov (Hrsg.): IN LIEBE VON. Ein Bild. Ein Text. Eine Liebe. Shift Books, Berlin 2023, ISBN 978-3-948174-21-7.
- Backen gegen Terror. In: Lea Streisand, Heiko Werning, Michael Bittner (Hrsg.): Sind Antisemitisten anwesend? Satiren, Geschichten und Cartoons gegen Judenhass. Satyr Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-910775-18-3.
- Sommer mit Marie. In: Helena Melikov (Hrsg.): Dog Days. Kurzgeschichten aus der Sicht von Hunden. Shift Books, Berlin 2026, ISBN 978-3-948174-44-6.
Weblinks
- „Perspektiven sichtbar machen“. Laura Cazés über den Sammelband »Sicher sind wir nicht geblieben«, Jüdischsein und Humor trotz Schmerz, in: Jüdische Allgemeine, 16. September 2022.
- Was wächst auf Beton?, in: taz am wochenende, 21/22. November 2020.