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Erich Gose

deutscher Archäologe, Altphilologe und Kunsthistoriker From Wikipedia, the free encyclopedia

Erich Gose (* 18. Mai 1899 in Recklinghausen; † 21. Juni 1971 in Trier) war ein Klassischer Archäologe (in der Praxis auch Provinzialrömischer Archäologe), Klassischer Philologe, Kunsthistoriker und Abteilungsleiter am Rheinischen Landesmuseum Trier. Seine Forschungsschwerpunkte waren die römische Epigraphik und die Keramikkunde, für die er grundlegende Arbeiten schuf, sowie die römischen Bauanlagen im Raum Trier.

Erich Gose

Jugend und Bildung

Erich Gose wurde als Sohn des Fahrhauers Franz Gose und seiner Ehefrau Maria, geb. Wilczek, geboren. Er verbrachte seine Jugend mit drei Brüdern und zwei Schwestern im Elternhaus in Recklinghausen, wo er die Volksschule und das Gymnasium besuchte. Nach dem Notabitur am 27. Juni 1918 wurde er zum Wehrdienst an der Westfront eingezogen. Nach dem Kriegsende kehrte er in sein Elternhaus zurück. Zum Sommersemester 1919 wurde er an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster immatrikuliert, wo er Klassische Archäologie und Klassische Philologie studierte. 1921/1922 wechselte er für zwei Semester an die Ludwig-Maximilians-Universität München, bevor es ihn 1922 an die Eberhard Karls Universität Tübingen zog, wo er den Studiengang der Klassischen Philologie durch den der Kunstgeschichte ersetzte. Im Jahr 1924 wurde er dort unter Carl Watzinger mit seiner Arbeit „Zur Geschichte des Pflanzenornaments im IV. Jahrhundert v. Chr.“ promoviert. Anschließend (1925) nahm er ein Reisestipendium des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches wahr, das ihn bis 1926 nach Griechenland, Kleinasien und in die südliche Sowjetunion führte.[1][2][3]

Leben, Wirken und Werk

Im Sommer 1926 erhielt er einen Ruf an das Rheinische Landesmuseum Trier, wo er zunächst bis 1939 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter mit der Keramikforschung in den Museumssammlungen (letztendlich bis 1969)[4] und von 1932 bis 1965 mit den Forschungen zu frühchristlichen Inschriften in den Museumssammlungen beschäftigt war.[5] Dadurch war er auch an den Ausgrabungen Siegfried Loeschckes im Tempelbezirk im Altbachtal beteiligt, bei denen er für die Inventarisation und Bearbeitung des über 20.000 Artefakte umfassendes Fundmaterials verantwortlich zeichnete.[6][7] Auch an den Ausgrabungen im Römerlager Haltern ab 1935 war er beteiligt. Im Jahr 1939 wurde Erich Gose zum Direktionalassistenten ernannt und von 1941 an zum Abteilungsleiter der römischen Abteilung. In der zweiten Jahreshälfte 1944 wurde er eingezogen und verrichtete seinen Wehrdienst an der Westfront, wo er 1945 in britische Kriegsgefangenschaft geriet, aus der er noch im selben Jahr entlassen wurde.

In der Nachkriegszeit war er bis 1950 mit Zeitverträgen als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Rheinischen Landesmuseum Bonn tätig, wo „Der Gose“ entstand: Gefässtypen der römischen Keramik im Rheinland, ein Standardwerk zur römischen Keramik des Rheinlands, das vier Auflagen erlebte und bis heute als unverzichtbare Lektüre zur Thematik gilt.[4] Im Jahr 1951 kehrte er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1965 zum Trierer Museum zurück. Dort wurde er sofort Abteilungsleiter der Römischen Abteilung und des Münzkabinetts. Mit dem Katalog der frühchristlichen Inschriften in Trier erschien 1958 sein zweites Standardwerk,[8] zuvor bereits 1955 mit einer zweibändigen Veröffentlichung der Befunde des Tempelbezirks des Lenus Mars[9] und 1969 mit einer weiteren, ebenfalls zweibändigen Publikation über die Porta Nigra[10] zwei grundlegende Dokumentationen römischer Großbauten in Trier.[1][2][3]

Auch nach seiner Pensionierung blieb Gose dem Museum verbunden, wie seine späte Publikation zur Porta Nigra zeigt.[10] Im Alter von 72 Jahren erlag Erich Gose im Sommer 1971 überraschend einem Herzinfarkt.[1][2]

Mitgliedschaften

Schriften (Auswahl)

  • 1924: Zur Geschichte des Pflanzenornaments im IV. Jahrhundert v. Chr. Dissertation an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  • 1938: Der Tempelbezirk im Altbachtale zu Trier. Band 1. Reichsverlagsamt, Berlin
  • 1942: Der Tempelbezirk im Altbachtale zu Trier. Band 2. Reichsverlagsamt, Berlin
  • 1950: Gefässtypen der römischen Keramik im Rheinland. Butzon & Bercker, Kevelaer (4. Auflage 1984)
  • 1954: Das Amphitheater in Trier. (= Führungsblätter des Rheinischen Landesmuseums Trier, Neue Folge, Nr. 2). Rheinisches Landesmuseum, Trier (3. Auflage 1958)
  • 1955: Der Tempelbezirk des Lenus Mars in Trier. Mann, Berlin
  • 1958: Katalog der frühchristlichen Inschriften in Trier. Mann, Berlin (Digitalisat)
  • 1969: Die Porta Nigra in Trier. (Text- und Tafelband). Mann, Berlin
  • 1972 (postum): Der gallo-römische Tempelbezirk im Altbachtal zu Trier. (= Trierer Grabungen und Forschungen, Band 7; Text- und Tafelband). Zabern, Mainz

Literatur

  • Heinz Cüppers: In memoriam Erich Gose. In: Trierer Zeitschrift, Band 34, 1971, S. 5–7 (Digitalisat).
  • Jürgen Merten: Aus dem Nachlaß von Erich Gose. Ein unbekanntes Werk von Arnold Vogell über das antike Olbia. Biographische Notizen zu Erich Gose. In: Trierer Zeitschrift, Band 61, 1998, S. 331–342, insbesondere S. 331–346 (Digitalisat).

Einzelnachweise

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