Erich Hirte
tschechoslowakischer Politiker (Sudetendeutsche Partei) deutscher Nationalität
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Erich Georg Hirte (* 17. Mai 1904 in Hörnitz, Königreich Sachsen; † 24. Mai 1996[1]) war ein tschechoslowakischer Politiker (SdP/NSDAP) deutscher Nationalität. Er war von 1935 bis 1938 Abgeordneter des Tschechoslowakischen Abgeordnetenhauses.
Leben und Werk
Hirte stammte aus Sachsen, der Heimat seiner Mutter. Seine Eltern zogen mit ihm aus beruflichen Gründen nach Böhmen. Nach dem Schulbesuch schlug Hirte eine Ausbildung zum Ingenieur ein. 1928 machte er sich als Elektroingenieur in der Stadt Zwickau in der Tschechoslowakei selbstständig.
Zunächst der Sudetendeutschen Heimatfront wurde er 1935 Mitglied der Sudetendeutschen Partei (SdP). Nach dem Rücktritt von Alfred Netwich zog er Ende 1935 für die SdP in das Abgeordnetenhaus der Tschechoslowakei ein. Nach der deutschen Besetzung des Sudetenlandes infolge der Sudetenkrise und des Münchner Abkommens erlosch sein Mandat am 30. Oktober 1938. Anfang Januar 1939 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. November 1938 aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.608.857).[2] Anschließend baute er den NSDAP-Kreis in Deutsch-Gabel auf und wurde dort Kreisleiter.
Nach Kriegsende lebte er in Kuppenheim und ab den 1960er Jahren in Gaggenau. Er war Eigner der Firma „Georg-Erich Hirte, Ingenieur- und Verkaufsbüro“.
Literatur
- Mads Ole Balling: Von Reval bis Bukarest – Statistisch-Biographisches Handbuch der Parlamentarier der deutschen Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa 1919–1945. Kopenhagen 1991, ISBN 87-983829-5-0.
- Mikuláš Zvánovec: Die SdP im Parlament. Eine Kollektivbiographie der Mitglieder des parlamentarischen Klubs der Sudetendeutschen und der Karpatendeutschen Partei. 2014.
- Joachim Lilla: Die Vertretung des „Reichsgaus Sudetenland“ und des „Protektorats Böhmen und Mähren“ im Grossdeutschen Reichstag. In: Bohemia. Zeitschrift für Geschichte und Kultur der böhmischen Länder. Band 40, Ausgabe 2, 1999, S. 449, FN 53.