Erich Schönhardt

deutscher Mathematiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Erich Schönhardt (* 25. Juni 1891 in Stuttgart; † 20. November 1979 ebenda) war ein deutscher Mathematiker. Bekanntheit erlangte er durch die Entdeckung des Schönhardt-Polyeders, des einfachsten nicht-konvexen Polyeders, das nicht ohne die Einfügung zusätzlicher Ecken in Tetraeder zerlegt werden kann.

Erich Schönhardt, um 1938
Erich Schönhardt im Couleur seiner Burschenschaft Alemannia Stuttgart.
Das Schönhardt-Polyeder

Leben

Schönhardt war ein Sohn des Verwaltungsdirektors Reinhold Schönhardt (1858–1930) und dessen Frau Maria Pauline, geb. Fritz. Er studierte an der Technischen Hochschule Stuttgart und wurde an der Eberhard Karls Universität Tübingen 1920 promoviert. Seine Dissertation verfasste er über Schottky-Gruppen bei Ludwig Maurer.[1] 1923 habilitierte er an der Universität Tübingen und war dort ab 1927 nichtbeamteter außerordentlicher Professor. Im Hauptberuf war er seit 1931 als Studienrat an der Oberrealschule in Tübingen tätig. Während seiner Studienzeit wurde er 1909 Mitglied der Burschenschaft Alemannia Stuttgart.[2][3]

Zum 1. Mai 1933 war Schönhardt der NSDAP beigetreten (Mitgliedsnummer 2.003.807)[4][5] und leitete 1935/36 die Dozentenschaft der Universität Tübingen. In diese Zeit fällt die (letztlich 1937 vollzogene) Versetzung des Mathematikers Erich Kamke in den Ruhestand, da dieser eine jüdische Frau geheiratet hatte.

Mit Wirkung vom 1. April 1937 wurde er zum ordentlichen Professor an die Technischen Hochschule Stuttgart berufen, deren Rektor er von November 1938 bis 1942 war. Nach 1945 wurde Schönhardt aufgrund seiner NS-Vergangenheit entlassen. Er starb 1979 in seiner Heimatstadt Stuttgart und fand seine letzte Ruhestätte auf dem dortigen Fangelsbachfriedhof.[6]

Werke

  • Über die Schottkysche Gruppe im hyperelliptischen Falle, 1920
  • Über die Zerlegung von Dreieckspolyedern in Tetraeder, 1927

Literatur

Einzelnachweise

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