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Erik Lehnert

deutscher Publizist der Neuen Rechten, Geschäftsführer ihres Institutes für Staatspolitik From Wikipedia, the free encyclopedia

Erik Lehnert (* 2. August 1975[1] in Ost-Berlin) ist ein deutscher Publizist und Fraktionsgeschäftsführer der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg. Er ist Herausgeber der Zeitschrift Sezession. Von 2008 bis zur Selbstauflösung im Frühjahr 2024 war er Geschäftsführer des neurechten Instituts für Staatspolitik (IfS).

Leben

Lehnert wuchs in der DDR auf. Seine Mutter, die Ingenieurökonomin Marina Lehnert, heiratete 1995 den DDR-Dissidenten und Philosophen Rudolf Bahro.[2]

Lehnert studierte Philosophie, Geschichte sowie Ur- und Frühgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin (Magister Artium 2001) und war anschließend DFG-Stipendiat an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. 2006 wurde er bei Volker Gerhardt und Gerd Irrlitz an der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Dissertation Karl Jaspers und die Philosophische Anthropologie zum Dr. phil. promoviert.[3]

Nach seiner Promotion verband sich Lehnert mit dem rechtsextremen Verleger Götz Kubitschek, den er nach eigenem Bekunden seit 2001 kennt. Lehnert wurde Lektor in Kubitscheks Verlag Edition Antaios und Redakteur der Zeitschrift Sezession. Seit 2008 bis zu dessen Selbstauflösung im Frühjahr 2024 war er Geschäftsführer des neurechten Instituts für Staatspolitik (IfS), seit 2009 auch dessen wissenschaftlicher Leiter.[4] Seit 2009 gehörte er dem Vorstand des Trägervereins an.[1] Seit 2024 ist er Herausgeber der Zeitschrift Sezession, die sich im Eigentum der von ihm vertretenen Metapolitik Verlags-UG (haftungsbeschränkt) befindet.[5]

Lehnert war im Bundestagsbüro des AfD-Abgeordneten Harald Weyel tätig, der dem Kuratorium der Desiderius-Erasmus-Stiftung angehört, der parteinahen Stiftung der AfD. Im Herbst 2019 wurde der als Kubitschek-Vertrauter geltende Lehnert zum Schriftführer im Vorstand der Stiftung gewählt, was als Zeichen einer zunehmenden Einflussnahme des IfS neben dem völkischen Flügel der Partei auch auf die parteinahe Stiftung gewertet wurde.[4] Nachdem das Bundesamt für Verfassungsschutz das IfS wegen extremistischer Tendenzen als Verdachtsfall eingestuft hatte, kam es jedoch im Mai 2020 zur Abwahl Lehnerts als Vorstandsschriftführer. Im August 2021 berichtete das ZDF, dass er als Referent bei der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg arbeitet.[6] Seit 2024 ist er ebendort als Fraktionsgeschäftsführer tätig.[7] Er war Mitglied der 17. Bundesversammlung.

Positionen

Öffentlich wahrgenommen wurde 2011 sein kontrovers diskutierter Aufsatz im MarineForum, einem Fachblatt der Marine-Offizier-Vereinigung, in dem er die Aufnahme von Frauen in Kampfeinheiten der Bundeswehr beklagte und die Bundeswehr als „Experimentierfeld einer Gleichheitsideologie“ und „Feminisierung“ bezeichnete. Diese Ideologie sei aus seiner Sicht für den tödlichen Unfall einer Kadettin auf der Gorch Fock im November 2010 verantwortlich.[8]

In einem Interview urteilte Lehnert 2016, dass Parteien ihrer inneren Logik nach antidemokratisch aufgebaut seien. Demnach müsse wahre Demokratie darauf abzielen, dass „die Macht der Parteien zerbrochen“ werde. 2017 resümierte er jedoch mit Blick auf die AfD, dass vorerst keine andere Wahl bliebe, als eine „quasi parteienstaatskritische Partei ins Rennen zu schicken, um auf diesem Wege für eine Lockerung der Parteienherrschaft zu sorgen“.[9]

Auf Sezession im Netz äußerte sich Lehnert am 24. Februar 2022, dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, mit wohlwollendem Verständnis für Putins Reaktion auf eine angebliche „Grenzüberschreitung des Westens“.[10]

Schriften (Auswahl)

Als Autor

Als Herausgeber

Einzelnachweise

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