Ernestyna Orlowska

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Ernestyna Orlowska (* 1987 in Stettin, Polen) ist eine polnisch-schweizerische Performancekünstlerin, die seit 2008 vorwiegend in Bern in der Schweiz lebt und arbeitet. Ihre Arbeiten bewegen sich an den Schnittstellen von Performance, Installation, Theater und Bildender Kunst. Orlowska zeichnet sich durch eine experimentelle Praxis aus, die Körper, Raum, soziale Rituale und Sprache reflektiert. Sie wurde 2025 mit dem Performance Preis Schweiz ausgezeichnet.[1]

Arbeitsweise

Ernestyna Orlowskas künstlerische Praxis bewegt sich zwischen bildender Kunst, Choreografie und Performance-Kunst. Ihr Fokus liegt auf dem menschlichen Körper in seinen verschiedenen Konfliktzonen. Sie entwickelt Performances und skulpturale Arbeiten, in denen rätselhafte, teils monströse Figuren etablierte Alltagsstrukturen hinterfragen und deren Bedingtheit aufzeigen. Dabei arbeitet sie oft mit gefundenen Objekten wie Secondhandkleidung und Elektroschrott, die sie neu zusammensetzt, um kulturelle Normen und körperliche Erzählungen sichtbar zu machen. In jüngerer Zeit richtet sich ihr Interesse auf die Auswirkungen des Neoliberalismus auf die menschliche Existenz.[2] Ihre Arbeiten thematisieren die Anstrengungen und Grenzen des Menschen des sich Abmühens (sie nennt es Struggle) und reflektieren Parallelen zu historischen Ursprüngen der Performancekunst, die persönliche Belastbarkeit erproben. Dabei setzt sich Orlowska mit Fragen von Identität, Widerstand und Handlungsspielräumen im Kontext gesellschaftlicher und historischer Dynamiken auseinander.[1]

Frühes Leben und Werdegang

Orlowska zog im Alter von zwei Jahren mit ihrer Familie von Polen nach Biel und wuchs dort sowie in Nidau auf. Kunst diente ihr früh als Bewältigungsstrategie in der Schule. Von 2015 bis 2017 kuratierte sie mit Johanna Dähler und Daniela Ruocco die Plattform Greller Keller für experimentelle Performances im Schlachthaus Theater Bern.[3] Sie gibt regelmässig Workshops zu Performance und Kostümdesign in Schulen und Kunstkontexten.[4] Das Programm des Berner Performance Festivals BONE wurde 2025 von den Berner Performancekünstlerinnen Ernestyna Orlowska, Zoë Binetti, Jeanne Spaeter und dem Performancekünstler Martin Schick kollektiv kuratiert.

Ausbildung

Orlowska schloss 2013 ihren Bachelor in Bildender Kunst an der Hochschule der Künste Bern (HKB) ab. Darauf folgte ein Master in Expanded Theater an derselben Institution.

Werk und Preise

Die Künstlerin dekonstruiert mit immersiven Performances gesellschaftliche Normen durch sinnliche Ästhetik und post-anthropozentrische Szenarien.[5] Seit 2012 präsentiert sie Arbeiten in Galerien, Museen und Festivals wie Dampfzentrale Bern, Arena Festival Erlangen, Premio, Kunstmuseum Thun, Arsenic Lausanne und Swiss Art Awards.[6] Sie erhielt u. a. den Jury- und Publikumspreis für Wishing Well (2017, Arena Festival Erlangen), den 1. Preis Premio für BODIY (2018), das Äschlimann-Corti-Stipendium (2023) sowie eine Nominierung für die Swiss Art Awards und 2025 den Performancepreis Schweiz sowohl der Jury als auch des Publikums.[7]

Ausgewählte Performances und Ausstellungen

  • 2013: A will lead to Z, that's how it's supposed to B, Part I, Performance, Theaterladen, Schlachthaus Theater Bern[8]
  • 2014: Rory Pilgrim, sic! Raum für Kunst, Luzern 2014[9]
  • 2015: Mother Mary, Act Performance Festival, Dampfzentrale Bern / Tankstelle, Südpol Luzern
  • 2016: FRUITS, Les Urbaines Lausanne[10]
  • 2017: Vinzenz Meyner, Ernestyna Orlowska, DuflonRacz, Bern[11]
  • 2017: Magic Almond, partizipatives Performanceprojekt, Allmend Bern[12]
  • 2017: Ernestyna Orlowska & Tanja Turpeinen – Wishing Well, Arena Festival Erlangen (Jury-Preis)[13]
  • 2018: BODIY, Premio (1. Preis), Tour u. a. Arsenic Lausanne, Roxy Birsfelden, Südpol Luzern, Rote Fabrik Zürich, Grütli Genf[14]
  • 2019: Ernestyna Orlowska & Tanja Turpeinen – Wishing Well XXL, Dampfzentrale Bern[15]
  • 2020: I‘ve Been Feeling It Too, Lokal Int, Biel[16][17]
  • 2022: LARVA, Kunstraum Satellit, Zürich[18]
  • 2023: Chunky, Dampfzentrale Bern[19]
  • 2023: Make Your Body Your Machine, Äschlimann-Corti-Stipendium, Kunstmuseum Thun[20]
  • 2025: Guilty Pleasures!, Dampfzentrale Bern[21]
  • 2024: Moving Textures, Klöntal Triennale, Glarus 2024[22]

Quellen/Einzelnachweise

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