Ernst-Moritz-Arndt-Turm
Aussichtsturm und Gedenkstätte für Ernst Moritz Arndt nordöstlich von Bergen auf Rügen
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Der Ernst-Moritz-Arndt-Turm ist ein Aussichtsturm und eine Gedenkstätte für Ernst Moritz Arndt auf dem Rugard nordöstlich von Bergen auf Rügen im Landkreis Rügen. Der 1872–1877 errichtete Turm steht unter Denkmalschutz.

Entstehung
In Vorbereitung des 100. Geburtstags von Ernst Moritz Arndt bildete sich 1869 ein „Komitee zur Errichtung eines Arndt-Denkmals“ unter Leitung des pensionierten rügenschen Landrats Wilhelm von Platen und des Bergener Bürgermeisters Richter. Es wurde in der deutschen Öffentlichkeit zu Spenden aufgerufen und die Architekten um Entwürfe gebeten. Die Grundsteinlegung erfolgte am 26. Dezember 1869, dem Jubiläumstag. Ausgewählt wurde der Entwurf des Architekten Hermann Eggert in Berlin, der die Oberleitung des Baues von Anfang bis Ende innehatte. Im Sommer 1872 wurde das 13 Fuß hohe Felsenfundament des Turms ausgeführt und im folgenden Winter die Erdaufschüttung vorgenommen. 1873 entstand das erste Geschoss, dann gingen die finanziellen Mittel vorerst aus. Erneut ergingen Spendenaufrufe, wobei auch Kaiser Wilhelm I. 3.000 Mark bereitstellte. Erst 1875 konnten das zweite Geschoss und die innere Treppe gebaut werden. 1876 folgten das dritte Geschoss und die Dachhaube, so dass am 6. Oktober 1876 Richtfest gefeiert werden konnte. 1877 wurde das 26,7 m hohe Denkmal vollendet.
Nutzung
Der Turm diente Einheimischen und Gästen als Aussichtsturm. 1944 wurde die ursprüngliche, ziegelgedeckte Dachhaube entfernt und ein Flakgeschütz montiert. Von 1945 bis 1953 wurde der Turm von der Roten Armee genutzt. 1955 wurde die Geschütz-Plattform abgerissen und durch eine neue Dachhaube in Holzkonstruktion ersetzt.[1]
Sanierung
Im Jahr 1999 beschlossen die Stadtverordneten der Stadt Bergen auf Rügen, den Turm zu sanieren und den ursprünglich möglichen Rundumblick durch den Bau einer gläsernen Kuppel wieder zu ermöglichen. Von 2000 bis 2002 erfolgte die Sanierung mit den Gesamtkosten von etwa 1,1 Millionen DM. Am 125. Jahrestag der Einweihung wurde der Turm wieder für Besucher zugänglich gemacht.[1]
Architektur
Der viergeschossige runde Aussichtsturm aus Backstein-Mauerwerk liegt auf einem gärtnerisch gestalteten Hügel mit Freitreppe. Das ausladende Sockelgeschoss mit umlaufender Galerie gliedern Segmentbogen-Nischen, das zweite Geschoss beleuchten hohe Rundbogen-Fenster, die im dritten Geschoss zu Rundbogen-Arkaden einer gedeckten Galerie werden. Das vierte Geschoss mit gusseiserner Wendeltreppe und Aussichtsgalerie trägt die neue gläserne Dachhaube.
Literatur
- Erich Anmack: Zum 50-jährigen Bestehen des E. M. Arndt-Denkmals auf dem Rugard. In: Unser Pommerland, Jahrgang 1928, Heft 2, S. 54.
- Landesamt für Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale in Mecklenburg-Vorpommern. Vorpommersche Küstenregion. Henschelverlag, Berlin 1995, ISBN 3-89487-222-5, S. 478 f.