Ernst Balz

deutscher Bildhauer From Wikipedia, the free encyclopedia

Ernst Balz (* 24. Februar 1904 in Forchtenberg; † 31. Dezember 1945) war ein deutscher Bildhauer und stand in der Tradition der Berliner Bildhauerschule.

Leben

Ernst Balz wurde am 24. Februar 1904 in Forchtenberg als Sohn des Pfarrers Otto Balz (1872–1944) geboren.

Er studierte zunächst Architektur und machte in Stuttgart eine Lehre als Steinbildhauer. 1926 begann er sein Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Bernhard Bleeker und Adolf Schinnerer und setzte es 1928 an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin fort bei Kurt Kluge und Wilhelm Gerstel.[1] Während des Studiums entwickelte Balz einen Anatomischen Gliedermann, eine schematische Nachbildung des menschlichen Skeletts aus Aluminium. Dieses Modell, das er 1933 beim Reichspatentamt anmelden ließ, sollte als Lehrmittel für das Studium des menschlichen Körpers und dessen rhythmischen Bewegungen dienen.[2]

1934 erhielt Ernst Balz ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom. Seinen Rom-Aufenthalt brach er aber vorzeitig ab und reiste mit dem Rest des Stipendium-Geldes nach Athen. Im gleichen Jahr heiratete er die Tochter seines Lehrers, Doris Gerstel. Seit 1935 war er freischaffender Bildhauer in Berlin. Es erfolgte die obligatorische Aufnahme in die Reichskammer der bildenden Künste (Mitgliedsnummer B 684). 1936 nahm Balz mit der Bronzeplastik Bogenschütze am Olympischen Kunstwettbewerb im Bereich Bildhauerei teil. Seine Bronzestatuette Mann mit jungem Adler war in der Ausstellung Berliner Bildhauer von Schlüter bis zur Gegenwart der Preussischen Akademie der Künste zu sehen. Er führte einige Aufträge für die Wehrmacht aus und beteiligte sich an mehreren Ausstellungen.

Im August 1939 wurde Ernst Balz zu einer Wehrmachtsübung und am 10. Juni 1940 zum Kriegsdienst eingezogen.[3] Am 28. April 1940 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. Juli desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 8.152.632).[4] Seit August 1944 galt er als vermisst in Rumänien.[5][6] Am 27. April 1964 wurde er vom Amtsgericht Berlin-Zehlendorf für tot erklärt, sein offizielles Todesdatum mit dem 31. Dezember 1945 angegeben. Ein Sterbeort ist nicht bekannt.

Literatur

  • Bruno E. Werner: Die deutsche Plastik der Gegenwart. Rembrandt-Verlag, Berlin 1940.
  • Wolf Reinhardt, Ralph Schlüter: Die Olympischen Kunstwettbewerbe 1912–1948: Band II: Bildhauerei. BoD – Books on Demand 2024.
  • Der schöne Mann. Das Model Eberhard Wallor und die Berliner Bildhauerkunst. Herausgegeben von der Gerhard-Marcks-Stiftung. Bremen 2007.

Einzelnachweise

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