Ernst Collofong
deutscher Verwaltungsjurist und Politiker
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Karl Ernst Collofong (* 22. April 1900 in Lambrecht (Pfalz); † 1. August 1989 ebenda) war von 1932 bis 1945 als Mitglied der NSDAP Oberbürgermeister von Zweibrücken.
Leben
Ernst Collofong studierte Rechtswissenschaft an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und schloss das Studium mit der Promotion zum Dr. jur. ab. Seit 1920 gehörte er der Burschenschaft Germania Würzburg an.[1] Er trat zum 1. April 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.748.826).[2] Während seiner Zeit als Oberbürgermeister in Zweibrücken wurde in der Reichspogromnacht am 10. November 1938 die Synagoge angezündet und abgebrannt. Etwa 30 jüdische Männer wurden gefesselt und mit Schildern um den Hals durch die Straßen getrieben, die meisten von ihnen kamen anschließend ins KZ Dachau. 1933 lebten 155 jüdische Mitbürger in Zweibrücken, 1941 waren es keine mehr. Nach derzeitigem Kenntnisstand wurden 105 Zweibrücker Juden während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet oder gelten als verschollen.[3]
Nach dem Krieg wurde Collofong 1951 rückwirkend zum 1. April 1949 in den Ruhestand versetzt. Trotzdem machte er weiter Karriere als Verwaltungsgerichtsrat, Regierungsdirektor und schließlich ab 1961 als Vizepräsident bei der Bezirksregierung der Pfalz. Bei der Bundestagswahl 1965 trat er als Kandidat für die FDP an. Bis in die 1970er Jahre verteidigte er die Zwangsverkäufe der jüdischen Bürger in Zweibrücken.[4]
Ehrungen
- Ehrenmitglied des Vereins für pfälzische Kirchengeschichte
Publikationen
- Das Hagelversicherungsverhältnis nach deutschem Reichsprivat- und bayerischem Landesrecht, systemat. dargestellt, ohne Jahrgang
- Die Klosterkirche in Lambrecht in: Das Presbyterium der Protestantischen Kirchengemeinde Lambrecht, 1975