Ernst Erbe
deutscher Künstler und Grafiker
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Leben
Ernst Erbe war gelernter Holzschneider und bereits in frühen Jahren Mitglied des Bundes Deutscher Graphiker und gehörte zu den Ersten, die die Berufsbezeichnung Gebrauchsgraphiker führten. Mit seinem Bruder Otto gründete er 1920 in der Elberfelder Straße die Hagener Werbeagentur „Gebrüder Erbe Werkstätte Moderner Graphik“. Durch Ernst Erbes künstlerische Gestaltung entstanden ab dieser Zeit viele Logos für bekannte deutsche Marken, wie Pril, Dortmunder UNION, Küppersbusch, Thonet, Roland-Schuhe, BURG oder ABUS. Der Benzol-Verband Aral setzte in ihrer ersten Werbephase vollständig auf den Gebrauchsgrafiker Ernst Erbe und dessen expressionistische Formensprache.[1][2] Ernst Erbes quadratisches Logo „ER BE“ steht über ein halbes Jahrhundert für Gebrauchsgrafik von höchster Qualität in der Formensprache der Moderne.
Ernst Erbe gilt neben seinem Bruder Otto und weiteren Kunstschaffenden, wie die Hagener Künstlerfreunde Reinhard Hilker, Hans Slavos und Karel Niestrath, als Mitbegründer der im Jahr 1924 ins Leben gerufenen Künstlervereinigung Hagenring. Für die erste Ausstellung der Künstlergilde im Hagener Rathaus vom 20. Dezember 1925 bis 4. Januar 1926, gestaltete Ernst Erbe das Titelblatt des Ausstellungskatalogs „Im Dezember 25 – HAGENRING“ und schrieb darin eine persönliche Widmung.[3]
Der 1923 gegründete Heimatverein Hagen-Schwelm gab 1925 eine eigene Heimatpostille heraus, deren erste Ausgabe den Titel „Donnerkiel“ erhielt und von Ernst Erbe mit einem kantigen Holzschnitt bebildert war. Vom 17. Juni bis 8. Juli 1925 präsentierte der Hagenring eine Ausstellung mit Werken von Ernst und Otto Erbe und anderen Künstlern in der Villa Elbers an der Hochstraße 33 in Hagen.[4]

Im Adressbuch der Stadt Hagen von 1927 sind Ernst Erbe, Graphiker, Elberfelder Straße 41 und die Firma (Atelier) Gebr. Erbe, Gebrauchsgraphiker, Elberfelder Straße 39 b eingetragen.[5] In den Jahren von 1928 bis 1930 entwarf und baute Ernst Erbe zusammen mit seinem Künstlerfreund dem Maler August Müller-Lamberty (1891–1989) im Oberen Altlohweg in Hagen-Emst ein Doppelwohnhaus im Bauhaus-Stil. Für beide Familien mit jeweils viel Wohnraum und großzügigen Atelier-Räumen mit großen Fenstern in den Außenbaukörpern. Architekt war Ernst Erbes Bruder Otto Erbe, der inzwischen in Köln lebte.[6] Ernst Erbes Bruder Artur fiel als Soldat im Zweiten Weltkrieg.
Ernst Erbes Tochter Ute Kugel-Erbe (* 9. April 1929 in Hagen; † 8. Oktober 2017 in Gütersloh) begann 1947 eine Lehre zur Gebrauchsgrafikerin im Atelier ihres Vaters. Bis 1952 studierte sie an der Werkkunstschule Wuppertal, unter anderem Gebrauchsgrafik und Schrift. Nach dem Studium betätigte sie sich in vielfacher Weise künstlerisch, so schuf sie Buchillustrationen, Fotostudien, Macrofotografien, Web-Art-Gobelins, Öl- und Acrylgemälde, Aquarelle, Collagen und Objekte sowie Gedichte.
Posthum zum 115. Geburtstag Ernst Erbes zeigte die Universitätsbibliothek Hagen in einer Ausstellung vom 10. Februar bis 23. März 2009 zahlreiche Arbeiten aus vier Jahrzehnten kreativen Schaffens. Die Tochter des Künstlers, Leihgeberin Ute Kugel-Erbe, beantwortete im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung Fragen zum Werk ihres Vaters.
Ausstellungen
- Ausstellung Hagenring, Juni–Juli 1925, Villa Elbers.
- Ausstellung Hagenring Rathaus Hagen – Erster Katalog: „Im Dezember 25 – HAGENRING“.
- Ausstellung Moderne westfälische Kunst, Dezember 1930, Villa Post.
- Ausstellung Kunst und Heimat, 1931, Villa Post.
- Ausstellung Hagener Künstler 1933, Museum Villa Post.
- Hagener Künstlerfest, Kameradschafts Abend, Stadthalle Hagen, o. D.
Literatur
- G. Schneider: Zeit-Spritzer: Gucksde, dann spucksde, mit Holzschnitte von Ernst Erbe, Zeichnungen von Reinhard Hilker, Plastiken von Karel Niestrath; Ring-Verlag, Druck G. Kannengießer, Haspe 1925.
- Claus-Uwe Derichs, Manfred Kugel: Konsequent modern – Ernst Erbe, kunstdialoghagenwest – Heft 6: Werbung aus und für Hagen, ardenkuverlag Hagen 2009; ISBN 978-3-932070-93-8.
- Jubiläumskatalog 100 Jahre HAGENRING 1924–2024; Hrsg. Hagenring e.V., BasseDruck Hagen, Oktober 2023, S. 11, 12, 110; ISBN 978-3-00-077508-6.