Ernst Ludwig Taentzel
deutscher Hof-Maurermeister, -Steinhauer und Senator, Sohn von Johann Georg Taentzel
From Wikipedia, the free encyclopedia
Leben

Ernst Ludwig war der Sohn des Hofmaurermeisters Johann Georg Taentzel und der Enkel von Johann Christoph Taentzel.[1]
1819 legte Taentzel seine Meisterprüfung ab. Häufig arbeitete er mit Georg Ludwig Friedrich Laves zusammen.[1]
1820 schuf Taentzel, gemeinsam mit dem Bildhauer August Hengst, das Allianzwappen am Alten Palais für Herzog Adolph Friedrich, Herzog von Cambridge und seine Gemahlin[1] Auguste von Hessen, Duchess of Cambridge und Vizekönigin im Königreich Hannover.
„Wahrscheinlich“ von Taentzel stammt die 1828 vorgenommene klassizistische Überformung des Stadthauses des Grafen von Kielmannsegge in der Calenberger Straße[1] (Dachenhausenpalais).[3]
1827 errichtete Taentzel nach Plänen von Laves ein Doppelhaus in der Georgstraße.[1]

Beim Bau der 1830 errichteten Villa Rosa legte Taentzel seinen Plan Laves vor, der ihn dann in Details überarbeitete.[4]
1836 schuf Taentzel die (nicht erhaltenen) Wohnhäuser in der Adolfstraße 2 und 3; Haus Nummer 2 wurde 1839 das Ernst-August-Palais und 1845 von Justus Heinrich Jakob Molthan mit Nummer 3 vereinigt. Die Gebäude waren in der Zeit von 1841 bis 1843 und von 1847 bis 1851 Wohnsitz des seinerzeitigen Kronprinzen und späteren Herrschers im Königreich Hannover, König Georg V.[1]
Ernst Ludwig Taentzels denkmalgeschütztes[5] Grabmal findet sich, ebenso wie das seines Vaters, auf dem Gartenfriedhof in Hannover.[1] Sein Sarkophag trug nach Hinrich Hesse die Grabnummer 468 und stand in der Nähe von 7 weiteren Grabmälern mit Namen Täntzel oder Taentzel mit den Nummern 467 bis 474, darunter Hofmaurermeister Johann Georg Taentzel, die teilweise auch mehrere Namen auf einem Grabstein aufführen.[2]
Literatur
- Klaus Siegner: Taentzel (Tänzel), Ernst Ludwig (1791–1845). In: Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert, hrsg. von Harold Hammer-Schenk und Günther Kokkelink (revidierte Neuauflage der Publikation Vom Schloss zum Bahnhof...), Ed. Libri Artis Schäfer, 1989, ISBN 3-88746-236-X, S. 570 u.ö.
- Arnold Nöldeke:
- Denkmäler des „alten“ Stadtgebietes Hannover, Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover Bd. 1, H. 2, Teil 1, Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, 1932, S. 306, 312, 327, 401f., 453f. 630, 726
- Neudruck Verlag Wenner, Osnabrück 1979, ISBN 3-87898-151-1
- Teil 2, Denkmäler der eingemeindeten Vorörter. Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover Bd. 1, H. 2, Teil 2, Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, 1932, S. 25, 29, 104f.
- Neudruck Verlag Wenner, Osnabrück 1979, ISBN 3-87898-152-X
- Denkmäler des „alten“ Stadtgebietes Hannover, Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover Bd. 1, H. 2, Teil 1, Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, 1932, S. 306, 312, 327, 401f., 453f. 630, 726
- Wolfgang Voigt: Hannover, Gartenhaus Eisendecker, „Villa Rosa“, Glockseestraße 1, 1830. In: Günther Kokkelink, Harold Hammer-Schenk (Hrsg.): Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im 19. Jahrhundert. Edition libri artis, Rev. Neuaufl., Hannover 1989 (mit Abbildungen, graphischen Darstellungen und Karten), ISBN 3-88746-236-X, S. 484–486
- Helmut Knocke, Hugo Thielen: Glockseestraße 1. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 122
- Hannover Archiv, Heft 07063
- Helmut Knocke: Taentzel, Tän(t)zel, (1) Ernst Ludwig. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 616.