Ernst Ostermann von Roth

deutscher Diplomat From Wikipedia, the free encyclopedia

Ernst Ludwig Ostermann von Roth (* 12. April 1908 in Georgenborn; † 1979) war ein deutscher Diplomat. Er war Botschafter in Kolumbien.

Werdegang

Ostermann von Roth trat 1923 dem rechtskonservativ und monarchistisch ausgerichteten Großdeutschen Jugendbund bei. 1926 legte er in München das Abitur ab. Anschließend studierte er von 1926 bis 1930 Rechtswissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1930 promovierte er zum Doktor der Rechte und legte das erste juristische Staatsexamen ab. Anschließend absolvierte er das Rechtsreferendariat. 1933 trat er der SS bei (SS-Nummer 156.496).[1]

1934 trat Ostermann von Roth in den Auswärtigen Dienst ein. Er war zunächst in der Zentrale des Auswärtigen Amts in Berlin, an der Botschaft in Prag, an der Botschaft in Budapest und an der Botschaft in Bukarest eingesetzt. Zum 1. März 1937 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 3.810.743).[2][1] Von 1937 bis 1941 war er an der Botschaft in Washington tätig. Von 1942 bis 1943 war erneut an der Botschaft in Bukarest tätig; von 1943 bis 1944 war er Verbindungsoffizier des Auswärtigen Amts bei der 2. Panzerarmee.[3] Schließlich war er von 1944 bis Kriegsende 1945 an der Botschaft in Lissabon tätig. Während des Zweiten Weltkriegs durchlief er zudem verschiedene Ränge als SS-Reserveoffizier. Zuletzt war er SS-Obersturmführer.[4]

Nach Kriegsende kehrte Ostermann von Roth von Portugal nach Deutschland zurück und durchlief die Entnazifizierung durch ein Spruchkammerverfahren. Ostermann von Roth schönte seine Angaben: So gestand er zwar, 1933 in die SS eingetreten zu sein, gab aber lediglich die Mitgliedschaft in der Reiter-SS an. Seinen Parteibeitritt in die NSDAP 1937 und seine Ernennung zum SS-Obersturmführer erwähnte er nicht. Seine SS-Mitgliedschaft sei nur ehrenhalber und er sei ein Nazi-Gegner gewesen. Eine Untersuchung über die deutschen Diplomaten urteilte, es spräche „nichts in Ostermanns Lebenslauf für eine demokratische Gesinnung“.[5]

Anschließend war er bis 1948 Mitglied des britischen Zonenbeirats in Hamburg. Von 1948 bis 1949 war er Regierungsrat und später Oberregierungsrat in der britischen Besatzungszone und Berater des Hamburger Bürgermeisters Max Brauer (SPD). 1950 wurde Ostermann der Verbindungsstelle zur Alliierten Hohen Kommission in Bonn zugeteilt. Später trat Ostermann von Roth wieder in den Auswärtigen Dienst ein. Er war Leiter des Referats „Zentrale Austauschstelle Bonn“ im Auswärtigen Amt und persönlicher Referent von Staatssekretär Walter Hallstein.[6] Von 1965 bis 1970 war er Botschafter in Kolumbien und Leiter der Botschaft in Bogotá.[7]

1969 wurde Ostermann von Roth das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Einzelnachweise

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