Ernst Sachs (Mediziner)
deutsch-israelischer Gynäkologe
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Ernst Sachs (hebräisch ארנסט זאקס; geboren 4. September 1878 in Berlin; gestorben 1961 in Tel Aviv) war ein deutsch-israelischer Gynäkologe.
Leben
Nach dem Medizinstudium in Königsberg, Heidelberg, Berlin und Straßburg promovierte Sachs 1902 in Straßburg. Danach war er von 1903 bis 1907 Assistenzarzt am Krankenhaus Moabit in Berlin und von 1907 bis 1910 am Berliner Rudolf-Virchow-Krankenhaus unter dem Gynäkologen Alfred Koblanck. Anschließend war er von 1910 bis 1918 an der Königsberger Universitätsfrauenklinik Assistenzarzt bei Georg Winter, wo er sich 1912 auch habilitierte. 1916 wurde Sachs zum außerordentlichen Professor ernannt. Ab 1919 war Sachs Leiter der gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung des Jüdischen Krankenhauses Berlin, ab 1921 leitete er die gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung des Krankenhauses Berlin-Lankwitz. Als Jude emigrierte Sachs, der fast 30 Jahre Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie war und an vielen DGG-Kongressen teilnahm, bereits 1933, im Jahr der Machtübernahme der Nationalsozialisten, nach Palästina. In Tel Aviv ließ er sich als Gynäkologe und Geburtshelfer nieder und führte seine Praxis bis ins hohe Alter. 1956 wurde er zum Ehrenpräsidenten der Gynäkologischen Gesellschaft in Tel Aviv ernannt.[1]
Einer seiner drei Geschwister, sein Zwillingsbruder Fritz Sachs (1878–1942), war Richter am Landgericht Berlin, wurde 1934 zwangsweise in den Ruhestand versetzt, inhaftiert und aufgrund nationalsozialistischer Schikanen 1942 in den Suizid getrieben.[2]
In erster Ehe war Ernst Sachs mit Adele (geb. 1880), geb. Borchardt, verheiratet, in zweiter Ehe mit Gertrud Emma (1885–1978), geb. Bernas. Er hatte drei Kinder.[1]
Forschung
1910 fasste Sachs – wohl auf Wunsch seines Chefs Georg Winter – in der Zeitschrift für Krebsforschung in einem langen Artikel den Stand der Dinge auf nationaler und internationaler Ebene hinsichtlich der Früherkennung des Gebärmutterkrebses zusammen. In der weiteren Folge beschäftigte sich Sachs jedoch vornehmlich mit geburtshilflichen Fragen, zunächst mit infektiologischen Aspekten, angeregt offenbar durch seine Straßburger Dissertation und seinen ersten gynäkologisch-geburtshilflichen Lehrer Alfred Koblanck. Später befasste er sich dann überwiegend mit praktischen geburtshilflichen Problemen, er publizierte jedoch auch zur Frage des Schwangerschaftsabbruchs aus verschiedenen mütterlichen Indikationen.[1]
Beiträge und Publikationen (Auswahl)
- Die puerperalen Erkrankungen und Todesfälle der septischen Abteilung der Straßburger Frauenklinik 1891. 1901 (Diss. med. Straßburg 1902)
- Über Streptokokken-Hämolyse In: Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten 63 (1909), S. 463–506
- Die Wintersche „Bekämpfung des Gebärmutterkrebses“. In: Zeitschrift für Krebsforschung 9 (1910), S. 469–526
- Über die Behandlung einiger Anomalien der austreibenden Kräfte In: Klinische Wochenschrift 1 (1922), S. 1843–1847
- Über den Zeitpunkt der Wendung bei unkomplizierter Querlage In: Archiv für Gynäkologie 134 (1928), S. 44–61