Ernst Wilke (Maler)

deutscher Kunstmaler und Königlicher Hofdekorationsmaler, Lehrer und Unternehmer From Wikipedia, the free encyclopedia

Ernst Wilke[1] (auch: Wilken;[2] geboren 30. Juli 1846 in Hannover;[3] gestorben 1915) war ein Königlicher Hofdekorationsmaler, Lehrer und Unternehmer in Hannover.[1]

Porträt Wilkes

Leben

Ernst Wilke wurde zu Beginn der Industrialisierung in der Residenzstadt des Königreichs Hannover geboren als Sohn eines Nagelschmieds.[3]

Der der evangelisch-lutherischen Lehre angehörende Wilke schrieb sich unter der Matrikel-Nummer 4144 mehrmals an der zunächst noch Polytechnische Schule zu Hannover genannten Bildungseinrichtung ein, erstmals am 29. September 1864, um dann bis 1865/1866 zu studieren. Ein weiteres Mal studierte er dort von 1874 bis 1876 und wiederum im Semester 1883/1884.[3]

In der Gründerzeit des Deutschen Kaiserreichs erhielt Wilke im Jahr 1886 seinen Titel als Königlicher Hofdekorationsmaler.[1]

Ebenfalls in den 1880er Jahren leitete Wilke ein eigenes Atelier mit 80 Mitarbeitern. Parallel dazu unterrichtete er Dekorationsmalerei an der von dem Hannoverschen Gewerbeverein unterhaltenen Kunstgewerbeschule- und Handwerkerschule zu Hannover.[1]

Zum 30. August 1896 reiste Wilke von Hannover aus gemeinsam mit dem Geheimen Regierungsrat Heinrich Köhler und dem Hofjuwelier Lameyer nach Dresden zum „[...] Delegiertentag der deutschen Kunstgewerbevereine“ und zu der im dortigen Viktoriahaus abgehaltenen ersten Sitzung der Mitglieder, in der unter anderem über die Beschickung der Weltausstellung in Chicago gesprochen wurde.[4]

Bekannte Schüler

Bekannte Werke

  • 1879: An dem von dem Architekten Heinrich Köhler entworfenen Mehrfamiliengebäude Biedenweg'sches Haus in der damaligen Prinzenstraße 6 wandte Wilke erstmals in Hannover die Technik des Sgraffito an, die er über die geputzte Fassade im Stil der Neorenaissance legte.[5]
    • Auch das Gebäude Warmbüchenkamp 12 gestaltete Wilke in ähnlicher Weise.[5]
  • um 1879 bis 1882: Ausmalung der Aula des von Baurat Johann Friedrich Pape in der Leonhardtstraße in Hannover errichteten Königlichen Kaiser-Wilhelm-Gymnasium und derjenigen des ebenfalls von Pape errichteten und über den gemeinsamen Hof verbundenen Schullehrer-Seminars „Am Volgersweg“;[5] Wilken schmückte die Aulen nach den Vorlagen der 1860 erschienenen Bibel in Bildern von Julius Schnorr von Carolsfeld[2]
  • circa Mitte der 1890er Jahre: Ausgestaltung einer Kirche nach Entwürfen des Architekten Alexander Linnemann, nach denen die hannoversche Firma Henning & Andres zahlreiche Kirchenfenster schuf und Wilke die Wandmalereien mit Kaseinfarben ausgestaltete.[6]
  • um 1898 – 1900: Ausmalung der von Emil Lorenz entworfenen Villa für den hannoverschen Heizungsfabrikanten Fritz Kaeferle, in der Lüerstraße 5[7]

Literatur

Commons: Ernst Wilke (1846-1915) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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