Ernsthausen (Rauschenberg)

Stadtteil von Rauschenberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Ernsthausen ist ein Ortsteil der Stadt Rauschenberg im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Schnelle Fakten Stadt Rauschenberg ...
Ernsthausen
Koordinaten: 50° 54′ N,  57′ O
Höhe: 226 (217–231) m
Fläche: 6,16 km²[1]
Einwohner: 473 (2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35282
Vorwahl: 06425
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Geographie

Der Ort liegt im Tal der Wohra am Ostrand des Burgwaldes nordöstlich von Rauschenberg. Am südwestlichen Ortsrand treffen die Landesstraßen 3071 und 3073 aufeinander. Der Haltepunkt an der ehemaligen Wohratalbahn liegt etwa 500 m entfernt an der gegenüberliegenden Talseite; das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt.

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Ernsthausen erfolgte unter dem Namen Erneshusin im Jahr 1349.[1] Weitere Erwähnungen erfolgten unter den Ortsnamen (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1] Ernshusen (1366) und Ernsthausen (1577).

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen genehmigte die Landesregierung mit Wirkung vom 31. Dezember 1971 den freiwilligen Zusammenschluss der Stadt Rauschenberg und der Gemeinden Albshausen, Bracht, Ernsthausen, Josbach, Schwabendorf und Wolfskaute im damaligen Landkreis Marburg zu einer Stadt mit dem Namen Rauschenberg.[3] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirk gebildet.[4]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Ernsthausen angehört(e):[1][5]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Ernsthausen 471 Einwohner. Darunter waren 3 (0,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 144 Einwohner unter 18 Jahren, 213 zwischen 18 und 49, 99 zwischen 50 und 64 und 81 Einwohner waren älter.[10] Die Einwohner lebten in 177 Haushalten. Davon waren 30 Singlehaushalte, 45 Paare ohne Kinder und 87 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 24 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 117 Haushaltungen lebten keine Senioren.[10]

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1577:42 Hausgesesse
 1629:4 Dienste, 6 Einläuftige
 1681:18 hausgesessene Mannschaften
 1747:41 Hausgesesse
 1838:Familien: 42 nutzungsberechtigte, 23 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 21 Beisassen
Ernsthausen: Einwohnerzahlen von 1784 bis 2016
Jahr  Einwohner
1784
 
233
1800
 
?
1834
 
468
1840
 
444
1846
 
472
1852
 
483
1858
 
463
1864
 
472
1871
 
422
1875
 
415
1885
 
409
1895
 
392
1905
 
388
1910
 
407
1925
 
406
1939
 
435
1946
 
628
1950
 
632
1956
 
554
1961
 
505
1967
 
508
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
471
2016
 
473
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Zensus 2011[10]; 2016[2]

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1861:408 evangelisch-lutherische, 19 evangelisch-reformierte, ein römisch-katholischer, 12 andere christlich-konfessionelle, 17 jüdische Einwohner.
 1885:400 evangelische (= 95,80 %), 5 katholische (= 1,22 %), 4 jüdische (= 0,98 %) Einwohner
 1961:692 evangelische (= 85,22 %), 113 katholische (= 13,92 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[1]
 1784:Erwerbspersonen: Schmiede, 1 Schlosser, 1 Wagner, 3 Schneider, 4 Leineweber, 1 Müller, 2 Lohnschäfer, 17 Tagelöhner, 1 Branntweinwirt und Branntweinbrenner
 1838:Familien: 36 Ackerbau, 10 Gewerbe, 35 Tagelöhner
 1961:Erwerbspersonen: 159 Land- und Forstwirtschaft, 94 Produzierendes Gewerbe, 10 Handel und Verkehr, 9 Dienstleistungen und Sonstiges

Politik

Für Ernsthausen besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[4] Der Ortsbeirat für den Ortsbezirk Ernsthausen besteht aus fünf Mitgliedern. Die Wahlbeteiligung zur Wahl des Ortsbeirats bei der Kommunalwahl 2021 52,55 %. Alle Kandidaten gehörten der „Gemeinschaftsliste Ernsthausen“ an.[11] Der Ortsbeirat wählte Norbert Dönges zum Ortsvorsteher.[12]

Kultur und Infrastruktur

In Ernsthausen gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus, das Storchennest, eine Vorschule und eine evangelische Fachwerkkirche, die aus dem Jahre 1720 stammt.

Das kulturelle Ortsleben prägen folgende Vereine:

  • Aktive Störche
  • Erneshusin e. V.
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Förderverein Vorschule
  • Jugendclub
  • Landwirtschaftlicher Kultur- und Technik-Club Wohratal e. V.
  • Männergesangverein
  • Posaunenchor
  • Schützenverein 1957 Ernsthausen e. V.
  • Tennisclub
  • Theaterverein
  • TSV Ernsthausen 1928 e. V.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Literatur

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