(889) Erynia
Asteroid des Hauptgürtels
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(889) Erynia ist ein Asteroid des inneren Hauptgürtels, der am 5. März 1918 vom deutschen Astronomen Max Wolf an der Großherzoglichen Bergsternwarte in Heidelberg bei einer Helligkeit von 13,0 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am 7. August 1912 am Union-Observatorium in Südafrika fotografiert worden war.
| Asteroid (889) Erynia | |
|---|---|
| Berechnetes 3D-Modell von (889) Erynia | |
| Eigenschaften des Orbits Animation | |
| Orbittyp | Innerer Hauptgürtel |
| Große Halbachse | 2,446 AE |
| Exzentrizität | 0,204 |
| Perihel – Aphel | 1,947 AE – 2,944 AE |
| Neigung der Bahnebene | 8,108° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | 132,5° |
| Argument der Periapsis | 278,4° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | 3. Juni 2024 |
| Siderische Umlaufperiode | 3 a 301 d |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | 18,85 km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 16,7 km ± 0,2 km |
| Albedo | 0,23 |
| Rotationsperiode | 9 h 53 min |
| Absolute Helligkeit | 11,0 mag |
| Geschichte | |
| Entdecker | Max Wolf |
| Datum der Entdeckung | 5. März 1918 |
| Andere Bezeichnung | 1912 PA, 1918 CE, 1929 BG |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom JPL Small-Body Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
Der Asteroid ist benannt nach den Erinnyen, rachsüchtigen Göttinnen, die laut griechischer Mythologie Verbrecher quälten und Seuchen brachten. In der römischen Mythologie werden sie Furien genannt.
Wissenschaftliche Auswertung
Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 für (889) Erynia zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 17,4 km bzw. 0,22.[1] Nach neuen Messungen mit NEOWISE wurden die Werte 2014 auf 16,7 km bzw. 0,23 korrigiert.[2]
Eine spektroskopische Untersuchung von 820 Asteroiden zwischen November 1996 und September 2001 am La-Silla-Observatorium in Chile ergab für (889) Erynia eine taxonomische Klassifizierung als S- bzw. Sl-Typ.[3]

Eine Auswertung von archivierten Lichtkurven des United States Naval Observatory (USNO) in Arizona und der Catalina Sky Survey ermöglichte in einer Untersuchung von 2011 erstmals die Berechnung eines dreidimensionalen Gestaltmodells des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 9,8749 h.[4]
Eine photometrische Durchmusterung im Rahmen der Palomar Transient Factory (PTF) am Palomar-Observatorium in Kalifornien ab 2009 ergab in einer Untersuchung von 2015 für die Rotationsperiode von (889) Erynia einen Wert von 9,872 h. Aus thermischen Infrarot-Daten wurde außerdem ein Durchmesser von 16,8 ± 0,2 km abgeleitet.[5]
Zwischen 2012 und 2018 wurden mit der All-Sky Automated Survey for Supernovae (ASAS-SN) auch photometrische Daten von 20.000 Asteroiden aufgezeichnet. Auf mehr als 5000 davon konnte erfolgreich die Methode der konvexen Inversion angewendet werden, darunter auch (889) Erynia, für die in einer Untersuchung von 2021 ein verbessertes dreidimensionales Gestaltmodell für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 9,8748 h berechnet wurde.[6]
Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 konnte in einer Untersuchung von 2022 mit der Methode der konvexen Inversion eine Rotationsperiode von 9,8749 h bestimmt werden.[7] Im Jahr 2023 wurde aus photometrischen Messungen von Gaia DR3 erneut ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit retrograder Rotation und einer Periode von 9,8748 h berechnet.[8]
Siehe auch
Weblinks
- (889) Erynia beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- (889) Erynia in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- (889) Erynia in der Datenbank der „Asteroids – Dynamic Site“ (AstDyS-2, englisch).
- (889) Erynia in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).