Es geht um mein Leben
Fim von Richard Eichberg (1936)
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Es geht um mein Leben lautet der Titel eines deutschen Kriminalfilms den Richard Eichberg 1936 mit seiner Eichberg Film GmbH Berlin realisierte und produzierte. Das Drehbuch schrieb Hans Klaehr nach dem 1918 bei Ullstein erschienenen Roman "Der schweigende Mund" von Oskar Jensen. Die Hauptrollen waren mit Karl Ludwig Diehl und Kitty Jantzen, Eichbergs zweiter Ehefrau, besetzt. An ihrer Seite sah man eine erlesene Schar beliebter deutscher Kinoschauspieler, darunter Carl Auen, Robert Dorsay, Harry Hardt, Theo Lingen, Lotte Spira und Eva Tinschmann agieren.
| Film | |
| Titel | Es geht um mein Leben |
|---|---|
| Produktionsland | Deutsches Reich |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1936 |
| Länge | 4 Akte, 2338 Meter, 85 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Richard Eichberg |
| Drehbuch | Hans Klaehr nach Oskar Jensen |
| Produktion | Richard Eichberg |
| Musik | Harald Böhmelt |
| Kamera | Reimar Kuntze |
| Schnitt | Gustav Lohse |
| Besetzung | |
außerdem
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Handlung
"Die Gattin des Rechtsanwalts Dr. Lessner ist eine bekannte Filmschauspielerin. Sie wird in ein Mordgeschehen verstrickt: Vor der Wohnung ihres Mannes wird der Stimmungssänger Navarro erschossen aufgefunden. Der Reihe nach geraten der schusslige und hilfsbereite Diener, Christa Lessner, und ein Filmaufnahmeleiter in Mord- und Diebstahlsverdacht, bis endlich über den zweiten Stimmungssänger Bogroff der eigentliche Mörder, der Führer einer Verbrecherbande, zu der auch Navarro gehörte, entdeckt und in einer wilden Jagd zur Strecke gebracht wird. Das Lessnersche Familienglück ist wieder hergestellt."
(Inhalt nach: Lichtbild-Bühne, Nr. 294, 16. Dezember 1936)
Produktion
Der vieraktige Film entstand im Jofa-Atelier Berlin-Johannisthal in der Zeit vom September bis Oktober 1936. Kameramann war Reimar Kuntze, die Tonaufnahmen nach dem Verfahren Tobis-Klangfilm machte Hans Rütten. Schnittmeister war Gustav Lohse. Die Atelierbauten errichteten Willi A. Herrmann und Alfred Bütow. Die Kostüme besorgte Leopold Verch. Aufnahmeleiter war Willy Melas. Die Herstellungsleitung hatte Georg Wittuhn.
Die Tanzdarbietungen choreographierte der Ballettmeister Hanns Gérard.[1]
Die Filmmusik komponierte Harald Böhmelt, der auch die musikalische Leitung innehatte. Die Liedtexte dichtete Hans Fritz Beckmann. Der Film enthielt drei Tonfilmschlager:
1.Einmal kommt die große Liebe[2]
2.Liebling, wir verreisen[3]
3.Können Sie schon fernseh’n?
Letzterer Schlager gewann medienhistorische Bedeutung, denn das erste regelmäßige öffentliche Fernseh-Programm der Welt startete am 22. März 1935 in Berlin beim Fernsehsender „Paul Nipkow“ des damaligen "Reichs-Rundfunks".
Robert Dorsay trägt ihn als Stimmungssänger im Frack vor. Er wird in einem Revuetheater gespielt, auf dessen Bühne ein corps de ballet vor einem überlebensgroßen stilisierten Fernsehapparat tanzt.
Er war auch außerhalb der Kinotheater auf der Grammophonplatte erfolgreich. Mehrere deutsche Unterhaltungsorchester nahmen ihn auf:
- Brillant-Special (mit Überkleber 'Record') Nr. 517 (mx. 1045) Können Sie schon Fernsehen? Lied u. Foxtrot (Böhmelt – Beckmann) a.d. Tonfilm „Es geht um mein Leben“. Kapelle Paul Kley, Gesang Ernst Harten.[4]
- Gloria G.O. 41 072 a (mx. Bi 2834) dito, Bernhard Etté [sic] mit seinem Tanzorchester. Mit Gesang: Erwin Hartung.[5]
- Electrola E.G. 3831 (mx. ORA 1681) dito, Orchester Will Glahé. Refraingesang: Die Metropol-Vokalisten.[6]
„Es geht um mein Leben“ lag in der ursprünglichen Länge von 2338 Metern am 12. Dezember 1936 der Reichsfilmzensur Berlin vor und erhielt unter der Zensurnummer B.44264 Jugendverbot erteilt. Drei Tage später, am 15. Dezember 1936, wurde er in Berlin im Capitol am Zoo uraufgeführt.
Rezeption
Albert Schneider besprach den Film in der Lichtbild-Bühne Nr. 294 vom 16. Dezember 1936:
Mit "Es geht um mein Leben" wagt Eichberg den ironischen Spagat zwischen oberflächlicher Kriminalhandlung und doppelbödig-operettenhafter Verwechslungskomödie.
Im Zentrum des Films steht der Mord am Stimmungssänger Juan Navarro (Harry Hardt), dessen, in dieser Reihenfolge, der Diener, eine brave Ehefrau (Kitty Jantzen), ein Filmaufnahmeleiter sowie ein anderer Stimmungssänger (Robert Dorsay) verdächtigt werden. Die Kriminalhandlung bildet lediglich die Schwungachse für eine Reihe hintergründiger Rochaden und perspektivischer Umkehrungen, die schon dem zeitgenössischen Betrachter ein Wechselbad der Gefühls- und Erkenntniszustände bereiteten. Denn einmal mehr ging es Eichberg „um das Publikum, das aus einer Spannung in die andere getrieben wird, und dem jede mögliche Lösung im Kopf herumschwirrt, nur nicht die richtige“:
„Der Film ist echt Eichberg. Er spart nicht mit den Mitteln, die stärkste Wirkung erzielen; zum Fenster hereinfallende geheimnisvolle Schatten, Revolverschüsse bei Sturmgebraus, Blitz und Donner, eine Verbrecherjagd durch ein Bühnenhaus mit dem effektvollen Abschluß des Herunterreißens eines ganzen Bühnenvorhangs, dazu Revueszenen mit bereitwillig zur Schau gestellten weiblichen Reizen, kontrastierte Frauen in Blond und Schwarz, Szenen, in denen ein fast derber Humor zum Durchbruch kommt, wie die Untersuchungshaft des Dieners, endlich eiskalte Verbrecher – all das zusammen ergibt einen wirkungsvollen kriminellen Gesellschaftsfilm im Revue-Milieu“.
H. H. Gensert schrieb unter der Überschrift „Es liegt in der Luft“ einen Artikel über die Psychologie des Films in der Beilage zum Hannoverschen Kurier Nr. 147 Jahrgang 1937 vom Mittwoch den 31.März.
- Wiederaufführung
Das Berliner Zeughauskino zeigte den Film in seiner Reihe "Wieder entdeckt" am 14. Juli 2007 um 21.00 Uhr.[7] in Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv.
Weblinks
- Es geht um mein Leben bei IMDb
- Es geht um mein Leben bei filmportal.de
- Beilage zum Hannoverschen Kurier Nr. 147 Jahrgang 1937 vom Mittwoch, den 31. März. PDF
Abbildungen
- Titelseite Illustrierter Film-Kurier mit Karl Ludwig Diehl und Kitty Jantzen.
- Titelseite Illustrierter Film Kurier Nr. 1600 mit Karl Ludwig Diehl und Kitty Jantzen. (anderes Motiv)
- Standbild aus dem Film mit K.L.Diehl und Margit Symo.