Espanyol Barcelona

Fußballverein aus Barcelona, Spanien From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Reial Club Deportiu Espanyol de Barcelona (RCDE), kurz RCD Espanyol, im deutschen Sprachraum allgemein bekannt als Espanyol Barcelona, ist ein Fußballverein aus Cornellà de Llobregat[1] im Großraum Barcelona.

Schnelle Fakten Basisdaten, Erste Fußballmannschaft ...
Espanyol Barcelona
Basisdaten
Name Reial Club Deportiu Espanyol de Barcelona
Sitz Cornellà de Llobregat, Spanien
Gründung 28. Oktober 1900
(als Sociedad Española de Football)
Farben blau-weiß
Präsident Alan Pace
Website rcdespanyol.com
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Manolo González
Spielstätte RCDE Stadium
Plätze 40.500
Liga Primera División
2024/25 14. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich
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Geschichte

Der Fußballklub wurde am 28. Oktober 1900 unter dem Präsidenten Ángel Rodríguez Ruiz von Studenten der Universität Barcelona in deren Aula gegründet. Der Verein ist somit einer der ältesten Fußballclubs in ganz Spanien. Der Name „Espanyol“ (katalanisch für „spanisch“) sollte zeigen, dass der Verein spanischen Ursprungs ist.

Zum Gründungszeitpunkt firmierte er noch unter dem offiziellen Namen Sociedad Española de Fútbol. Der Name „spanische Fußballgemeinschaft“ wurde aufgrund der Tatsache gewählt, dass alle Gründungsmitglieder aus Spanien stammten. Im Laufe der nächsten Jahre wurde der Verein allerdings zunehmend von Ausländern, insbesondere von Briten strukturiert.

Altes Wappen (1912–1931 und 1939–1998)

Espanyol, Gründungsmitglied der Primera División im Jahre 1929, ist einer der spanischen Vereine, die als Patron den spanischen König und die Bezeichnung Real („königlich“) im Namen und im Wappen tragen. Dieses Privileg geht auf den spanischen König Alfons XIII. von Spanien zurück, der dem Verein 1912 diese Ehre verlieh.

Seinen ersten großen Erfolg verbuchte der RCD Espanyol am 3. Februar 1929, als es der Mannschaft gelang, die Copa del Rey, den spanischen Königspokal, im Finale gegen Real Madrid zu gewinnen. 1933 wurde zu einem der erfolgreichsten Jahre des Vereins. In diesem Jahr gelang es ihm, die spanische Liga als Dritter zu beenden. Das war bis heute das beste Ergebnis des Clubs. Sieben Jahre später, 1940, triumphierte Espanyol mit 3:2 erneut über Real Madrid im Finale des Königspokals. Nach Jahren im Mittelmaß der Tabelle folgte in der Saison 1962/63 der erste große Rückschlag. Die Mannschaft stieg zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte ab. Dennoch folgte recht bald der erneute Wiederaufstieg in die Primera División, die höchste Spielklasse Spaniens.

International sorgte der Verein zum ersten Mal 1988 für Aufruhr, als das Team des damaligen Erfolgstrainers Javier Clemente überraschend das Finale des UEFA-Pokals erreichte. Das Finale gegen Bayer 04 Leverkusen, das damals noch in zwei Finalspielen ausgetragen wurde, stellt bis heute einen zugleich wichtigen und traurigen Aspekt in der Vereinsgeschichte dar. Nachdem man im heimischen Sarrià-Stadion Leverkusen bereits mit 3:0 geschlagen hatte, verlor das Team das Rückspiel in Leverkusen mit 0:3 und das anschließende Elfmeterschießen mit 2:3. Viele Vertraute im Umfeld von Espanyol meinen heute noch, dass sich der Verein nie von diesem Schock erholen konnte. Tatsächlich wurde man seinen Ansprüchen in den nächsten Jahren nicht mehr gerecht und der Verein geriet in eine finanzielle Krise, bei der unter anderem das Stadiongelände verkauft werden musste.

Im Jahr 1995 wurde der offizielle Vereinsname von Real Club Deportivo Español in Reial Club Sportiu Espanyol de Barcelona geändert.[2]

In der jüngeren Vergangenheit stabilisierte sich der Club weitestgehend – sowohl finanziell als auch sportlich. So gewann er in den Jahren 2000 und 2006 noch zwei weitere Male den Copa del Rey und erreichte im Mai 2007 erneut ein UEFA-Pokal-Endspiel, das ebenfalls im Elfmeterschießen gegen den FC Sevilla verloren wurde.

Nach der Saison 2019/2020 musste der Abstieg in die zweite Division hingenommen werden. Nach der Saison 2020/21 stieg Espanyol als Erster der zweiten Division wieder in die erste auf.

Rund fünf Jahre nach der Übernahme des englischen Premier-League-Aufsteigers FC Burnley hat die britisch-amerikanische Investmentgruppe Velocity Sport Limited (VSL) nun 2025 auch Espanyol Barcelona aufgekauft. Die bisher zum Firmenkonglomerat des Chinesen Chen Yansheng (Rastar Gruppe) gehörenden Katalanen bestätigten den Deal ohne Nennung der Kaufsumme, wie Medien berichteten. Im Jahr 2015 hatte Chen 99,6 Prozent der Espanyol-Anteile übernommen. Zweimal war der Klub dann in die Zweitklassigkeit gestürzt, schaffte aber in der zurückliegenden Spielzeit als Wiederaufsteiger den Klassenerhalt.[3]

Stadion

Espanyol trägt seine Heimspiele im RCDE Stadium (vorher: Estadi Cornellà-El Prat) aus. Im Zuge der wirtschaftlichen Stabilisierung des Vereins war im Herbst 2004 das Bauprojekt für ein neues Stadion im Vorort Cornellà begonnen worden. Es wurde nach den modernsten Standards der UEFA gebaut und soll nach zwei Ausbaustufen die Anforderungen des Verbands an ein sogenanntes „4-Sterne Stadion“ erfüllen – heute schon sind sämtliche Plätze überdacht. Zu Beginn der Saison 2009/10 wurde das Estadi Cornellà-El Prat eingeweiht. Mit dem Bau des eigenen Stadions wollte sich der Verein insbesondere unabhängig machen von der Stadt Barcelona, der das Olympiastadion gehört und die es für die Heimspiele an Espanyol vermietete. Es hat direkten Autobahnanschluss und liegt geographisch im Dreieck der Städte Cornellà de Llobregat, L’Hospitalet de Llobregat und Sant Boi de Llobregat. In diesen Nachbarstädten Barcelonas wohnt traditionell ein großer Teil der Fanbasis von Espanyol. Das Trainingsgelände findet sich indes genau auf der anderen Seite des Ballungsraumes Barcelona, in San Adrián de Besos. Sowohl hier als auch in den angrenzenden Badalona und Santa Coloma de Gramanet findet man ebenfalls ein hohes Fanpotential.

Anfangs trug Espanyol Barcelona seine Spiele an einer breiten Promenade nahe der Sagrada Família aus. 1923 zog der Verein in das neueröffnete Estadi Sarrià im vornehmen Stadtteil Sarrià um. Dieses war bei der WM 1982 ein Austragungsort. Bis zur Saison 1996/97 blieb der Verein dieser Spielstätte treu, bis er das Gelände aus finanziellen Gründen veräußern musste. Daraufhin erfolgte ein Umzug auf den Montjuïc, ins Olympiastadion von 1992, das Estadi Olímpic Lluís Companys (55.000 Plätze).

Trikot

Heutzutage sind die offiziellen Farben von Espanyol blau und weiß, doch zu seiner Gründungszeit liefen die Spieler mit gelben Trikots auf, aus dem einfachen Grund, dass einer der ersten Sponsoren des Teams diese zur Verfügung stellte. Erst in den nächsten Jahren entwickelten sich die heutigen Farben des Vereins.

1900
1901
1910
1915
1941
1966
2000
2001
2004
2010

Fans

Espanyol wird im Gegensatz zum katalanisch geprägten FC Barcelona von vielen Katalanen auch heute noch als Sinnbild für den spanischen Zentralstaat angesehen. Dennoch wandelte sich der Verein in den letzten Jahren und mittlerweile ist auch Espanyol ein katalanischer Verein. Die Fangruppen unterscheiden sich teils immer noch in spanisch und katalanisch.

Das Maskottchen des Vereins ist ein Wellensittich, der „Perico“ oder „Periquito“, in den Vereinsfarben blau-weiß. Dieser gibt auch der Anhängerschaft des Clubs ihren Namen.

Rivalität

Zwischen Espanyol und dem FC Barcelona besteht, bedingt durch die Lage, eine sportliche Rivalität, das sogenannte Derbi barceloní. Der FC Barcelona ist mit der deutlich höheren Anzahl an gewonnenen Titeln und Siegen im direkten Duell der klar dominantere Verein. In nur vier Spielzeiten gelang es Espanyol, sich in der Tabelle vor dem FC Barcelona zu platzieren, zuletzt 1941/42, allerdings kann Espanyol bis heute den höchsten Sieg zwischen beiden Teams verbuchen, ein 6:0 im Jahre 1951. Am Ende der Saison 2006/07 verspielte der FC Barcelona mit einem 2:2 bei Espanyol am vorletzten Spieltag die Meisterschaft im Fernduell mit Real Madrid.

Kader 2025/26

Weitere Informationen Nr., Nat. ...
Nr.Nat.NameGeburtsdatumim Verein seitVertrag bis
Torhüter
01 SpanienSpanien Ángel Fortuño 5. Okt. 2001 2024 2027
13 Serbien Marko Dmitrović 24. Jan. 1992 2025 2028
30 SpanienSpanien Pol Tristán 18. März 2002 2024 2026
Abwehrspieler
02 SpanienSpanien Rubén Sánchez 4. Feb. 2001 2022 2027
05 SpanienSpanien Fernando Calero 14. Sep. 1995 2019 2026
06 Uruguay Leandro Cabrera 17. Juni 1991 2020 2026
12 SpanienSpanien José Salinas 30. Sep. 2000 2025 2028
15 SpanienSpanien Miguel Rubio 11. März 1998 2025 2028
22 SpanienSpanien Carlos Romero 29. Okt. 2001 2024 2026
23 Marokko Omar El Hilali 12. Sep. 2003 2022 2027
38 DeutschlandDeutschland Clemens Riedel 19. Juli 2003 2025 2029
Mittelfeldspieler
04 SpanienSpanien Urko González de Zarate 20. März 2001 2025 2030
08 SpanienSpanien Edu Expósito 1. Aug. 1996 2022 2027
10 SpanienSpanien Pol Lozano 6. Okt. 1999 2020 2027
14 SpanienSpanien Ramón Terrats 18. Okt. 2000 2025 2026
18 Kongo Demokratische Republik Charles Pickel 15. Mai 1997 2025 2026
Stürmer
07 SpanienSpanien Javi Puado 25. Mai 1998 2018 2030
09 SpanienSpanien Roberto Fernández 3. Juli 2002 2025 2031
11 SpanienSpanien Pere Milla 23. Sep. 1992 2023 2027
16 Belgien Cyril Ngonge 26. Mai 2000 2026 2026
17 SpanienSpanien Jofre Carreras 17. Juni 2001 2022 2029
19 SpanienSpanien Kike García 25. Nov. 1989 2025 2027
20 SpanienSpanien Antoniu Roca 5. Sep. 2002 2024 2028
24 EnglandEngland Tyrhys Dolan 28. Dez. 2001 2025 2028
Stand: 17. Februar 2026[4]
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Trainer

  • Ted Garry Schottland (1922–1924)
  • Francisco Bru Spanien 1875 (1924–1926)
  • Jack Greenwell EnglandEngland (1927–1930)
  • Patricio Caicedo Spanien Zweite Republik (1930–1933)
  • Ramón Trabal Spanien Zweite Republik (1933–1935)
  • Harry Lowe EnglandEngland (1935)
  • Patricio Caicedo Spanien Zweite Republik (1935–1943)
  • Pedro Solé Spanien 1938 (1943)
  • Crisant Bosch Spanien 1938 (1943–1944)
  • Baltasar Albéniz Spanien 1938 (1944–1945)
  • Crisant Bosch Spanien 1945 (1945–1946)
  • Josep Planas Spanien 1945 (1946–1947)
  • José Espada Spanien 1945 (1947–1949)
  • Patricio Caicedo Spanien 1945 (1949–1950)
  • Juan José Nogués Spanien 1945 (1950–1952)
  • Alejandro Scopelli Argentinien ItalienItalien (1952–1954)
  • José Espada Spanien 1945 (1954–1955)
  • Odilio Bravo Spanien 1945 (1955)
  • Ricardo Zamora Spanien 1945 (1955–1957)
  • Elemér Berkessy Ungarn 1957 (1957–1958)
  • Marcel Domingo FrankreichFrankreich (1958–1959)
  • Antonio Barrios Spanien 1945 (1959–1960)
  • Ernesto Pons Spanien 1945 (1960–1961)
  • Alejandro Scopelli Argentinien ItalienItalien (1961)
  • Ricardo Zamora Spanien 1945 (1961)
  • José Luis Saso Spanien 1945 (1961)
  • Ricardo Zamora Spanien 1945 (1961)
  • Julián Arcas Spanien 1945 (1961–1962)
  • Heriberto Herrera Paraguay 1954 (1962–1963)
  • Pedro Areso Spanien 1945 (1963)
  • Pedro Solé Spanien 1945 (1963–1964)
  • László Kubala Tschechoslowakei / Ungarn 1957 / Spanien 1945 (1964–1965)
  • Fernando Argila Spanien 1945 (1965–1966)
  • José Espada Spanien 1945 (1966)
  • Jenő Kalmár Ungarn 1957 (1966–1968)
  • Antonio Argilés Spanien 1945 (1968–1969)
  • Fernando Riera Chile (1969–1970)
  • Rafael Iriondo Spanien 1945 (1970)
  • Ferdinand Daučík Tschechoslowakei (1970–1971)
  • José Santamaría Uruguay / Spanien 1945 (1971–1977)
  • Heriberto Herrera Paraguay 1954 (1977–1978)
  • José Antonio Irulegui Spanien 1977 (1978–1979)
  • Vicente Miera Spanien 1977 (1979–1980)
  • José María Maguregui Spanien 1977 (1980–1983)
  • Milorad Pavić Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik (1983)
  • Xabier Azkargorta SpanienSpanien (1983–1986)
  • Javier Clemente SpanienSpanien (1986–1989)
  • José Mauri SpanienSpanien (1989)
  • Raúl Longhi Argentinien (1989)
  • José María García de Andoin SpanienSpanien (1989)
  • Benito Joanet SpanienSpanien (1989)
  • Juanjo Díaz SpanienSpanien (1989–1990)
  • Luis Aragonés SpanienSpanien (1990–1991)
  • Ljupko Petrović Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik (1991)
  • Jaume Sabaté SpanienSpanien (1991–1992)
  • Javier Clemente SpanienSpanien (1992)
  • José Manuel Díaz Novoa SpanienSpanien (1992–1993)
  • Juanjo Díaz SpanienSpanien (1993)
  • José Antonio Camacho SpanienSpanien (1993–1996)
  • Pepe Carcelén SpanienSpanien (1996–1997)
  • Vicente Miera SpanienSpanien (1997)
  • Paco Flores SpanienSpanien (1997)
  • José Antonio Camacho SpanienSpanien (1997–1998)
  • Marcelo Bielsa Argentinien (1998)
  • Miguel Brindisi Argentinien (1998–2000)
  • Paco Flores SpanienSpanien (2000–2002)
  • Juande Ramos SpanienSpanien (2002)
  • Ramón Moya SpanienSpanien (2002)
  • Javier Clemente SpanienSpanien (2002–2003)
  • Luis Fernández FrankreichFrankreich (2003–2004)
  • Miguel Ángel Lotina SpanienSpanien (2004–2006)
  • Ernesto Valverde SpanienSpanien (2006–2008)
  • Tintín Márquez SpanienSpanien (2008)
  • Mané SpanienSpanien (2008–2009)
  • Mauricio Pochettino Argentinien (2009–2012)
  • Javier Aguirre Mexiko (2012–2014)
  • Sergio SpanienSpanien (2014–2015)
  • Constantin Gâlcă Rumänien (2015–2016)
  • Quique Sánchez Flores SpanienSpanien (2016–2018)
  • David Gallego SpanienSpanien (2018)
  • Rubi SpanienSpanien (2018–2019)
  • David Gallego SpanienSpanien (2019)
  • Pablo Machín SpanienSpanien (2019)
  • Francisco Rufete SpanienSpanien (2019)
  • Abelardo Fernández SpanienSpanien (2019)
  • Vicente Moreno SpanienSpanien (2020–2022)
  • Luis Blanco SpanienSpanien (2022)
  • Diego Martínez SpanienSpanien (2022–2023)
  • Luis García SpanienSpanien (2023)
  • Luis Miguel Ramis SpanienSpanien (2023–2024)
  • Manolo González SpanienSpanien (2024–)

Bekannte ehemalige Spieler

Erfolge

Espanyol Barcelona Frauen

Commons: Espanyol Barcelona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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