Etelcalcetid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Etelcalcetid ist ein Arzneistoff zur Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus, einer Erkrankung die vor allem bei Menschen mit einer Chronischen Nierenerkrankung auftritt und zu erhöhten Parathormonkonzentrationen im Blut führt.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Etelcalcetid
Allgemeines
Freiname Etelcalcetid
Summenformel C38H73N21O10S2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1262780-97-1
PubChem 71511839
DrugBank DB12865
Wikidata Q21098973
Arzneistoffangaben
ATC-Code

H05BX04

Wirkstoffklasse

Calciumrezeptormodulatoren

Eigenschaften
Molare Masse 1048,25 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Wirkstoffstruktur und Pharmakokinetik

Etelcalcetid ist ein synthetisches Oligopeptid. Darin sind sieben D-Aminosäuren linear über peptidische Bindungen verbunden. Eine achte Aminosäure, das L-Cystein, ist mit D-Cystein über eine Disulfidbrücke verbunden:

N-Ac–D-Cys–D-Ala–D-Arg–D-Arg–D-Arg–D-Ala–D-Arg-NH2
        |
   H-L-Cys-OH

Die molare Masse des Wirkstoffs beträgt 1048,3 Da. Die Metabolisierung des Medikaments erfolgt durch Disulfidaustausch mit thiolhaltigen Molekülen des Körpers und findet weniger durch Enzyme statt. Eine Wirkung auf den wichtigen Cytochrom P450-Metabolismus ergab sich im Laborversuch nicht.[2] Im menschlichen Blut bindet Etelcalcetid kovalent über Disulfidbindung an das Bluteiweiß Albumin. Der Arzneistoff wird über die Nieren ausgeschieden und bei Dialysepatienten durch die Hämodialyse aus dem Blut entfernt.[3]

Arzneimittelwirkung

Etelcalcetid ist ein allosterischer Modulator des calciumsensitiven Rezeptors an der Nebenschilddrüse. Wie andere Medikamente seiner Wirkstoffklasse erhöht das Medikament durch die Bindung die Sensitivität des Rezeptors, woraus die nachgeschaltete Parathormonproduktion reduziert wird.[4] Etelcalcetid bindet an die extrazelluläre Domäne des calciumsensitiven Rezeptors und unterscheidet sich dadurch vom vergleichbar eingesetzten Wirkstoff Cinacalcet, der an der Transmembran-Domäne wirkt.[5] Die Verabreichung von Etelcalcetid ist intravenös. Zwei randomisierte und kontrollierte prospektive Studien konnten eine vergleichbare Wirkung mit dem peroral verabreichten Medikament Cinacalcet nachweisen.[4]

Zulassungsstatus

  • Europäische Union: Am 11. November 2016 wurde Etelcalcetid unter dem Präparatenamen Parsabiv zur Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus bei erwachsenen Patienten mit chronischer Nierenerkrankung, die sich einer Hämodialysetherapie unterziehen, zugelassen.[6]
  • USA: Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat Etelcalcetid am 7. Februar 2017 zugelassen.[7]

Einzelnachweise

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