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Ethylencarbonat

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Ethylencarbonat, korrekt auch als 1,3-Dioxolan-2-on bezeichnet, ist eine farblose und fast geruchlose, bei Raumtemperatur feste Verbindung.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Ethylencarbonat
Allgemeines
Name Ethylencarbonat
Andere Namen
  • 1,3-Dioxolan-2-on
  • EC
  • ETHYLENE CARBONATE (INCI)[1]
Summenformel C3H4O3
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 96-49-1
EG-Nummer 202-510-0
ECHA-InfoCard 100.002.283
PubChem 7303
Wikidata Q421145
Eigenschaften
Molare Masse 88,06 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,32 g·cm−3 (40 °C)[3]

Schmelzpunkt

36 °C[3]

Siedepunkt

248 °C (Zersetzung)[3]

Dampfdruck

21 Pa (20 °C)[3]

Löslichkeit
  • gut in Wasser (88,1 g·l−1 20 °C)[3]
  • gut in Ethanol und anderen organischen Lösungsmitteln[2]
Brechungsindex

1,4148 (50 °C)[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[5]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 319
P: 264​‐​280​‐​301+310+331​‐​305+351+338​‐​312[5]
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−508,4 kJ/mol (g)[6]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Synthese

Ethylencarbonat 2 ist als cyclischer Ester aus Kohlensäure und Ethylenglycol aufzufassen, wird aber aus Ethylenoxid 1 und Kohlenstoffdioxid (CO2) hergestellt, als Katalysatoren finden dabei in der Industrie quartäre Ammoniumsalze Verwendung, im Labor auch Aluminium-Porphin-Komplexe oder Bis(triphenylphosphin)-nickel(0)[7]. Letztere gestatten die Addition von Kohlenstoffdioxid auch unter sehr milden Bedingungen durchzuführen:[8][9]

Ethylencarbonate Synthese
Ethylencarbonate Synthese

2007 wurde von Shell der besonders elegante OMEGA-Prozess patentiert, in dem in Wasser Ethylencarbonat aus Ethylenoxid hergestellt und in der gleichen Anlage zu Ethylenglycol hydrolysiert wird. Dieser Weg vermeidet die bei der direkten Ringöffnung von Ethylenoxid praktisch unvermeidliche Bildung von Oligomeren.

Industriell kann aus jedem Epoxid bzw. Epoxidharz das entsprechende Carbonat hergestellt werden, indem bei ca. 80 °C Kohlendioxid mit 2–6 bar auf die gerührte Oberfläche einer Epoxidlösung in Toluol oder Xylol gepresst wird.

Eigenschaften

Cyclische Carbonate bilden bei ca. 120 °C mit Glycolen oder anderen hochsiedenden Alkoholen offenkettige Carbonate.

Cyclische Carbonate bilden bei ca. 80 °C mit Aminen offenkettige Urethane. Primäre Amine sind dabei wesentlich reaktiver als sekundäre.

Ethylencarbonat hat einen Flammpunkt von 143 °C.[3]

Verwendung

Ethylencarbonat wird in der chemischen Industrie als Ausgangsstoff für Synthesen und als Lösungsmittel bei höheren Temperaturen verwendet. So dient es als

Risikobewertung

Ethylencarbonat wurde 2015 von der EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von Ethylencarbonat waren die Besorgnisse bezüglich Verbraucherverwendung, Exposition von Arbeitnehmern, hoher (aggregierter) Tonnage, anderer gefahrenbezogener Bedenken und weit verbreiteter Verwendung sowie der möglichen Gefahr durch reproduktionstoxische Eigenschaften. Die Neubewertung fand ab 2018 statt und wurde von Lettland durchgeführt. Anschließend wurde ein Abschlussbericht veröffentlicht.[12][13]

Einzelnachweise

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