Eugen Hanetzog

deutscher Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Eugen Friedrich Wilhelm Hanetzog (* 6. August 1860 in Carlsruhe (Oberschlesien); † 11. August 1921 in Berlin)[1] war ein deutscher Historien- und Genremaler sowie Illustrator.

Die Findung Mosis (1886), im Hause Fränkel, Neustadt

Leben

Eugen Hanetzog war ein Sohn des Forstrentmeisters Friedrich Hanetzog und dessen Frau Hedwig, geb. Pfeiffer.[2] Ab 1876 war er an der Kunstakademie in Berlin Schüler bei Paul Thumann, Max Michael, Ernst Hildebrand und Anton von Werner. Bereits als Student war er seit 1884 mit seinen Werken auf den Kunstausstellungen der Akademie und ab 1894 auf den Großen Berliner Kunstausstellungen vorwiegend mit Öl- und Gouachebildern vertreten. Als Meisteratelierschüler Anton von Werners und E. Hildebrands wurde ihm von der Akademie der Preis der Adolf-Ginsberg-Stiftung für 1889 in Höhe von 2000 Mark verliehen.[3][4] Schon 1883 war er Hilfslehrer und von 1888 bis 1893 Lehrer an der Königlichen Kunstschule.[5]

Die Berliner Adressbücher führten ihn ab 1892 als Maler. 1905–1908 betrieb er eine „akademische Malschule“ und ab 1908 ein „Atelier für Kunst- und Kunstgewerbe“, zeitweise auch unter dem Namen Hanetzog & Stephan.[6][7][8][9] Etwa um 1900 gab er Abendkurse an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums.

Hanetzog war zunächst als Historien- und Genremaler tätig, belegt etwa durch das 1884 auf der Berliner Akademieausstellung gezeigte Gemälde Iphigenie erkennt ihren Bruder Orestes, das ein Hauptwerk des Künstlers darstellt. Es zeigt eine Episode aus Euripides’ Tragödie Iphigenie bei den Taurern.[10] Hervorzuheben ist auch ein Fresko, das er 1886 für die Familie des Fabrikanten Samuel Fränkel in Neustadt in Oberschlesien fertigte. Die Auffindung des Moses füllt eine komplette Wand im Saal des ersten Stockwerks der Villa, das heute als Kulturzentrum genutzt wird.[11] Hanetzog ist heute vor allem als Buchillustrator bekannt. Der Illustration von Büchern widmete er sich nach 1900 zunehmend, vorwiegend für den von Walther Bloch-Wunschmann (1873–1915) gegründeten Verlag Jugendhort.

Werke (Auswahl)

Malerei
  • Iphigenie erkennt ihren Bruder Orestes. Ölgemälde, 128,5 × 162,5 cm, Berlin 1884[10][12][13]
  • Harfenspielerin. Gouache, Berlin 1888[14]
  • Zigeunerin. Gouache, Berlin 1888
Fresken
Illustrationen

Literatur

Einzelnachweise

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