Eva Beuys

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Eva-Maria Beuys, bis 1959 Eva-Maria Wurmbach (* 4. August 1933 in Bonn), ist eine deutsche Fotografin. Als Witwe des 1986 verstorbenen Künstlers Joseph Beuys erbte und verwaltet sie mit ihren Kindern dessen Nachlass.

Leben

Eva Beuys ist eine von vier Töchtern des Bonner Zoologen Hermann Wurmbach und dessen Ehefrau Maria, geborene Küchenhoff (1905–1989). Sie studierte Kunsterziehung an der Kunstakademie Düsseldorf. Dort lernte sie 1958 auf einer Karnevalsfeier den damals 37-jährigen Künstler Joseph Beuys kennen. Sie wurden ein Paar. Die schriftliche Arbeit ihres Staatsexamens über Die Landschaften in den Hintergründen der Gemälde Leonardos (1959), die 1974 veröffentlicht wurde, illustrierte Joseph Beuys mit „schematischen Zeichnungen“.[1] Am 18. September 1959 heirateten sie in der Kirche St. Maria und Clemens von Schwarzrheindorf. 1961 bezogen sie das Haus Drakeplatz 4 in Düsseldorf-Oberkassel. Im selben Jahr wurde der Sohn Boien Wenzel, 1964 die Tochter Jessyka geboren. Ebenfalls 1961 trat ihr Ehemann eine Professur an der Kunstakademie Düsseldorf an.

Eva Beuys hielt das Werk ihres Ehemanns in verschiedenen Arbeitsphasen und ungewöhnlichen Situationen als Fotografin fest. Hierzu hatte sie 1961 eine Plattenkamera des Typs Maximar 27 (9 × 12 cm) erworben. Die Aufnahmen der Glasplatten entwickelte sie mit dem Belichtungsapparat Linhof eigenhändig. Einige Aufnahmen flossen in Environments ihres Ehemanns ein, etwa in die Arbeit Arena – dove sarei arrivato se fossi stato intelligente! (1970–1972).[2]

Die Person Eva Beuys weckte besonderes kunsthistorisches und öffentliches Interesse, weil sie Einfluss auf das Leben und die künstlerische Arbeit ihres Ehemanns genommen hat und weil sie mit ihren Kindern dessen Nachlass verwaltet. Sie gilt auch als Entwerferin seiner markanten Kleidung.[3] Zusammen mit dem Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart begründeten sie und ihre Kinder 1996 das Joseph Beuys Medien-Archiv. Als Erbin und Sachwalterin ihres Mannes intervenierte sie zu verschiedenen Anlässen, etwa 2009 im Zusammenhang mit der Ausstellung von Fotografien Manfred Tischers zu Aktionen ihres Ehemanns, oder als sie im Jahr 2014 erfahren hatte, dass Reste der Fettecke ihres Ehemanns im Museum Kunstpalast durch Destillation zerstört worden waren.

Ein Portfolio von 63 ihrer großformatigen Bilder, die zwischen 1961 und 1975 im Beuys’schen Wohnatelier in Düsseldorf-Oberkassel aufgenommen worden waren, erwarb das Joseph-Beuys-Archiv des Landes Nordrhein-Westfalen[4] mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder und der Kunststiftung NRW. 2018 wurden die Bilder im Museum Schloss Moyland ausgestellt.[5]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Die Landschaften in den Hintergründen der Gemälde Leonardos. Examensarbeit an der Kunstakademie Düsseldorf (1959), 1. Auflage, Verlag Schellmann & Klüser, München 1974 (2. Auflage 1977).
  • als Herausgeberin: Joseph Beuys. Das Geheimnis der Knopse zarter Hülle. Texte 1941–1986. Schirmer und Mosel Verlag, München 2000, ISBN 978-3-8881-4924-5.
  • als Fotografin: Beuys. Düsseldorf-Oberkassel. Drakeplatz 4. Schirmer und Mosel Verlag, München 2016, ISBN 978-3-8296-0704-9.

Einzelnachweise

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