Eva Johanna Rubin
deutsche Illustratorin
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Eva Johanna Rubin (* 22. April 1925 in Berlin; † 26. November 2001 ebenda) war eine deutsche Illustratorin und Graphikerin.

Leben und Werke
Eva Johanna Rubin studierte 1941 ein Semester lang an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und setzte dieses Studium in den Jahren 1946 bis 1951 fort. Zu ihren Lehrern gehörten Max Kaus, Peter Kleinschmidt und Peter Fischer. Ihr erstes Bilderbuch, Der bunte Garten, veröffentlichte Rubin im Jahr 1946 bei Thieme. In den 1940er und 1950er Jahren illustrierte Eva Johanna Rubin, die 1951 den Architekten Rainer König heiratete, diverse Bücher für Erwachsene, darunter Die Nonne von Monza von Alessandro Manzoni und Karel Poláčeks Bezirksstadt.
Beim vom Kinderbuchverlag Berlin ausgeschriebenen Wettbewerb für 1001 Nacht gewann Rubin 1956 den zweiten Preis. In der Folge illustrierte sie zahlreiche Bücher für diesen Verlag. Insgesamt wurden über 50 Bücher mit Illustrationen von Rubins Hand veröffentlicht,[1] darunter Kleine Gratulanten von Theodor Fontane und Der Drachenturm von James Krüss. Rubins Arbeiten wurden in beiden deutschen Staaten hoch geschätzt. Auch nach dem Mauerbau illustrierte sie auch weiterhin Bücher für bundesdeutsche Verlage. Das besonders erfolgreiche, von James Krüss verfasste, 3 × 3 an einem Tag erschien beispielsweise zuerst im Annette Betz Verlag in München und erst 1969 als Lizenzausgabe im Kinderbuchverlag. Allein dieses Buch wurde unter anderen ins Englische (1965), Kroatische, Serbische, Mazedonische und Ungarische (alle 1966), Italienische (1969), Dänische und Schwedische (1970) übersetzt. In den USA steht es im Ruf, ein Kinderbuchklassiker zu sein, der dauerhaft immer wieder neu aufgelegt werden wird. Das ehemalige Museum für Deutsche Volkskunde (heute Museum Europäischer Kulturen) in Berlin widmete ihr von September bis November 1992 die auch 1993 auf der Burg Wissen in Troisdorf gezeigte Ausstellung und das daraud basierende Begleitheft Sag mal, wo ist Tinke Tunk – Die phantastische Welt der Eva Johanna Rubin.
Rubin war bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.
Auszeichnungen
Deutscher Jugendbuchpreis
- 1964: 3 × 3 an einem Tag
Auswahlliste zum Deutschen Jugendbuchpreis
- 1963: Der Goldfaden
- 1965: Der böse Bär
- 1966: Tannenbaum und Weihnachtsstern
Schönste Bücher der Bundesrepublik Deutschland
- 1963: 3 × 3 an einem Tag
- 1968: Das Liederkarussell
Schönste Bücher der DDR
- 1962: Kleine Gratulanten
- 1963: Großmütterchen Immergrün
- 1964: Das Feuerzeug
- 1966: Das Tierschiff
- 1974: Die Gärten von Dorr
- 1976: Nußknacker und Mausekönig
Internationale Buchausstellung Leipzig
- 1965: 3 × 3 an einem Tag, Silbermedaille
- 1965: Das Feuerzeug, Silbermedaille
- 1967: Das Tierschiff, Silbermedaille
- 1971: Das Tierschiff, Bronzemedaille
- 1977: Nußknacker und Mausekönig, Bronzemedaille
Hans-Baltzer-Preis des Kinderbuchverlages Berlin
- 1986: für hervorragende Buchkünstlerische Leistungen
Teilnahme an Ausstellungen
- 1952: Bautzen, Görlitz und Zittau („Berliner Künstler“)
- 1957: Berlin, Ausstellungspavillon Werderstraße („Junge Künstler der DDR“)
- 1958/1959: Dresden, Vierte Deutsche Kunstausstellung
- 1958: Berlin, Bezirkskunstausstellung
- 1979: Berlin, Ausstellungszentrum am Fernsehturm („Die Buchillustrationen in der DDR. 1949 – 1979“)
Literatur
- Theodor Kohlmann, Jutta Grützmacher, Klaus Ensikat, Annemarie Verweyen, Andreas Bode: Sag mal, wo ist Tinke Tunk. Die phantastische Welt der Eva Johanna Rubin (= Kleine Schriften der Freunde des Museums für Deutsche Volkskunde, Heft 13). Verein der Freunde des Museums für Deutsche Volkskunde, Berlin 1992, ISBN 3-924084-07-6
- Rubin, Eva-Johanna. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 794
Weblinks
- Literatur von und über Eva Johanna Rubin im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Biografischer Abriss auf der Webseite der Staatsbibliothek zu Berlin
- Werkverzeichnis in einem privaten Blog