Eva Kittelmann
österreichische Schriftstellerin
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Eva Kittelmann (* 15. Oktober 1932 in Wien; † 7. Jänner 2026 ebenda)[1] war eine österreichische Schriftstellerin, bekannt besonders für ihre Lyrik.
Leben
Eva Kittelmann residierte zeitlebens in ihrem Geburtsort Wien. Sie besuchte ein humanistisches Gymnasium. Von 1950 bis 1952 absolvierte sie eine Buchhandelslehre. Parallel dazu besuchte sie Vorlesungen der Publizistik, Theaterwissenschaften und Theologie. Letztere an der Wiener Katholischen Akademie. Von 1955 bis 1957 erhielt sie bei Heinrich Kraus eine Schauspiel- und Rhetorik-Ausbildung bis zur Bühnenreife. Kittelmanns berufliche Laufbahn baute auf ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin auf. Sie nahm 1954 ihre Tätigkeit beim Ed. Wancura-Verlag auf und war dort bis 1992 im Verlagswesen tätig. Sie bekleidete bis zum Ende ihrer Karriere die Positionen einer Lektorin, Verlagsleiterin und Konsulentin.[2][3]
Obwohl Kittelmann bereits als Jugendliche literarisch tätig war, trat sie erst im Ruhestand mit ihren Werken an die Öffentlichkeit.[4][2]
Als gläubige Christin thematisierte sie auch theologische Fragestellungen in ihrem Werk und in Gesprächen.[3]
Literarisches Wirken
Eva Kittelmann verfasste Romane, Lyrik und Essays. Zudem war sie als Übersetzerin in den Sprachen Englisch, Französisch und Italienisch tätig.[5]
Bevor Eva Kittelmann 1993 mit ihrem ersten Lyrikband „Atrium tanzender Stille“ ihr öffentliches Debüt hatte, gab sie 1987 einen Privatdruck für Freunde namens Aus einem Stundenbuch in nummerierter Auflage heraus. Es folgten in den nächsten Jahren ungefähr 40 weitere dieser Almanache zu bestimmten Themen[2].[6] Eine 16-seitige Analyse ihres Werks von Maria-Dolores Raich-Ulan im Jahr 1990 in Cuadernos de Cultura, Barcelona motivierte sie zu weiterer Beschäftigung mit Lyrik.[2][5]
Bekannt ist Eva Kittelmann besonders für ihre Quadratur-Edition. Sie bezieht sich auf den Satz der Quadratur des Kreises. Die Bücher der Edition sind von quadratischem Format; ebenso sind die Texte quadratisch angeordnet. Die Bücher wirken daher nach allen vier Seiten gleich offen. Die Autorin hat diverse Texte, die sie über lange Zeit gesammelt hat, in den Editionen nach Denkzugängen neu geordnet. Von 2012 bis 2022 wurden nach diesem Vorgehen acht Bücher veröffentlicht, die unter verschiedenen Leitgedanken stehen: Die Quadratur der Verse (2012), der Texte (2014), der Legenden (2017), der Sinne (2019), des Denkens (2020), der Szenen (2021), der Glossen (2022) und Die Quadratur der Stunden (2022).[7][8][9] Allen Büchern hat die Autorin die Anmerkung „lyrische Sequenzen“ beigefügt. Nach Helmuth Schönauer vom Tiroler Bildungsservice verweist dies auf die poetische Emotionalität der Textquadrate oder „sollen einen ins Auge gefassten Augenblick zu einem poetischen Wimpernschlag verhelfen“.[7]
Rezeption
Gottfried Pixner rezensierte das Buch Die Quadratur des Denkens für den Österreichischen Schriftsteller/innenverband.
Für ihn folgt das Buch einem Textausschnitt des Buchbeitrags „Denken“, der von ihm zitiert wird: … „wir können das Denken gar nicht mehr verlernen, ihm stündlich ausgesetzt & ausgeliefert. Wir sitzen mitten drin. Kann sein, dass fern ein Endpunkt der Gedanken, unendlicher Gedankenreihen, jetzt nah erscheint (oder auch nicht). Denken ist Licht, ist Einsicht und Bemessen …“
Er vergleicht die analytische Durchdringung, Formung und Umformung der Reflexionen über das Denken mit der Vorgehensweise der antiken Philosophen, wobei jedoch die „bildhaft-dichte Prosa“ der Autorin die der antiken Denker oft übertrifft.
Die Autorin befasst sich in den Texten mit der Schönheit und den damit verbundenen Abgründen des Menschen inmitten seiner zum Teil prächtigen, zum Teil monströsen Welt. Bei Beiträgen zum Phänomen der Künste merkt man der Autorin an, dass sie über detaillierte Kenntnisse zur Geistes- und Kulturgeschichte verfügt. Dies führt laut Pixner zu gedanklichen Verknüpfungen, die an ein literarisches „Exerzierfeld ungewöhnlicher Assoziationen“ erinnern lassen.[10]
Verbindung zu Fachgesellschaften
Eva Kittelmann war Mitglied im Österreichischen Schriftsteller/innenverband, der Gesellschaft der Lyrikfreunde, der Erika-Mitterer-Gesellschaft, dem Verband der Geistig Schaffenden und Autoren, der Kulturgemeinschaft „Der Kreis“, dem Verband katholischer Schriftsteller Österreichs und dem Literaturkreis Podium. Zudem war sie Beirat und Projektleiterin für Poetik der Plattform Bibliotheksinitiativen Wien.[2] Den Verband katholischer Schriftsteller Österreichs vertrat sie von 2013 bis 2021 als Präsidentin.[6][11][12]
Auszeichnungen
- 2002 Wilhelm-Szabo-Lyrikpreis[13]
- 2003 Zauberg-Lyrikpreis[5]
- 2010 Jurorenpreis der Gesellschaft der Lyrikfreunde[2]
Publikationen (Auswahl)
- Atrium tanzender Stille. Ed. L., Hockenheim 1993, ISBN 978-3-927932-98-2
- Eva Kittelmann: ausgewählte Gedichte. Podium, Wien 2012, ISBN 978-3-902054-99-9
- Die Quadratur der Verse. Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 2012, ISBN 978-3-99028-164-2
- Ergründungen : Gedankenlyrik : "Um in den Fragen zu bleiben". Edition Doppelpunkt in der Erika Mitterer Gesellschaft, Wien 2017, ISBN 978-3-85273-210-7
- Die Quadratur des Denkens. Verlagshaus Hernals, Wien 2020, ISBN 978-3-902975-82-9
- Die Quadratur der Szenen. Verlagshaus Hernals, Wien 2021, ISBN 978-3-903442-08-5
- Die Quadratur der Stunden. Verlagshaus Hernals, Wien 2022, ISBN 978-3-903442-26-9
Literatur
- Maria-Dolores Raich-Ulan: La poesia de E. M. Kittelmann, Cuadernos de Cultura, Encarnacíon, Barcelona 1990.