Eva Weber (Politikerin)
deutsche Politikerin
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Eva Weber (* 31. Mai 1977 in Wangen im Allgäu als Eva Zeller) ist eine deutsche Politikerin (CSU). Von 2020 bis 2026 war sie die erste Oberbürgermeisterin in der Geschichte von Augsburg, bei der Stichwahl um das Amt am 22. März 2026 unterlag sie ihrem Konkurrenten Florian Freund (SPD).

Leben
Eva Weber ist die Tochter des CSU-Politikers und ehemaligen Staatssekretärs Alfons Zeller. Sie verbrachte ihre Kindheit in ihrem Heimatort Burgberg im Allgäu. 1996 machte sie ihr Abitur am Gymnasium Sonthofen. Von 1996 bis 2002 studierte sie Rechtswissenschaften in Augsburg und Bayreuth. Es folgte ein zweijähriges Referendariat in Nürnberg. Erste berufliche Stationen waren der Sparkassenverband Bayern sowie von 2005 bis 2009 die Industrie- und Handelskammer Schwaben. Im April 2009 wechselte Eva Weber ins Wirtschaftsreferat der Stadt Augsburg als Wirtschaftskoordinatorin und Referatsjuristin. Als der damalige Wirtschaftsreferent im August 2010 erkrankte, wurde sie zunächst Leiterin des Wirtschaftsreferats.[1] Im Juli 2011 wurde sie schließlich zu dessen Nachfolgerin als berufsmäßige Stadträtin und Wirtschaftsreferentin ernannt.[2]
Weber ist verheiratet und lebt in der Augsburger Innenstadt.
Politik
Bei den Kommunalwahlen am 16. März 2014 trat Eva Weber erstmals auf der Liste der CSU auf Listenplatz 4 an. Mit 41.710 Stimmen erreichte sie das zweitbeste Ergebnis auf der CSU-Liste und das drittbeste Ergebnis aller 588 Kandidaten – hinter dem amtierenden Oberbürgermeister Kurt Gribl (65.840) und dem SPD-Spitzenkandidaten Stefan Kiefer (44.656).[3] In der Stadtratsperiode ab Mai 2014 bekleidet Weber den Doppelposten als Wirtschafts- und Finanzreferentin. Diese beiden Aufgaben wurden vorher in zwei getrennten Referaten geführt. Außerdem wurde sie in der konstituierenden Sitzung am 2. Mai 2014 zur 2. Bürgermeisterin der Stadt Augsburg und damit zur Stellvertreterin von Oberbürgermeister Kurt Gribl gewählt. Dabei setzte sie sich mit 41 zu 17 Stimmen gegen ihren Vorgänger Hermann Weber (CSM, nicht verwandt) durch.[4]
Am 27. Mai 2019 wurde Weber von der Augsburger CSU als Oberbürgermeisterkandidatin für die Kommunalwahlen am 15. März 2020 nominiert.[5] Mit 43,1 zu 18,1 Prozent schaffte sie es mit deutlichem Vorsprung in die Stichwahl.[6][7] Diese gewann sie am 29. März 2020 mit 62,3 Prozent gegen ihren Herausforderer von der SPD, Dirk Wurm (37,7 Prozent).[8] Damit war Eva Weber ab dem 1. Mai 2020 Oberbürgermeisterin von Augsburg. Bei der Kommunalwahl 2026 unterlag sie in der Stichwahl ihrem Konkurrenten Florian Freund (SPD) mit 43,2 Prozent zu 56,6 Prozent (Wahlbeteiligung 36,99 Prozent), die Amtsübergabe erfolgt Anfang Mai 2026.
Am 15. Juli 2020 wurde Weber zum Vorstandsmitglied des Bayerischen Städtetags gewählt.[9] Sie war Mitglied der 17. Bundesversammlung.
Trivia
Kritik
Eva Weber wurde für die Versetzung ihrer Pressesprecherin Stella Plazibat kritisiert, die aufgrund einer Beziehung zu einem Oppositionspolitiker erfolgte. Das Arbeitsgericht Augsburg urteilte, die Versetzung sei unrechtmäßig, da die neue Stelle nicht vergleichbar sei. Die Stadt argumentierte mit Vermeidung von Interessenskonflikten, konnte dies jedoch nicht überzeugend darlegen.[13][14]
Beim Umbau des Staatstheaters stiegen die Kosten von 186 auf Ende 2025 kalkulierte 417 Millionen Euro. Oppositionsparteien warfen Weber mangelnde Projektkontrolle, Transparenzlücken und widersprüchliche Aussagen vor, was zu einem Vertrauensverlust führe.[15][16][17]
Bei ihrer Renominierung durch die CSU 2025 erhielt Weber nur 72 Prozent Zustimmung (gegenüber 97 Prozent 2019). Innerparteiliche Kritik bezog sich auf Entscheidungen der schwarz-grünen Koalition, ihren Regierungsstil und schlechte Kommunikation.[18]
In einer Stadtratssitzung 2021 nannte Weber einen Stadtrat öffentlich einen „Depp“, was als unprofessionell kritisiert wurde.[19]
Die Opposition warf Weber vor, Amt und Partei auf Instagram zu vermischen, was die Neutralitätspflicht verletze. Dies führte zu einer Prüfung durch die Regierung von Schwaben, die das Vorgehen nicht beanstandete.[20]