Evangelische Kirche Hitzerode

Kirchengebäude in Hitzerode From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Evangelische Kirche Hitzerode ist eine denkmalgeschützte, ehemals wehrhafte Anlage mit einem spätgotischem Chorturm und einem Schiff, das im Jahr 1793 fertiggestellt wurde. Hitzerode, das erstmals im Jahr 1195 als „Hůntzenrodt“ urkundlich erwähnt wurde, liegt auf einer Hochfläche des östlichen Meißnervorlands im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis. Das Dorf wurde im Dezember 1971 im Rahmen der hessischen Gebietsreform mit Frankershausen und Frankenhain zur neu gebildeten Gemeinde Berkatal zusammengeschlossen.[1]

Ansicht von Südosten

Die evangelische Kirchengemeinde Hitzerode bildet mit den benachbarten Gemeinden Frankenhain, Frankershausen, Wellingerode und Wolfterode das Kirchspiel Berkatal-Meißner 2. Gemeinsam mit den vier Kirchengemeinden Abterode, Alberode, Germerode und Vockerode des Kirchspiels Berkatal-Meißner 1 gehören sie zu einem Großkirchspiel innerhalb des Kirchenkreises Werra-Meißner im Sprengel Kassel der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.[2]

Kirchengebäude

Die Kirche in der alten Ortsmitte wurde seit vorreformatorischer Zeit in vier Abschnitten errichtet. Ältester erhaltener Teil ist der massive Sockel des Chorturmes. Er wird auf Anfang des 16. Jahrhunderts datiert. Die beiden aufsitzenden Fachwerkgeschosse stammen aus den Jahren um 1687. Ihr Gefüge wird durch die mehrfach verriegelten Mannfiguren mit leicht gebogenen Fußstreben geprägt. Oberer Abschluss ist eine sogenannte „Welsche Haube“ aus dem Jahr 1738. Das Langhaus, in seiner heutigen Form, wurde 1793 fertiggestellt. Es wird von einem nach Westen abgewalmten Satteldach bedeckt. Das Fachwerk auf dem hohen Sandsteinsockel ist nicht mehr sichtbar, die Fassaden wurden verschindelt oder mit Biberschwänzen verkleidet.

Der einfache, schmucklose Saal im Inneren wurde mit einer dreiseitigen umlaufenden Empore ausgestattet, deren Brüstung vor der Orgel konkav in den Raum schwingt. Die Orgel mit barockem Prospekt und der achteckige Taufstein aus dem Jahr 1603 gehören zu den bemerkenswerten Ausstattungsgegenständen der Kirche.[3]

Denkmalschutz

Wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung ist die Kirche nach § 2 Absatz 1 des Hessischen Denkmalschutzgesetzes ein Kulturdenkmal und wurde in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen unter der Nummer 37903 eingetragen.[4] Die Kirche ist Teil der Gesamtanlage des Ortes, die den ursprünglichen Ortskern umfasst und dessen Struktur von den Wirtschafts- und Lebensbedingungen der Bevölkerung geprägt wurde. Diese wird aus geschichtlichen Gründen als schützenswert angesehen und besitzt im Denkmalverzeichnis des Landes Hessen die Nummer 37899.[5]

Die Linde auf dem Anger bei der Kirche

Unmittelbar an die nördliche Seite der Kirche grenzt der Anger an, eine ehemalige Gerichtsstätte, auf der in vergangenen Zeiten unter der Dorflinde Gemeindeangelegenheiten geregelt und Recht gesprochen wurde. Über das Alter der Linde, die bereits im Juli 1936 als schützenswertes Naturdenkmal ausgewiesen wurde, kann nur spekuliert werden. Sie soll mindestens 400 Jahre alt sein.[6]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI