Evangelische Kirche Schiffelbach
Kirchengebäude in der Ortsmitte von Schiffelbach, einem Ortsteil von Gemünden (Wohra) im Landkreis Waldeck-Frankenberg (Hessen)
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Die evangelische Kirche Schiffelbach ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in der Ortsmitte von Schiffelbach, einem Ortsteil von Gemünden (Wohra) im Landkreis Waldeck-Frankenberg (Hessen). Sie ist als Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 Hessisches Denkmalschutzgesetz aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen eingetragen. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Eder im Sprengel Marburg der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.
Beschreibung

Der Bau ist eine 1701 in Fachwerk errichtete einfache Saalkirche unter steilem Satteldach mit Krüppelwalm an der Ostseite. Er ersetzte eine kleinere, im Jahre 1580 von den vier Söhnen des im Jahre zuvor verstorbenen Ortsinhabers Johann Daniel Schleier erbaute Kirche.[1] Der Neubau wurde auf Betreiben und mit tatkräftiger Unterstützung des damaligen Orts- und Gerichtsherrn, des hessischen Generalmajors Johann ufm Keller, ausgeführt. Das eigentliche Kirchengebäude steht auf flachem Sockel aus Bruchstein und wurde ohne sichtbare Geschossteilung als Ständerbau mit vierfacher Verriegelung und die gesamte Fassadenhöhe einnehmenden Mannfiguren an den Eck- und Türständern errichtet.
Die Kirche erhielt 1965 anstelle ihres ursprünglichen Dachreiters einen massiv gemauerten, eingezogenen Kirchturm im Westen. Dabei erhielt der dreigeschossige, im Obergeschoss verschieferte Turm einen doppelt gestaffelten, achteckigen Aufsatz mit der hohen Welschen Haube des abgenommenen Dachreiters mitsamt dessen Wetterfahne. Letztere trägt die Kennzeichnung „JUK GM 1701“.[2]
Der weiß getünchte, schlichte Innenraum wurde 1906 restauriert und ist bis zum spitzen Chorbogen im Westen überspannt von einer Kassettendecke mit von Holzpfeiler und gebogenen Kopfbändern getragenem Längsunterzug. Die beiden Emporen auf einfachen Ständern mit unterschiedlich kassettierter Brüstung im Schiff, die Prieche, die Kanzel mit der Kanzeluhr und das Gestühl stammen aus der Umbauzeit 1906. Der Altarraum mit der Chorempore befindet sich im Turm. Die Chorempore und die Orgel stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Altarplatte ist mittelalterlich, das spätgotische Altarkruzifix wurde in der Zeit um 1450–80 gefertigt. Zwei farbig gefasste Epitaphe stellen in überlebensgroßen, stehenden, nahezu vollplastischen Ganzfiguren den vormaligen Grundherrn Johann Schleier zu Schiffelbach († 1579)[3] und seine Frau Anna, geb. von Lehrbach († 1578), dar.
Literatur
- Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf (Bearb.): Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hessen 1, Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Deutscher Kunstverlag, Berlin und München 2008, ISBN 978-3-422-03092-3.
Weblinks