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Evangelische Kirche Solingen-Gräfrath

Kirchengebäude in Solingen-Gräfrath, Nordrhein-Westfalen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Evangelische Kirche Solingen-Gräfrath ist ein Kirchengebäude in der bergischen Großstadt Solingen. Es befindet sich im historischen Ortskern des Stadtteils Gräfrath direkt am Gräfrather Markt.

Schnelle Fakten Basisdaten, Baugeschichte ...
Evangelische Kirche Gräfrath
Evangelische Kirche Solingen-Gräfrath, von Südwesten
Evangelische Kirche Solingen-Gräfrath, von Südwesten
Basisdaten
Konfession evangelisch
Ort Solingen, Deutschland
Baugeschichte
Architekt Caspar Bürich
Baujahr1688
Baubeschreibung
Einweihung 1688
Baustil Renaissance
Koordinaten 51° 12′ 30,9″ N,  4′ 17,5″ O
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Geschichte

1609 entstand in Gräfrath eine evangelische Gemeinde durch Abspaltung von der Walder Kirchengemeinde. Das von ihr genutzte Predigthaus am Marktplatz fiel 1686 dem großen Gräfrather Stadtbrand zum Opfer. Der Gräfrather Lehrer Caspar Bürich entwarf daraufhin die Pläne für ein schlicht gehaltenes Kirchengebäude im Renaissancestil. Am 13. Januar 1688 erfolgte die Grundsteinlegung, Ende 1688 konnte der Neubau bereits eingeweiht werden.[1]

1698 stiftete die Gräfrather Junggesellenschaft auf Anraten von Pfarrer Keusenhof einen Kanzeldeckel. Im 18. sowie im 19. Jahrhundert wurde die Kirche nach Beschädigungen repariert. Ab 1853 bis vermutlich 1861 hielt der berühmte Gräfrather Augenarzt Friedrich Hermann de Leuw in der Kirche Gottesdienste in englischer Sprache für seine teils von weither angereisten Patienten ab. 1887 erfolgte eine erneute Renovierung mit einer Erneuerung des Dachreiters, 1896 wurden zwei bunte Glasfenster eingebaut.[2]

Vor 1900 wurde das Gebäude grundlegend umgestaltet und erhielt eine neuromanische Fassade. 1937/1939 erfolgte eine Restaurierung und Umgestaltung durch den Architekten Otto Schönhagen aus Koblenz. Im Jahre 1952 erhielt das Gebäude durch einen erneuten Umbau seine ursprüngliche Renaissancefassade zurück.[2]

Die Kirche wurde am 27. November 1984 unter der laufenden Nummer 213 in die Solinger Denkmalliste eingetragen.[3]

Architektur

Dachreiter, Detailansicht

Bei der Kirche handelt es sich um einen quadratischen, dreiachsigen Putzbau mit steilem Walmdach und Dachreiter. Gemeinsam mit dem Zwiebelturm der katholischen Kirche St. Mariä Himmelfahrt am Kloster Gräfrath bildet der sechseckige Dachreiter auf zwiebelförmigem Unterbau der evangelischen Kirche einen markanten Fixpunkt innerhalb Gräfrather Altstadt. Der ursprüngliche Renaissancestil der Kirche wurde durch spätere Umbauten wiederholt verändert. Bis auf einen halbkreisförmigen Scheibengiebel mit Uhr und zwei seitliche Fenster wurde die ursprüngliche Fassade 1952 originalgetreu wiederhergestellt.[1][2]

Im Inneren ist die Kirche äußerst schlicht gehalten, da die Gemeinde ursprünglich calvinistisch war.[1] Bemerkenswert ist die in originaler Fassung erhaltene Kanzel von 1731.[4]

Die äußere Gestaltung der Gräfrather Kirche ist auffallend ähnlich zur evangelisch reformierten Kirche Gruiten.[2]

Literatur

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen I: Rheinland. Deutscher Kunstverlag, München 2005, ISBN 3-422-03093-X, S. 1112.
  • Lutz Peters: Gräfrath. Spaziergänge in die Geschichte. Hrsg. vom Bergischen Geschichtsverein Abteilung Solingen e. V., aktualisierte Neuauflage, Solingen 2012, S. 40.

Quellen

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