Evans-Blau
Farbstoff
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Evans-Blau, systematische Bezeichnung nach Colour Index Direct Blue 53 und auch im Deutschen teilweise mit dem englischen Namen Evans Blue bezeichnet, ist ein Diazofarbstoff, der in den Lebenswissenschaften für Färbungen von mikroskopischen Präparaten, zur Bestimmung des Blutplasma-Volumens und zur Untersuchung der Blut-Hirn-Schranke verwendet werden kann.
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
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| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Evans-Blau | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C34H28N6O14S4Na4 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
violetter bis schwarzer geruchloser Feststoff[1] | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 959,98 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest[1] | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit | |||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Eigenschaften
Der saure, in weißem Licht blaue Farbstoff zeigt eine rote Fluoreszenz mit einem Maximum um 670–680 nm, wenn er zwischen 450 und 550 nm angeregt wird.[2]
Wie auch Trypanblau ist Evans-Blau ungebunden nicht fluoreszierend, sondern erst nach Bindung an Proteine.[4]
Es kann in lebenden Präparaten eingesetzt werden (Vitalfärbung) und die Färbung bleibt nach Einfrieren in Isopentan, nach Infiltration mit Paraffin und in Kryostat-Schnitten erhalten.[4]
Anwendungen
Als konventioneller Farbstoff für mikroskopische Präparate hat Evans-Blau keine große Verbreitung, es wurde jedoch als Gegenfärbung für Formaldehyd-induzierte Fluoreszenz verwendet. Bei dieser werden Katecholamine fluoreszierend. Um das Katecholamin-Signal von der Autofluoreszenz von Bindegewebsfasern unterscheiden zu können, wurden letztere mit Evans-Blau angefärbt und dadurch rot fluoreszierend. In weiteren Anwendungen wurde die Plasmamembran von Neutrophilen Granulozyten angefärbt. Tote Diatomeen wurden durch 0,05 bis 0,25 % Evans-Blau in Meerwasser angefärbt, lebende jedoch nicht.[2]
Breite Anwendung fand Evans-Blau in der Physiologie, und zwar um das Blutplasma-Volumen zu bestimmen, und um die Integrität der Blut-Hirn-Schranke zu testen. In den Blutkreislauf injiziertes Evans-Blau bindet an das Blutprotein Albumin. Dadurch spiegelt es dessen Verhalten wider. Es wird beispielsweise kaum über die Nieren ausgeschieden, so dass die Konzentration über längere Zeit recht stabil bleibt. Nach Injektion einer definierten Menge des Farbstoffs ins Blut kann dessen Konzentration im Blutplasma über Farbintensitätsmessungen bestimmt werden und dadurch auf die Gesamtmenge des Plasmas rückgeschlossen werden. Da Albumin nicht durch die intakte Blut-Hirn-Schranke gelangt, zeigt das Auftreten von Evans-Blau im Hirngewebe an, dass die Schranke defekt ist.[5]
Geschichte
Der Farbstoff wurde ursprünglich um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert von der deutschen Farbenindustrie entwickelt und als T-1824 bezeichnet. Dieser Code leitete sich ab von der Synthese durch Azokupplung von diazotiertem Tolidin auf 1-Amino-8-naphthol-2,4-disulfonsäure (IUPAC: 4-Amino-5-hydroxy-1,3-naphthalindisulfonsäure[6]). Später wurde der Farbstoff zu Ehren von Herbert M. Evans als Evans blue bezeichnet. Dementsprechend ist die auch zu findende Schreibweise Evan's blue falsch.[5]