Everhard Saxo
Graf von Hamaland
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Everhard Saxo (auch Evrardus, Eberhardus; * ca. 850; † 898 bei Herwen) war ein fränkischer Graf von Hamaland und dux in Friesland. Der Beiname Saxo weist ihn als Sachsen unter den Friesen aus.
Everhards Eltern waren der Graf von Hamaland Meginhard II. († 881) und Evesa von Argengau. Meginhards Vorgänger im Grafenamt war Wichmann (belegt 855), der aus Sachsen stammte, möglicherweise der Schwiegersohn Meginhards I., der noch kein Graf war.[1]
Zum ersten Mal wird Everhard erwähnt, als er 881 an einem misslungenen Versuch des Kaisers Ludwig III. teilnahm, die Wikinger unter Gottfried und Sigfrid aus dem karolingischen Pfalzort Nimwegen zu vertreiben. Nach seiner Festnahme musste er gegen Lösegeld freigekauft werden und hatte Glück zu überleben.[2]
Der folgende Kaiser Karl der Dicke, vermutlich ein Epileptiker, setzte 883 ausgerechnet den dänischen Wikingerführer Gottfried als Markgraf von Friesland ein, um das Land vor weiteren Einfällen zu schützen. Doch gab es weitere Überfälle bis nach Paris, und Gottfried drohte, sich ein besseres Gebiet rheinaufwärts zu suchen. Deshalb wurde ihm eine Falle gestellt und er zu Scheinverhandlungen eingeladen. Beim Mordanschlag auf ihn in Spijk war Everhard 885 führend beteiligt. Dafür belohnte ihn Kaiser Karl der Dicke mit seiner Einsetzung als Befehlshaber (dux, Herzog?) zur Verteidigung der Frieslande. Der Mittäter Gerulf wurde ebenso mit einem Gebiet (Kennemerland) im westlichen Friesland belohnt. Wegen seines Versagens im Kampf gegen die Wikinger wurde Kaiser Karl 887 abgesetzt.[3]
Gerulfs Sohn Waltger versuchte rund um Tiel eine eigene Grafschaft Teisterbant zu schaffen, die ihn in Gegensatz zu Everhard brachte. Deshalb ermordete Waltger 898 Everhard, wohl auf der Jagd.[2] Als seinen Nachfolger setzte der neue ostfränkische König Arnolf von Kärnten den Bruder Meginhard III. ein,[4] der mit Hildegard verheiratet war. Dessen Nachfolger wurde Everhards Sohn Meginhard IV., der 915 bis 939/952 in Friesland und ab 921 über Hamaland herrschte. Ein zweiter Sohn Everhard heiratete Amalrade, die Schwester der Mathilde, die den sächsischen Herzog und deutschen König Heinrich I. heiratete. Damit stand er im Zentrum der Macht.
Zu den Ehefrauen herrscht keine Einigkeit. Genannt werden eine Richild sowie Adeline von Babenberg und als zweite Frau Wiltrud von Sachsen.[5][6]
Literatur
- Egon Boshof: Königtum und adelige Herrschaftsbildung am Niederrhein im 9. und 10. Jahrhundert, In: Klever Archiv – Schriftenreihe des Stadtarchives Kleve, Selbstverlag des Stadtarchives Kleve, 1983