Ewart-Park-Phase

Zeitraum der englischen Spätbronzezeit From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Ewart-Park-Phase (1020–800 v. Chr.[1]) ist eine der drei über Horte definierten Phasen der englischen Spätbronzezeit. Sie ist nach dem Hortfund von Ewart Park in Ewart westlich von Doddington im Norden von Northumberland benannt.

Ewart-Park-Waffen

Chronologie

Nach der klassischen Chronologie, die vor allem durch Colin Burgess (1938–2014) definiert wurde, bevor sich Radiokarbondatierungen allgemein durchsetzten[2], folgt die Ewart-Park-Phase (XII) der Wilberton- (Südengland) bzw. Wallington- (Nordengland) Phase (XI, 1140–1020 v. Chr.) und wird von der früheisenzeitlichen Llyn-Fawr-Phase (XIII), benannt nach einem Hortfund in Glamorgan, abgelöst. Burgess unterteilte die Phase in die Abschnitte 1 und 2, Needham et al.[3] sehen jedoch keine klare Trennung. Die Ewart-Park-Phase überlappt teilweise mit dem früheren Blackmoor-Hort-Horizont. Der namensgebende Hort für diese Phase enthielt sowohl Wilberton- als auch Ewart-Park-Objekte. Die Ewart-Park-Phase wurde traditionell auf ca. 1000–600 v. Chr. angesetzt[4], allerdings wurde schon vor den ersten 14C-Daten eine höhere Datierung vorgeschlagen. Burgess will die Phase auf 950/920–800 v. Chr. datieren[5].

Gleichzeitige Traditionen sind die Llantwit-Stogursey Tradition in Südwales, der Broadward-Komplex in den Welsh Marches, die Heathery Burn Tradition in Nordostengland, die Duddington, Covesea und Ballimore Traditionen in Schottland und die Dowris-Phase der Spätbronzezeit (von 1200 bis 500 v. Chr.) Irlands[6]. Der Horizont entspricht typologisch dem HaB2-3 Horizont in Mitteleuropa[7] bzw. BFa3 (Longueville Horizont) in Frankreich[8]. Vereinzelt finden sich typische Bronzen des Horizontes auch in der Bretagne und in Nordfrankreich, zum Beispiel im Hort von Graville-Sainte-Honorine, Le Havre, Département Seine-Maritime oder Vénat[9] bei Saint-Yrieix-sur-Charente, Département Charente[10]. Eine gegenseitige Beeinflussung von Ewart Park- und Gündlingen-Schwertern wurde von Burgess und Colquhoun angenommen[11], die meisten Autoren halten jedoch die Ewart-Park-Schwerter für älter.

Zusammensetzung der Horte

Zu den typischen Funden gehören Griffplattenschwerter, Schwertscheidenbeschläge, Tüllenbeile, Meißel, Tüllen-Sicheln und blattförmige Tüllen-Speerspitzen, teilweise mit basaler Lochung (basal loop)[12]. Tüllenbeile sind oft mit konzentrischen Kreisen verziert, die auf ihre Ableitung aus Lappenbeilen hinweisen. Pferdegeschirr und Wagenbeschläge erscheinen.[6] Während der Ewart-Park-Phase ist hoch bleilegierte Bronze weit verbreitet, sowohl in Südengland als auch in Nordfrankreich. Funde aus der Ewart-Park-Phase sind wesentlich häufiger als solche aus den vorhergehenden Abschnitten.[1] Dies mag auf die verstärkte Nutzung von Eisen und den damit einhergehenden Wertverlust von Bronze zurückgehen.[1] Die Zusammensetzung der Horte der Ewart-Park-Phase (Schatz von Duddingston Loch, Hort von Peelhill) unterscheidet sich deutlich von den Metallfunden in Siedlungen[13].

Literatur

  • Colin B. Burgess, Later Bronze Age in the British Isles and North-western France. In: Archaeological Journal 125, 1968, 1–45.
  • Colin B. Burgess, The Bronze Age. In: Colin Renfrew (Hrsg.), British Prehistory, a new outline. London, Duckworth 1974, 165–232.
  • Stuart Needham, Christopher Bronk Ramsey, David Coombs, Caroline Cartwright, Paul Pettitt: An independent chronology for British Bronze Age metalwork: the results of the Oxford Radiocarbon Accelerator Programme'. In: Archaeological Journal Bd. 154, 1997 ISSN 0066-5983, S. 55–107.

Einzelnachweise

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