Exercise Mosi
Militärmanövers von Südafrika, Russland und der VR China
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Exercise Mosi ist der Name eines ursprünglich trilateralen Militärmanövers von Südafrika, Russland und der VR China. Im Januar 2026 fand es im Format BRICS Plus als „Will for Peace 2026“ mit den Seestreitkräften der VR China, Russlands, des Iran und Südafrikas statt.
Die Manöver finden nicht im Rahmen eines formellen Verteidigungsbündnisses wie der NATO statt, sondern in einer temporären Kooperation unter der strategischen Führung der VR China.
Geschichte
Das erste Manöver fand im November 2019 als Exercise Mosi I als erstes trilaterales Marinemanöver der Staaten in südafrikanischen Gewässern statt.
2023 wurde Exercise Mosi II durchgeführt. Die Übung fand am ersten Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine statt und löste starke internationale Kritik aus. Russland schickte dabei die Fregatte Admiral Gorschkow, die laut Berichten mit Hyperschall-Raketen vom Typ Zirkon bestückt war.[1]
„Will for Peace 2026“ ist die direkte Weiterentwicklung der „Exercise Mosi“-Reihe. Ursprünglich war das Manöver für November 2025 als „Mosi III“ geplant, wurde dann aber aufgrund von Terminkonflikten mit dem G20-Gipfel verschoben und in den aktuellen Namen umbenannt. Zu dem Manöver von 9. bis 16. Januar 2026 schickte China den Lenkwaffen-Zerstörer Tangshan und das Versorgungsschiff Taihu, aus Russland kamen die Korvette Stoykji und ein Flottentanker. Der Iran nahm mit Einheiten der 103. Flottille inklusive der zwei Monate später versenkten Makran teil.[2]
Hintergrund
Von der VR China ausgehend weitete sich die Übung 2026 auf das Format BRICS Plus aus, was sich auf die Teilnahme des Iran bezieht. Chris Hattingh, der Verteidigungspolitiker der zweitgrößten Koalitionspartei Südafrikas Demokratische Allianz, sagte der ARD, das Timing der Übung sei extrem schlecht. Russland und Iran stünden unter harten Sanktionen und seien in aktive Konflikte verwickelt. Die Übung stärke die Argumente in der US-Regierung, dass sich Südafrika von der Neutralität entferne.[2]
Afrikanische Beobachter verweisen darauf, dass jeder Akteur eigene Interessen verfolge und die Überschneidungen hauptsächlich in der Außenwirkung lägen. Südafrika stärke durch die Ausrichtung an China und Russland die strategische Autonomie und seine Führungsrolle im Globalen Süden und widersetze sich gleichzeitig dem Druck, sich ausschließlich westlichen Rahmenbedingungen anzupassen. China unterstreiche mit der Übung seine Reichweite auf hoher See und die Normalisierung der Präsenz entlang wichtiger Seewege. Russland signalisiere damit inmitten diplomatischer Isolation Relevanz und Reichweite und halte alternative Kommunikationswege offen. Iran wiederum sende durch die Teilnahme Annäherungssignale an China und Russland, während gleichzeitig sein Widerstand gegen Eindämmungspolitik demonstriert werde.[3]